Quer durch die Genres

Wiedersehen mit Cristin Claas im Kick

Mühelos auf der Bühne präsentierte sich das Cristin Claas Trio mit, von links: Christoph Reuter, Cristin Claas und Stephan Bormann. | Foto: S. Baderschneider2019/11/CristinClaas_8008.jpeg

HERSBRUCK – Es ist schon eine ganze Weile her, dass Cristin Claas zum letzten Mal in Hersbruck war. Aber das Publikum hatte diesen Auftritt nicht vergessen, im Saal des City Kinos saßen viele „Wiederholungstäter“.

Gemeinsam mit ihren langjährigen Bühnengefährten Christoph Reuter (Keyboard/Percussion) und dem Gitarristen Stephan Bormann – der auch schon mit Thomas Fellow als „Hands on Strings“ in Hersbruck zu Gast war – brachte Cristin Claas eine feine Mischung aus Musik, Poesie und Witz auf die Bühne. Die Einordnung in eine bestimmte Musikkategorie ist schwierig und letztendlich auch zu vernachlässigen. Jazz ist dabei, ein bisschen Soul, afrikanische und südamerikanische Einflüsse und dann natürlich etwas, was ihr ganz eigener Stil ist.

Ohne Sprachgrenzen

Sie nutzt, was die Musik-Genres anbieten, und setzt sich darüber hinweg, wenn sie etwas ganz anderes im Sinn hat. Das gleiche gilt für die Sprache. Claas‘ Songs haben poetische Texte, die auf Deutsch und Englisch anrührend sind. Und wenn die Sprache zu eng wird, dann erfindet sie eben einfach eine neue: Eine ganze Reihe von Liedern sind in „Claasisch“ verfasst – einer lautmalerischen Sprache, die zusammen mit Musik auf merkwürdige Weise stimmig klingt.

Hinzu gesellen sich Klassiker der deutschen Literatur wie Goethes „Heideröslein“ und Heines „Auf Flügeln des Gesanges“, die in der Claasschen Bearbeitung gar nicht altmodisch klingen, sondern anrührend, sehnsüchtig und auch ein bisschen traurig.

Körper klingt

Aber Claas spielt nicht nur mit Texten und Musik, sondern auch mit dem Publikum. Gesungene Ansagen und die Rekrutierung des Publikums als Background-Chor lockern Programm und Auditorium auf.
Mit Stephan Bormann und Christoph Reuter stehen ihr erstklassige Mitstreiter zur Seite. Dabei gibt Reuter mit seiner Body-Percussion buchstäblich alles, und Bormann begeistert mit seinem von den Hersbruckern geschätzten gleichermaßen virtuosen wie präzisen Gitarrenspiel. Die Instrumental-Einlage der beiden servierte eine vage Hommage an „Dat du min Leevsten büst“ und „Kommt ein Vogel geflogen“.

Bemerkenswert ist, dass alles, was das Cristin Claas Trio dort auf der Bühne tut, ganz mühelos wirkt. Dabei liefern die drei ein anspruchsvolles Konzerterlebnis mit gut aufgelegten Musikern, die mit Kreativität und Freude an der Musik mühelos ein abendfüllendes Programm tragen können.

Im Kick geht es am 23. November weiter mit dem Monaco Swing Ensemble (Hot Ginger, Gypsy Swing, Klezmer).

N-Land Susanne Baderschneider
Susanne Baderschneider