Fast 41 Jahren Dienst

Abschied in Rummelsberg: „Eine Legende verlässt das Gelände“

Nach fast 41 Dienstjahren bei der Rummelsberger Diakonie verabschiedet Vorstandsmitglied Karl Schulz „einen Menschen mit Herz, Verstand und klarer Haltung.“
Nach fast 41 Dienstjahren bei der Rummelsberger Diakonie verabschiedet Vorstandsmitglied Karl Schulz „einen Menschen mit Herz, Verstand und klarer Haltung.“ | Foto: Lisa Vogel2026/06/q80-f659x131-1024x931-1.webp

RUMMELSBERG – Die Rummelsberger Diakonie hat Diakon Werner Pfingstgraef in den Ruhestand verabschiedet. Nach fast 41 Jahren im Dienst wurde der langjährige Regionalleiter in der Philippuskirche in Rummelsberg offiziell entpflichtet.

„Ein Kreis schließt sich“, sagte Vorstand und Brüdersenior Diakon Peter Barbian in seiner Predigt. „Hier, wo du 1985 eingesegnet wurdest und deinen Dienst als Diakon angetreten hast, nehmen wir heute Abschied.“

Von Anfang an prägte die Begleitung junger Menschen Pfingstgraefs beruflichen Werdegang. Nach einer Ausbildung zum Schlosser folgte sein Entschluss, Diakon zu werden – eine Entscheidung, die ihn nach Rummelsberg führte. Schon während seines Vorpraktikums arbeitete er in einer Jugendhilfeeinrichtung der Diakonie.

Später übernahm er Verantwortung für Auszubildende und Schüler im Jugendhilfezentrum und stellte in Krisensituationen, wie etwa nach einem Brand in einer Wohngruppe, seine Fähigkeit unter Beweis, schnell und lösungsorientiert zu handeln unter Beweis.

Arbeit mit Geflüchteten

Ein besonderes Kapitel seines Wirkens begann 2011, als er die Bereichsleitung für Flüchtlinge und Migration übernahm. Was zunächst ein kleiner Aufgabenbereich war, entwickelte sich mit der Flüchtlingsbewegung ab 2015 zu einem Mammutprojekt: In kürzester Zeit baute die Rummelsberger Diakonie unter seiner Leitung hunderte Wohngruppenplätze für geflüchtete Menschen auf.

Die Reden zum Abschied machten deutlich, welch Spuren Pfingstgraef bei der Diakonie hinterlassen hat. Vorstandsmitglied Karl Schulz würdigte ihn als „echtes Rummelsberger Kind“, das die Werte der Diakonie immer „mit Herz, Verstand und klarer Haltung“ gelebt habe und er ergänzte: „Sie haben junge Menschen immer ernst genommen und ihnen Perspektiven eröffnet“, betonte Schulz.

„Beharrlichkeit und Weitsicht“

Ruth Muschelin von der Regierung Mittelfrankens dankte für seine „Beharrlichkeit und Weitsicht“, die maßgeblich zur erfolgreichen Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter beigetragen habe. Frank Schmidt vom Jugendamt Nürnberg hob die „vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit“ hervor.

Sein Nachfolger Markus Allwang, der die Regionalleitung übernimmt, dankte Pfingstgraef für die gemeinsame Zeit: „An deinem Erfahrungswissen teilhaben zu dürfen, war mir eine große Ehre.“ Zum Abschied überreichte Allwang ihm eine Tasse und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Eine Legende verlässt das Gelände“ – ein Motto, das die Stimmung des Tages perfekt einfing.

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