Bundestagsabgeordnete Mortler zeichnet Multiplikatoren aus

Im Einsatz gegen Crystal Meth und Cannabis

Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler überreichte den neuen Multiplikatoren die Urkunden. Fotos: Degenhardt2014/11/altdorfmortlerleibnizmultiplikatoren_New_1416581101.jpg

ALTDORF – 19 Schüler aus der 9. Jahrgangsstufe des Leibniz-Gymnasiums haben sich zu Multiplikatoren ausbilden lassen. Damit übernehmen sie eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die Urkundenübergabe übernahm Bundestagsabgeordnete Marlene 
Mortler.

„Du lügst, du stiehlst, du betrügst. Du machst alles nur, um an das Zeug zu kommen“, zitierte Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler aus ihrem Gespräch mit einer jungen, drogenabhängigen Frau. Solche Gespräche führt Mortler als Drogenbeauftragte der Bundesregierung regelmäßig. Am Freitag besuchte sie das Leibniz-Gymnasium.

Denn 19 Schüler aus der 9. Jahrgangsstufe ließen sich zu Multiplikatoren ausbilden. Die Jugendlichen wurden an einem Wochenende von der Kriminalpolizei, einem Streetworker und einer Ärztin geschult. Ziel der Ausbildung ist es, jüngere Schüler der 6. Jahrgangsstufe über die Sucht- und Drogenproblematik aufklären zu können. Zur Ausbildung gehören Themen wie die Wirkung der Drogen, Drogenarten, rechtliche Konsequenzen sowie soziale Komponenten, beispielsweise der Umgang mit Betroffenen und Erkennungssymptome. Die Aufklärung der Jüngeren findet am Sucht- und Präventionstag der Schule im Februar statt.

Etwa 150 Schüler aus der 10. Jahrgangsstufe waren bei der Auszeichnung der Multiplikatoren dabei und lauschten danach Mortlers Vortrag. Doch zuerst übergab die Abgeordnete den Schülern die Urkunden und lobte deren Engagement. „Das ist nicht selbstverständlich, da ihr in der Freizeit andere Interessen habt“, sagte sie. Als Expertin für legale und illegale Drogen erzählte sie danach aus ihrem Arbeitsalltag und wurde dabei auch recht persönlich. Sie sprach von ihrer Familie und wie sie sich gefühlt hat, als sie am 15. Januar zur Drogenbeauftragten ernannt worden war. „Viele haben gefragt: ‚Warum die?‘, aber ich empfand das als Ehre.“ Schnell kam sie während ihres Vortrags auf die Droge Crystal Meth zu sprechen, auf den Sumpf, in dem die Abhängigen versinken und darauf, wie wichtig ein stabiles Umfeld ist, um wieder herauszukommen.

Wichtig war es Mortler auch, das Thema Alkohol anzusprechen. „Seit ich Drogenbeauftragte bin, schmeckt mir Wasser noch besser als vorher“, sagte sie. Pro Jahr werden 27.000 Menschen zwischen elf und 25 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. „Überlegt Euch, was passieren kann“, sagte sie zu den Schülern, die ihren Vortrag interessiert verfolgten. Danach ging es um die Droge Cannabis. Mortler hat sehr viel zu tun mit „Cannabisleuten“ – so nennt sie die Unterstützer einer Legalisierung der Droge. Die aktuelle Diskussion um die Legalisierung geht ihr gegen den Strich, denn sie findet: „Cannabis wird absolut verharmlost.“ Unabhängig davon ist sie dafür, dass Cannabis als Medizin eingesetzt wird, aber das müsse man strikt trennen. „Die Hanfleute wollen das in einen Topf schmeißen.“

An dem Thema entzündete sich dann auch die Diskussion, in die die Schüler, nach anfänglichem Zögern, dann doch einstiegen. Ein Schüler wollte wissen, ob es überhaupt eine Chance für eine Legalisierung von THC gibt. Die Abgeordnete tat das Begehren als den Wunsch einer Minderheit ab. Sie sieht eine Gefahr darin, dass der Hanfverband auftritt „als Verband cooler Jungs, die den Konsum im Griff haben.“ Und weiter sagte sie: „Man muss aufpassen, dass die Minderheit die Mehrheit nicht in eine andere Richtung 
manipuliert.“

Eine Schülerin wollte wissen, ob die einmalige Einnahme schädlich ist, eine andere, ob Rauchen mehr Schaden anrichtet als Kiffen. Auch Schulleiterin Regina Fleischer beteiligte sich an der Diskussion. Damit ging ein spannender Vortrag zu Ende, der die Multiplikatoren bestimmt in ihrer Entscheidung bestärkt hat, sich für die Aufklärung in Sachen Drogen zu engagieren.

N-Land Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt