Schwank der Lustigen Hammerbachtaler

Ein Junggesellenabschied landet auf der Bühne

Zwerge allein in Fürth – der Junggesellenabschied ist nicht ganz nach Plan verlaufen. | Foto: S. Baderschneider2019/11/Junggesellenabschied_7981.jpeg

ENGELTHAL – Die Laienschauspieler aus dem Hammerbachtal vergnügten ihr Publikum mit einer Komödie von Regina Rösch. „Der Junggesellenabschied“ bescherte den „Lustigen Hammerbachtalern“ gleich vier mal ausverkauftes Haus. Trotz der vierstündigen Langstreckenaufführung sorgte Regisseur Johannes Liebel mit seiner eingespielten Truppe auch in diesem Jahr für einen kurzweiligen Abend mit viel Gelächter.

Die Geschichte beginnt ganz harmlos. Wie jedes Jahr grausen Manfred (Christopher Arnold) und sein Vater Ferdinand (Günther Brückner) sich vor dem bevorstehenden Geburtstag von Mutter Paula (Simone Ertel): der Sohn, weil er auch in diesem Jahr nicht die lang ersehnte gut betuchte Braut präsentieren kann, der Vater, weil er keinen blassen Dunst hat, was er seiner Frau schenken soll.

Insgeheim nimmt auch Ferdinand dem Sohn übel, dass dieser ihn schon seit Jahren auf einen anständigen Junggesellenabschied warten lässt. Den hat er nämlich mit Nachbar Alfons (Thomas Höhn) schon lange geplant. Aber dann scheint sich plötzlich doch alles zum Guten zu wenden, als Manfred holterdipolter seine Verlobte Tamara (Sarah Liebel) präsentiert – komplett mit schnöseligen Schwiegereltern im Schlepptau, die pünktlich zum Geburtstag mit dem Privatjet einschweben und natürlich am beschaulichen Engelthaler Familienleben allerhand auszusetzen haben. Bald dämmert es Ferdinand und Paula, dass es „eine aus Kucha“ ja wohl auch getan hätte.

Als es an die Planung des lang ersehnten Junggesellenabschieds geht, übernehmen die „Schwiegereltern“ Lanzelot (Christian Wirthmüller) und Angelina von Schönfeld (Gudrun Kohler) vollends das Regime. Eigentlich hatte Ferdinand mehr an eine gemütliche Bollerwagentour nach Altensittenbach gedacht, aber Lanzelot „Lotti“ schleppt Ferdinand, Alfons und Manfred auf eine wilde Tour durch die Fürther Nachtclubs, die für Ferdinand in der Notaufnahme endet.

Was sich reimt …

Da weder Alfons noch Ferdinand nach durchzechter Nacht in der Lage sind, die Geschehnisse des Abends zu rekonstruieren, reimen sie sich aus verschiedenen gezielt gestreuten Hinweisen einiges zusammen. Dumm nur, dass seine Frau Paula, Alfons‘ Frau Betty (Nicole Liebel) und die allzeit präsente Nachbarin Annelies (Katrin Buchner) das Gleiche tun. Das führt natürlich zu reichlich Verwirrung und mehr oder weniger geplanten Missverständnissen.

Aber auf dem Höhepunkt der Beziehungskrise geben Manfred und Tamara dann doch zu, dass alles nur gespielt war. Manfred wollte seinen Eltern die jahrelange Nörgelei heimzahlen und hat daher die Kollegen aus seiner Laienspielgruppe angeheuert, die Eltern ein bisschen in die Irre zu führen. So fügt sich am Ende alles zu einem Happy End – bei dem die Braut dann tatsächlich doch aus Kucha kommt.

Lang und lustig

In nur acht Wochen Probezeit haben die Hammerbachtaler mit bemerkenswerter Spielfreude ein witziges Stück auf die Bühne gebracht. Herausragend war Günther Brückner, der mit Gestik, Mimik und gekonntem Timing auch über die eine oder andere Länge des Stücks hinweghalf. Als herrlich ahnungsloser Sidekick Alfons stand ihm Thomas Höhn nicht nach.

Das Stück lebt vom lokalen Bezug und einer ganzen Reihe von Anspielungen, die das Publikum dankbar aufnahm. Am Erfolg des Abends waren aber nicht nur die Schauspieler auf der Bühne maßgeblich beteiligt. Anni Weiß (Souffleuse), Irmgard Liebel (Kostüm und Maske), Gerhard Grünewald (Bühne/Technik) und viele weitere Helfer trugen ihren Teil dazu bei.

N-Land Susanne Baderschneider
Susanne Baderschneider