Überfall auf Laufer Goldschmiede

Zweiter Juwelierräuber zeigt sich geständig

Im Juli 2012 wurde die Goldschmiede Neugebauer in Lauf brutal überfallen. Unser Archivfoto entstand kurz nach der Flucht der Täter. Jetzt wurde der zweite von drei Räubern in Nürnberg verurteilt. | Foto: PZ-Archiv/Fischer2017/12/uberfall-neugebauer-absperrung-3.jpg

LAUF — Im Sommer 2012 überfielen drei Männer das Juweliergeschäft Neugebauer am Kreisverkehr in Lauf links. Der Inhaber wurde dabei brutal zusammengeschlagen. Ein Räuber sitzt bereits seit vier Jahren hinter Gittern. Nun wurde ein weiterer Komplize (44) wegen Beihilfe zum schweren Raub, zur Körperverletzung und zur Sachbeschädigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein Großaufgebot der Polizei rückte am frühen Nachmittag des 12. Juli 2012 aus und suchte nach einem weißen Kia, Modell „Rio“, mit tschechischen Kennzeichen. Zeugen hatten drei Verdächtige beschrieben, die mit Schmuck in den Händen in das Fahrzeug gestiegen und über den Kreisverkehr stadtauswärts in Richtung Altdorf geflüchtet waren.

Kurz zuvor hatten die Männer den Laden an der Ecke Luitpoldstraße/Kreisverkehr betreten. Die Laden­glocke läutete, der Inhaber eilte aus dem Keller in die Geschäftsräume. Bis in den Laden sei er aber nicht gekommen, erinnert sich Neugebauer. Bereits im Büro sei er in einer fremden Sprache angebrüllt und mit einer reizenden Flüssigkeit besprüht worden. Seine Augen brannten, er sah nichts mehr.

Inhaber niedergeschlagen

Aber damit nicht genug: Er wurde brutal geschlagen und ging zu Boden. Mit Kopf- und Schulterverletzungen wurde er später ins Krankenhaus eingeliefert. Lange kämpfte er mit Schmerzen. Die Räuber erbeuten Gold- und Silberschmuck im Wert von rund 25 000 Euro, der Sachschaden an den Vitrinen beläuft sich auf etwa 1000 Euro.

Der Ladeninhaber hat selbst nur einen Täter wahrgenommen. Dass es drei Räuber waren, die gegen 14.15 Uhr fluchtartig den Laden verließen, haben zahlreiche Passanten beobachtet. Einer Augenzeugin kamen die Männer mit tief ins Gesicht gezogenen Schirmmützen und Sonnenbrillen gleich verdächtig vor. Sie fotografierte mit ihrem Handy kurzerhand das spätere Fluchtfahrzeug.
Die Polizei ermittelte daraufhin den Mieter des tschechischen Leihfahrzeugs. Der Mann stand bereits im Januar 2014 vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Der damals 40-jährige Angeklagte tischte dem Gericht eine abenteuerliche Geschichte auf: Er habe sein Auto an zwei Russen verliehen. Er habe mit dem Überfall nichts zu tun. Das glaubten ihm die Richter damals nicht, denn am Tatort wurden DNA-, Hand- und Fingerspuren des einschlägig vorbestraften Mannes sichergestellt. Die zweite Strafkammer verurteilte den Tschechen 2014 zu sieben Jahren und vier Monaten Haft.

DNA-Spuren brachten die Ermittler nun auch auf die Spur eines Komplizen: Die tschechischen Behörden nahmen einen 44-Jährigen fest und lieferten ihn im Juli an die Bundesrepublik Deutschland aus. Nun stand er in Nürnberg vor der 13. Strafkammer.

Der gelernte Maurer aus Kraschowitz im Raum Pilsen gab zu, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Allerdings, das versicherte er glaubhaft, habe er von der Pfefferspray- und Prügelattacke seiner Komplizen nichts mitbekommen. Er belastete seinen nicht geständigen, aber bereits verurteilten Landsmann schwer und nannte auch den Namen des dritten Räubers. Nach diesem wird jetzt gefahndet.

Der 44-Jährige war ursprünglich wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung angeklagt. Nun wurde der vierfache Vater „nur“ wegen Beihilfe zu diesen Straftaten zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Fraglich ist, wie lange der Mann überhaupt haftfähig ist. Er brach vor einigen Wochen in der Untersuchungshaft in Nürnberg zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde ein Hirntumor festgestellt

N-Land Clara Grau
Clara Grau