Pfingstkonzert in Henfenfeld

Klavierkonzert in der Opernakademie

Schlossherrin Denette Whitter bestritt diesmal ein Solo-Konzert. | Foto: G. Münzenberg2019/06/denette_whitter_henfenfeld_schlosskonzert.jpeg

HENFENFELD – Denette Whitter, die Schlossherrin und Leiterin der Opernakademie, hatte zu einem Pfingstkonzert in den Roten Saal des Henfenfelder Schlosses geladen. Und die, die der Einladung gefolgt waren, wurden wahrlich belohnt, denn es war ein Genuss der besonderen Art, an diesem sommerlichen Nachmittag den leichthin perlenden Klängen zu lauschen, die sie im ersten Teil ihres Konzerts dem Flügel entlockte.

Die Auswahl der dargebotenen Werke hätte für diesen Tag nicht besser sein können. Als Erstes stand die Sonate in F-Dur, Hob, XVI:9 von Franz Josef Haydn auf dem Programm, die durch ihren fröhlichen und heiteren Charakter, den Denette Whitter leichtfingrig zu vermitteln verstand, hervorragend geeignet war, die Zuhörer zu bezaubern. Zählt dieses Werk doch zu den berühmten Divertimenti Haydns, die Heiterkeit und Frohsinn in die Trübnis der Welt bringen sollten.

Danach folgte die Sonate in Es-Dur, KV 28 von Wolfgang Amadeus Mozart, die zwar mit einem Adagio beginnt, aber ebenfalls durch seine hinreißenden Klangfolgen imstande war, die Herzen und Sinne der Zuhörer höher schlagen zu lassen.

Denette Whitter, die schon als Vierjährige ihren ersten Klavierunterricht erhielt, erzählte, dass während ihrer Ausbildung wechselweise immer entweder der Gesang oder das Klavierspiel im Vordergrund standen. Als Leiterin der Opernakademie in Henfenfeld, die heuer ihr 15-jähriges Bestehen feiert, hat sie die Möglichkeit ergriffen, beides zu verbinden.

Seltene Gelegenheit

Unter den 450 Konzerten, bei denen sie vorwiegend Gesang und Arien mit ihrem Klavierspiel begleitete, stellen die reinen Klavierkonzerte eher eine Ausnahme dar. Insofern war an diesem Tag eine der seltenen Gelegenheiten, ihrer überzeugenden Wiedergabe dieser heiteren Klaviersonaten zu lauschen.

Die nach der Pause dargebotene Sonate von Franz Schubert in B-Dur, Opus Post. D 960, ist freilich, sowohl hinsichtlich der Länge, als auch der Formgebung, von ganz anderem Charakter. Die im 1. Satz Molto moderato noch einigermaßen ruhig dahinfließende Melodik steigert sich bis zum Allegro des letzten Satzes in geradezu aufwühlenden Sentenzen und dramatischem Gefühlsausdruck zu einem wahren Finale dieses tragischen Komponistenlebens. Auch hier ist es Whitter mit ihrem virtuosen Spiel gelungen, den Zuhörern die Besonderheit in Form und Farbe dieses lange Zeit unbeachteten und schwierigen letzten Werkes Schuberts nahezubringen.

Nach langem Applaus gab sie ihrem begeisterten Publikum als Zugabe noch die Nummer 6 der Musikalischen Momente in A-Dur von Schubert als Nachklang mit auf den Nachhauseweg.

Gerda Münzenberg

N-Land Hersbrucker Zeitung
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