Sitzung des Gemeinderats

Windkraft in Alfeld: Kritik und Zwischenrufe

Steht bald ein 199 Meter hohes Windrad bei Alfeld?2014/06/5_2_1_2_20140602_WIND.jpg

ALFELD (kr) – Auf großes Interesse stieß wieder einmal das Thema Windenergie im Alfelder Gemeinderat. Zur Abstimmung stand die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zum Betrieb einer Windenergieanlage (WEA) durch das Gremium. Der Sitzungssaal war sehr gut gefüllt. Als der Gemeinderat mehrheitlich dem Beschlussvorschlag zugestimmt hatte, verließ der Großteil der Zuhörer die Sitzung. Zuvor jedoch erläuterte Bürgermeister Karl-Heinz Niebler den Sachverhalt.

Auf dem gemeindeeigenen Grundstück mit der Flurnummer 2566 möchte die SRE Bau- und Betriebs GmbH & Co. KG aus Freystadt zusammen mit N-Ergie Regenerativ GmbH eine WEA errichten. Ein entsprechender Antrag wurde beim Landratsamt Nürnberger Land eingereicht. Bereits im Vorfeld ist dieses Vorhaben mit der Gemeinde Alfeld abgestimmt worden. Entsprechende Verträge wie eine Entwicklungsvereinbarung und ein Nutzungsvertrag wurden in der Aprilsitzung vom Gemeinderat beschlossen. Sollten sich im Laufe des Genehmigungsverfahrens nicht noch unüberwindbare Hürden ergeben, könnte nach der derzeit gültigen Rechtslage eine WEA mit den geplanten 199 Metern Gesamthöhe noch genehmigt werden.

Appell an die Räte

Harald Seubert von der Wählergemeinschaft Bürgerforum Alfeld (WBA) appellierte an die Gemeinderäte, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Er selbst sei erst seit Mai im Gemeinderat und möchte nicht darauf angesprochen werden, was er den Bürgern vor Ort zumute. Bei dem vorliegenden Antrag handele es sich um die Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung einer WEA. Eine solche Anlage würde nach Meinung Seuberts aber eine ganze Reihe von Immissionen verursachen, etwa Lärmbelästigungen und Infraschall. Auch sieht er eine Wertminderung für Immobilien in der Nähe von WEA‘s. Für August sei eine Gesetzesänderung angekündigt, wonach dann ein Mindestabstand von zehnfacher Höhe zu nächstgelegener Wohnbebauung gelten soll. Er könne es nicht vertreten, nun noch schnell eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung zu erteilen.

Immer wieder kam es bei diesem Thema zu Zwischenrufen aus der Zuhörerreihe. Bürgermeister Karl-Heinz Niebler wollte jedoch keine grundsätzliche Diskussion mehr führen. Ursprünglich hätte die Planung vorgesehen, in den ausgewiesenen Vorbehaltsgebieten zwei weitere WEA s zu errichten. Bei Wahlveranstaltungen zur Kommunalwahl hatte man den Bürgerinteressen Tribut gezollt und von dem näher an Wohnbebauung liegenden Standort Abstand genommen. Diesem Vorgehen hätten auch die SRE und N-Ergie zugestimmt. Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung sei nun das letzte Glied in der Kette.

Die überwiegende Mehrheit im Gemeinderat begrüßte den Antrag von SRE und N-Ergie im Sinne einer dezentralen Versorgung mit erneuerbaren Energien. Das gemeindliche Einvernehmen wurde mit zwei Gegenstimmen erteilt.

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