Beifall für das Fürther Kammerorchester in Schwaig

Eine Extraportion Operette

Der Tenor Richard Kindley gehört seit 1980 dem Opernensemble des Nürnberger Theaters an, er hat schon viele berühmte Partien gesungen, unter anderem Cavaradossi („Tosca“) und Boris („Katja Kabanova“). In Schwaig trat er gemeinsam mit der Sopranistin Anne Lünenbürger als Solist auf. Foto: Stegmeier2014/02/77535_fuertherkammerorchesterschwaigsimon_New_1392651065.jpg

SCHWAIG — In letzter Minute mussten noch Stühle aufgestellt werden, als das Fürther Kammerorchester unter der bewährten Leitung von Horst Günter Lott in die Schwaiger Hans-Simon-Halle eingeladen hatte. Seit 1982 tritt das Laienensemble regelmäßig in Schwaig auf, es hat sich ein treues Publikum erspielt. Diesmal auf dem Programm: „Vom Prater zum Broadway“, Operettenmelodien, Walzer und Filmmusik.

Nicht nur das Motto, auch das Mitwirken von Sopranistin Anne Lünenbürger und Tenor Richard Kindley versprach einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend. Und dieses Versprechen wurde erfüllt. Vom schwungvoll intonierten Kaiser-Walzer von Johann Strauß über Johannes Brahms‘ Ungarischen Tanz Nr. 5 in g-Moll bis zu Jacques Offenbachs Ouvertüre zur Operette „Orpheus in der Unterwelt“ gelangen dem Orchester, unterstützt von der hervorragenden Bläservereinigung der Orchestergemeinschaft Nürnberg, hörenswerte und dynamisch eindrucksvolle Interpretationen.

Dabei stellte Lott neben seinem Können als Orchesterleiter immer wieder mit Ansagen sein Talent als Conférencier unter Beweis. Hinreißend intonierten die Musiker ein Orchester-Potpourri mit bekannten Filmmusiken von Henry Mancini. Ob beim munteren „Baby Elephant Walk“ oder dem melancholischen „Moonriver“: Die Tempi sowie die Dynamik stimmten, und vor allem die Blechbläser setzten Akzente.

Besondere Highlights wurden dem Publikum von Lünenbürger und Kindley serviert: „Wenn es Abend wird“, das Lied des Grafen Tassilo aus Emmerich Kálmáns „Gräfin Mariza“ etwa, oder „Freunde, das Leben ist lebenswert“ aus Franz Lehárs Operette „Giuditta“. Kammersängerin
Lünenbürger brillierte solistisch unter anderem mit „Hör‘ ich Cymbalklänge“ aus der Operette „Zigeunerliebe“.

Mit den anrührenden Duetten „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt“ und „Wer uns getraut“ gewannen die beiden vollends die Gunst des Publikums.

Ein flottes Potpourri mit Melodien aus „My Fair Lady“ von Frederick Loewe beendete die musikalische Reise des Orchesters von Wien nach New York, wo das Musical lange Jahre am Broadway Erfolge feierte. Kein Wunder, dass die Schwaiger nach einer Zugabe verlangten: Singend und dabei Walzer tanzend setzten die beiden großartigen Sänger mit dem Duett „Lippen schweigen“ aus Lehárs „Lustiger Witwe“ einen Schlusspunkt unter die gelungene Veranstaltung.

N-Land Anne Stegmeier
Anne Stegmeier