Musik und Gesang im Henfenfelder Wirtshaus

Auf der Sitzweil darf das Bimbäla vo Laaf nicht fehlen

Aus Hirschbach kam das Duo Rudi und Gerald und erheiterte mit dem Akkordeon die Gäste im Wirtshaus in Henfenfeld. Die Sitzweil unterliegt keiner festen Ordnung: Jeder darf spielen, worauf er Lust hat. Das kleine Bild unten zeigt die Röttenbacher Sängerinnen. Fotos: Johann Dechant2013/04/5_2_3_2_20130424_SITZWEIL.jpg

HENFENFELD – Zu einer „Sitz weil“ hatte die Fränkische Volkstrachtengruppe „Hammerbachtal“ nach Henfenfeld ins „Wirtshaus“ eingeladen. Vom Fränkischen Seenland kamen die Röttenbacher Sängerinnen, aus Hirschbach das Duo Rudi und Gerald. Die Gastgeber boten Sänger und Stubenmusik auf.

Im Namen der „Hammerbachtaler“ begrüßte 2. Vorsitzender Jens Durst die Gäste und Musikanten, besonders den Ehrenvorsitzenden Erwin Hauenstein.

Nach einem flotten Auftakt spielten Rudi und Gerald einen gediegenen Walzer. Das Duo mit Akkordeon und Baritonhorn hat sich seit vier Jahren auf Lieder aus Franken und der Oberpfalz spezialisiert, in Vollbesetzung treten sie als „3 mit Kraut“ auf. Das Akkordeon ist für die Leitmelodie zuständig, das Baritonhorn mit seinen sonoren Klängen spielt den Nachschlag.

Als Dreigesang mit Zitherbegleitung treten die Röttenbacher Sängerinnen auf. Die Gruppe gibt es bereits seit 1986, in der jetzigen Besetzung seit 2007. Ihre Lieder spiegeln das Leben der Franken wider, die Texte stammen teilweise auch aus der eigenen Feder. Die Frauen nehmen besonders die Männer mit ihren Untugenden ins Visier und erzeugen damit viel Heiterkeit.

Im Wirtshaus-Saal stellten sie „Heit kumma villa Leit zamm“ fest und besangen den „Nodler mit seim Hennaauch“. Dieses Auge sei eines, mit dem man nicht blinzeln, stattdessen aber winseln könne. Bei „des alde Graffel“ nahmen sie den Frühjahrsputz unter die Lupe. Dann wird umgeräumt, verräumt und ausgeräumt – Letzteres scheitert aber oft daran, dass man manches vom alten Graffel vielleicht doch noch verwenden könne.

Die Resonanz im Publikum bewies, dass sich so mancher in seiner „Sammelwut“ ertappt fühlte. Eine Sitzweil läuft ohne festen Programmablauf ab, die beteiligten Gruppen spielen das, worauf sie Lust haben. Dabei werden auch mal neue Stücke „probiert“ um festzustellen, wie diese bei den Zuhörern ankommen.

Die Stubenmusik der „Hammerbachtaler“ sorgt dabei für leisere Töne. Mit ihren Saiteninstrumenten bringen sie Schottisch, Polka und Landler zu Gehör. Der überschaubare Wirtshaus-Saal bietet hier den Vorteil, dass die Aufmerksamkeit des Publikums größer ist.

Zu einer Sitzweil gehören auch lustige Geschichten und Gedichte. Hier steuerte auch Reinhard Dorn alias „Vinzenz“ seinen Teil bei, der teils in Mundart, teils auf Hochdeutsch stets für Gelächter sorgte.

Das Paradepferd der „Hammerbachtaler“ sind deren Sänger mit einem passenden Repertoire für jeden Anlass. Die sechs Sänger mit Akkordeon- und Mundharmonikabegleitung besangen das „Lerchla“, welches nun sein Nest baut.

Eine Hommage an die Jahreszeit war auch ihr Lied „Weils endli wieder nauswärts gäiht“.

Im Laufe des Abends entstand ein regelrechter musikalischer „Kampf“, den deftigen Liedern der Röttenbacher Sängerinnen folgte alsbald ein anzügliches Kontra der Sänger. Viel Beifall gab es, als das „Bimbäla vo Laaf“ besungen wurde.

Rudi und Gerald eröffneten mit ihren Liedern schon jetzt die Kirchweihsaison. Bald drehten die ersten Tänzer im Saal ihre Runden, andere sorgten mit kräftigem Gurzen für die passende Stimmung.

Beifall gab es für alle Interpreten, die mit ihrem kurzweiligen Programm für einen langen musikalischen Abend sorgten.

N-Land Johann Dechant
Johann Dechant