„Mehrere potenzielle Erwerber“

Frühere Bolta-Werke: Insolvenzverwalter rechnet mit ersten Angeboten von Investoren

Die ehemaligen Bolta-Werke in Diepersdorf mussten zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden.
Die ehemaligen Bolta-Werke in Diepersdorf mussten zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden. | Foto: Archiv/Buchner-Freiberger2026/01/a467909647i0018_max1024x.jpg

LEINBURG - Am letzten Tag des Jahres 2025 hat das Amtsgericht das Insolvenzverfahren über die Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH – die früheren Bolta-Werke – eröffnet. Dies teilt ein Sprecher von Insolvenzverwalter Volker Böhm (Kanzlei Schultze & Braun) mit. Für weitere Gesellschaften der Plastic Manufacturing Group, insbesondere die Standorte Oberlungwitz und Lüdenscheid, steht dieser Schritt noch aus.

An allen drei Standorten werde weiter produziert, heißt es in einer Pressemitteilung. Zwar endet mit den Verfahrenseröffnungen der Insolvenzgeldzeitraum, so dass die Unternehmen die Löhne und Gehälter ihrer Beschäftigten – in Diepersdorf sind es rund 830 – wieder selbst zahlen müssen. Aber dem Insolvenzverwalter ist es nach eigenen Angaben gelungen, „mit den Kunden der Unternehmen Vereinbarungen zur Fortsetzung der laufenden Lieferverträge zu schließen“. Dadurch kann „trotz der schwierigen Ausgangslage auch unter Vollkosten“ gearbeitet werden.

Böhm hält das für „äußerst wichtig“. Wörtlich sagt er: „Zum einen verschafft dies sowohl uns als auch den Kunden Planungssicherheit. Zum anderen haben wir deutlich mehr Zeit für die Suche nach Investoren.“

„Vorsichtig optimistisch“

Der Insolvenzverwalter ist „vorsichtig optimistisch“, dass sich ein Käufer findet. „In den vergangenen Wochen haben mehrere potenzielle Erwerber Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet und prüfen derzeit die Zahlen der Gruppenunternehmen. Inzwischen fanden auch mehrere Besichtigungstermine vor Ort statt“, heißt es. Nun erwarte man „erste indikative Angebote 
von Interessenten, auf deren Basis die Verhandlungen beginnen können“.

Bei allem Optimismus: Die Diepersdorf Plastic Manufacturing Group musste erhebliche Umsatzrückgänge verzeichnen. Hintergrund des Insolvenzantrags im Herbst waren massive Verluste in den vorangegangenen Monaten: „Wie die gesamte Automotive-Branche leidet die Gruppe unter dem rückläufigen Pkw-Absatz in Europa sowie den stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie“. Böhm hält deshalb Restrukturierungsmaßnahmen für „unvermeidlich“.

Wie konkret diese Restrukturierungsmaßnahmen aussehen, wie viele Beschäftigte ihren Job behalten werden – all das steht noch nicht fest. Böhm: „Wir werden die Angebote und Konzepte der potenziellen Investoren auswerten und im Januar über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden.“

Bei den insolventen Gesellschaften handelt es sich um die Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH mit Sitz in Diepersdorf (rund 830 Beschäftigte), die SMK Plastic Manufacturing GmbH mit Sitz in Oberlungwitz (rund 95 Beschäftigte), die Linden Plastics Manufacturing GmbH mit Sitz in Lüdenscheid (rund 120 Beschäftigte), sowie als nicht operative Gesellschaft ohne Beschäftigte die Plastics Germany 1 GmbH. 

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