Verschiedene Techniken

So fühlt sich ein Zimmerbrand an: Feuerwehren übten im Brandcontainer

Im Brandcontainer übten die Atemschutzträger beim Einsatzszenario eines Zimmerbrandes mit einer vermissten Person. | Foto: J. Leißner2022/11/f421a6c4d73b7a9b7fb21f2e081c8feb78230c49_max1024x.jpeg

NÜRNBERG – Atemschutzträger der Feuerwehr übten im Brandcontainer der Berufsfeuerwehr Nürnberg.

Dichter Rauch quillt aus dem Brandcontaineranlage der Feuerwehr Nürnberg an der Feuerwache 4 nahe des Nürnberger Hafens. Zehn Atemschutzgeräteträger von den Feuerwehren Eschenfelden, Achtel, Hirschbach und Auerbach begeben sich freiwillig in die bis zu 600 Grad heiße Anlage. Sie trainieren mit zwei Ausbildern der Berufsfeuerwehr Nürnberg Grundlagen des Atemschutzeinsatzes.

Denn zwei Jahre Pandemie und fehlende Übungen machen sich auch im täglichen Handling der Feuerwehren bemerkbar. Gleichzeitig, aber auch wieder glücklicherweise, fehlt manch jungen Feuerwehrkameraden die Praxis als Atemschutzgeräteträger.

Um die Grundlagen und verschiedene Techniken bei den Aktiven wieder ins Gedächtnis zurück zu rufen, schickten die Kommunen Hirschbach und Auerbach, beide im Inspektionsbereich III des Kreisfeuerwehrverbandes Amberg-Sulzbach, zehn Geräteträger in den Brandübungscontainer. Am Freitagnachmittag opferten die Feuerwehrleute rund vier Stunden ihrer Freizeit für die Möglichkeit in Nürnberg zu trainieren.

Aufwärmen vorab

Bevor es in den Container ging, gab es nochmals kurze Theorieauffrischung der Ampel-Regel und Strahlrohrtraining sowie verschiedenste Varianten der richtigen Türöffnung in einen Brandraum. Anschließend ging es zur Wärmegewöhnung in den gasbefeuerten Container. Mit Schutzkleidung, aber ohne Handschuhe und Helm. Bis etwa 190 Grad ging es noch im Stehen für die Brandbekämpfer.

Der tiefere Schritt Richtung Boden sollte dann die Temperaturschichten in den verschiedenen Höhen des Raumes verdeutlichen. Die Gruppe kniete folglich am Boden und lauschte den Ausführungen des Ausbilders. Danach ging es ausgerüstet mit Maske und Atemschutzgerät wieder in die Anlage.

Rauchgaskühlung geübt

Simuliert wurde mit den Feuerwehrleuten dann mehrmals eine Rauchgasdurchzündung, der sogenannte „Flashover“. Die effektive Rauchgaskühlung mittels einiger Löschtechniken galt es im Handling zu verfestigen.

Als letzte Station an diesem Tag mussten die Teilnehmer jeweils truppweise das Einsatzszenario eines Zimmerbrandes mit einer vermissten Person abarbeiten. Unter absoluter Nullsicht ein wahrer Kraftakt für alle Geräteträger. Denn auch hier soll einem die Anlage die Realität näher bringen: Wie fühlt sich Nullsicht an?

Rund zehn Minuten dauerte die letzte Station. Die fünf Trupps meldeten erfolgreich „Vermisste Person gefunden“ und „Feuer aus“ an den Übungsleiter. Danach waren alle froh, sich ihrer verschwitzen Schutzkleidung entledigen zu können.

Doch auch fürs Ausziehen gibt es Vorschriften und diese wurden befolgt. Denn die Kleidung ist im Ernstfall durch den Ruß kontaminiert und der Feuerkrebs macht auch vor freiwilligen Feuerwehren keinen Halt. Deshalb bildete das sichere Entkleiden der Schutzkleidung den Abschluss der Übung bei den Kollegen in Nürnberg.

Autor: Jürgen Leißner

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