Marktplatz für die Vereine erste Wahl

Die Altdorfer Vereine fühlen sich beim Altstadtfest auf dem Marktplatz wohl. Will man sie seitens des Kulturamtes in andere Bereiche mit einbeziehen und die Vereine für die Bewirtung gewinnen, beißt man auf Granit. Archiv-Foto: Märtl2010/11/altstadtfest1_New_1289570402.jpg

ALTDORF – Für die Vereine ist und bleibt der Marktplatz das ideale Areal für das Altstadtfest. Anke Dietz, die Leiterin des Kulturamtes, weiß davon ein Lied zu singen. Ihre Bemühungen, im letzten Jahr das Fest auf weitere Bereiche (Parkplatz Neubaugasse und Obere Wehd) auszudehnen konnte schon damals nicht in der Breite des vorgelegten Konzepts umgesetzt werden, weil sie bei den Vereinen, die in diesen Bereichen die Bewirtung übernehmen sollten, auf Granit biss.

„Die wollen vom Marktplatz nicht weg“, legte sie in der Kulturausschusssitzung dar. Das war auch der Grund, dass auf die ursprünglich geplante Aktionsbühne verzichtet wurde. Auch für den Bereich am Schlossplatz konnte kein Verein gewonnen werden. Hier schuf man dann die optische Anbindung an die Partybühne auf dem Parkplatz hinter dem JUZ durch Schausteller. Das wurde seitens vieler Vereine als Mini-Kirchweih nicht passend zum Altstadtfest kritisiert.

In ihrer Rückschau bewertete Anke Dietz die Partybühne hinter dem JUZ als Erfolg. „Hier war der Platz gut besucht und die Gäste zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem Ambiente. Die Bewirtung in diesem Bereich wurde von den Pächtern der Stutzervilla organisiert und betrieben, die mit großem Engagement hier Biergarten-Atmosphäre aufgebaut haben.“

Insgesamt war die Besucherresonanz auf das Altstadtfest 2010 nach Meinung der Vereine geringer als in den Vorjahren, da zum einen das Spiel um Platz Drei der Fußballweltmeister-schaft stattfand, zum anderen das Wetter – insbesondere am Sonntag – zu viel heiß war.

Zur Nachbesprechung des Altstadtfestes wurden alle beteiligten Vereine, an der rund 70 Prozent teilnahmen und sich an der „regen und sachlichen Diskussion“ beteiligten. Insgesamt wurde dabei die Aufteilung der Vereine am neuen Marktplatz gelobt und als positiv empfunden. Die Wünsche nach Standortveränderungen konnten in der Besprechung einvernehmlich gelöst werden.

Beim Altstadtfest 2011, das am 9./10. Juli stattfindet, wird wieder auf Schausteller verzichtet, da man keinen Kirchweih-Charakter will. Die Bühne, die heuer auf dem Parkplatz in der Neubaugasse stand, rückt wieder näher ins Zentrum des Festes und wird vor dem Laurentiusbrunnen platziert.

Die in unmittelbarer Nähe befindlichen Vereine sind mit diesem Platz einverstanden und begrüßen den Standort. Über etwaige laute Musik in den Abendstunden, so Dietz, habe man einvernehmlich diskutiert. Durch die Verkürzung der Aufstellflächen des Altstadtfestes insgesamt – hier insbesondere die Neugliederung im Bereich des Unteren Markts – wird die Spielfläche insgesamt wieder kompakter.

Weiterhin waren sich die Vereinsvertreter einig, dass das Musikprogamm am Sonntag von den Vereinen selbst organisiert wird. Hierbei wird nicht zwischen Livemusik und CD-Wiedergabe unterschieden.

Das Kulturamt wird daher am Sonntag keine weiteren Bands ordern, sondern sich auf ein attraktives Musikprogramm auf der Hauptbühne am Samstag konzentrieren. Altdorf-aktiv hat signalisiert, dass Interesse an einem verkaufsoffenen Sonntag am Altstadtfest besteht. Grundsätzlich wurde diese Ankündigung von den Vereinen positiv bewertet.

Die Verwaltung wurde gebeten, hier noch Gespräche zuführen, dass die Stellflächen der einzelnen Vereine nicht durch die Öffnung der Geschäfte beschnitten werden sollen. Diskutiert wurde auch der Vorschlag, das Altstadtfest auf einen Tag zu beschränken, was aber abgelehnt wurde. Martin Tabor machte in der Diskussion im Kulturausschuss deutlich, dass er im Hinblick auf die angestrebten Änderungen im letzten Jahr sehr euphorisch war. Als das Fest dann stattfand habe er sich wie im falschen Film gefühlt, denn nichts war so wie besprochen.

Das sei aber letztendlich Wunsch der Vereine gewesen, bemerkte Anke Dietz und Bürgermeister Odörfer ergänzte, dass das Altstadtfest das Fest der Vereine sei und denen wolle man seitens der Stadt nicht zuviel vorschreiben. „Wir machen also so weiter wie es immer war“, folgerte Martin Tabor, dem das Altstadtfest nicht mehr attraktiv genug ist. „Wenn wir das Altstadtfest retten wollen, dann müssen wir etwas ändern.“

Was er nicht nachvollziehen könne, sei die Tatsache, dass man die große Bühne noch weiter ins Zentrum des Geschehens hole. Schließlich sei sie ja vom Schloßplatz weggekommen, weil es dort zu laut war. Warum lasse man dann die große Bühne nicht ganz weg und jeder Verein sollte sich selbst um ein entsprechendes Angebot kümmern. Er sei überzeugt, dass das Vielfalt bringe und das Altstadtfest wieder liebenswert mache.

„Erschreckend“ fand Horst Topp die großen Lücken, vor allem am Unteren Markt. Ihm entgegnete Anke Dietz, dass von den beiden Abteilungen des TV (Volleyball und Handball) entsprechende Ausmaße verlangt wurden, diese aber nicht gebraucht wurden.

Thomas Kramer bedauerte es, dass der Versuch mit der Kleinkunstbühne in der Oberen Wehd nicht umgesetzt werden konnte. „Das wäre eine tolle Sache gewesen.“ Die Diskussion drehte sich dann darum, ob der Hauptausschuss, wie von Martin Tabor vorgeschlagen, notfalls auch gegen den Willen der Vereine Änderungen beschließen sollte.

Das wollte man dann mehrheitlich doch nicht. So stimmte der Kulturausschuss bei drei Gegenstimmen den von den Vereinen gewünschten Veränderungen zu und beauftragte die Verwaltung, diese bei der Planung des Altstadtfestes 2011 zu berücksichtigen. Trotzdem wird die Verwaltung bei den Vereinen noch einmal den Vorschlag abfragen, ob sie mit dem Verzicht auf die große Bühne einverstanden wären und eventuell selbst für das musikalische Programm sorgen.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl