Johann Strauß Gala

Röthenbach im Dreivierteltakt

Die Sopranistinnen Leanan de Montiel und Ginger McFerrin sowie Tenor Mila Wilden beeindruckten bei ihren Solostücken. | Foto: Brinek2016/01/strauss-gala-diehl-halle-roeth-bri.jpg

RÖTHENBACH — Ausverkauft war die Karl-Diehl-Halle in Röthenbach am Samstagnachmittag, denn aus der ganzen Region strömten die Operettenfreunde zur „Großen Johann Strauß Gala“. Sie ließen sich vom Gala Sinfonie Orchester Prag, drei Solisten und dem Johann-Strauß-Ballett für ein paar Stunden in die Welt der Wiener Operette entführen.

Das Orchester eröffnete gemeinsam mit den sechs Ballettänzerinnen und -tänzern die Gala mit dem Wiener Walzer „Donau so blau“ und traf damit gleich voll ins Schwarze. Aus den beliebtesten Strauß-Operetten wie „Die Fledermaus“, „Der Zigeunerbaron“ oder „Eine Nacht in Venedig“ wurden die schönsten Stücke ausgewählt, aber auch bekannte Ohrwürmer wie der „Radetzky-Marsch“ und die „Tritsch-Tratsch-Polka“ kamen zu Gehör.

Mit dem „Czardas“ gestattete sich Konzertmeister Wenzel Plasil auf seiner Violine eine Anleihe bei Vittorio Monti. Das Künstlerensemble verzauberte mit seiner mitreißenden Musik, prächtigen Kostümen und der absoluten Professionalität aller Akteure, die mit der „Johann Strauß Gala“ seit Jahren in der ganzen Welt unterwegs sind.

Wegen der eingeschränkten Bühnengröße in Röthenbach war das Orchester neben dem Konzertmeister mit nur acht Musikern vor Ort. Der studierte Musikprofessor Plasil trat bereits in vielen europäischen Metropolen auf und tourte durch Südamerika und Japan.

Die beiden Sopranistinnen Leanan de Montiel und Ginger McFerrin beeindruckten bei ihren Solostücken mit ihren wandlungsfähigen Stimmen so sehr, dass es immer wieder Szenenapplaus gab. De Montiel spielte mit den Gästen im Saal und zog sie mit ausdrucksstarker Mimik in ihren Bann. Der bekannte und ebenfalls weitgereiste Tenor Mila Wilden, der sich zwischen den beiden Damen sichtlich wohl fühlte, ergänzte das Solistentrio.

Zur Überraschung des Publikums trat Ursula Meistner, die als Zithersolistin oder im Duo mit ihrer Schwester bundesweit und auch international bekannt ist, sowohl als Moderatorin als auch als Musikerin auf. Als Einstieg in ihre Darbietung wählte sie die weltbekannte Melodie aus dem Film „Der dritte Mann“.

Als die Walzerseligkeit ihren Höhepunkt erreicht hatte, holten die Tänzer des „Johann-Strauß-Balletts“ Damen aus dem Publikum zu einem Tänzchen. Für Operettenliebhaber war der Nachmittag ein Fest für Auge, Ohr und Herz und es zeigte sich, dass die Werke des Walzerkönigs auch über 100 Jahre nach seinem Tod nichts von ihrem Charme verloren haben.

Die Tänzer baten einige Zuschauerinnen aufs Parkett.
Die Tänzer baten einige Zuschauerinnen aufs Parkett. | Foto: Brinek2016/01/strauss-gala-roeth-diehl-halle-bri-saal-tanzer1.jpg

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