Drastische Einschnitte für Feucht-fröhlich

Schweres Faschingsherz

Feuchts ehemaliger Bürgermeister Konrad Rupprecht hatte beim Rathaussturm 2017 vorübergehend den Durchblick verloren. Ähnliches bleibt Jörg Kotzur in diesem Jahr Corona-bedingt erspart. | Foto: Anita Wilcke2020/11/Feucht-Rathausstrum-Rupprecht-Torte.jpg

FEUCHT – Kein Rathaussturm, keine BR-Aufzeichnung: Die Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich muss viele Events absagen. Präsident Pascal Czerwek sieht in der Pandemie aber auch Chancen und verrät erste Details, was trotz Corona in diesem Jahr noch geplant ist.

Dass die fünfte Jahreszeit in diesem Jahr nicht wie gewohnt zelebriert werden kann, war schon lange abzusehen. Bereits Anfang September, als sich die Corona-Zahlen noch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als aktuell befunden haben, äußerte sich Pascal Czerwek, Präsident der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich, skeptisch. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es für uns schwer, eine Prognose abzugeben. Grundsätzlich steht die Gesundheit und Sicherheit aller Aktiven, Mitwirkenden und potenzieller Gäste und Zuschauer an erster Stelle“, betonte Czwerek vor über zwei Monaten.

Zehn Wochen später, pünktlich zum Faschingsbeginn am 11. November, ist klar: Die Feuchter Karnevalisten müssen in diesem Jahr drastische Einschnitte hinnehmen, vieles von dem, was über die vergangenen Monate und gar Jahre hinweg geplant wurde, kann nicht stattfinden. „Wir hatten trotz der Pandemie einen Rathaussturm geplant, natürlich Corona-konform mit Hygienekonzept und begrenzter Teilnehmerzahl“, sagt Czerwek und ergänzt: „Wir standen dabei in engem Austausch mit Bürgermeister Jög Kotzur, der auch künftig unbedingt an dieser Tradition festhalten möchte. Aber nach reiflicher Überlegung haben wir den Sturm nun abgesagt. Stattdessen wird es nur eine Schlüsselübergabe zwischen dem Bürgermeister und mir, unter Auschluss der Öffentlichkeit, geben.

Keine BR-Aufzeichnung in Feucht

Noch ärgerlicher als der Ausfall der traditionellen, jährlichen Eroberung des Feuchter Rathauses, ist die Absage der geplanten Aufzeichnung „Franken Helau“ mit dem Bayerischen Rundfunk. Ursprünglich hätten am 15. und 16. Januar 2021 die Aufzeichnungen in der Reichswaldhalle stattfinden sollen, geplant war eine Co-Produktion des BR und des Fastnacht-Verbands Franken. „Für dieses Event hatten wir uns bereits vor drei Jahren beworben“, sagt Pascal Czerwek wehmütig. Verständlich, hatte die TV-Sendung im vergangenen Jahr doch 1,6 Millionen Zuschauer an die Bildschirme gelockt.

Schweren Herzens“ habe sich Feucht-fröhlich dennoch für eine Absage entschieden, die Struktur der Veranstaltung habe einfach keine andere Entscheidung zugelassen. „Wir hätten die Veranstaltung ohne Zuschauer und ohne Tanzeinlagen durchführen müssen. Auch das finanzielle Risiko war unter diesen Gesichtspunkten einfach zu hoch“, erklärt der Präsident.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Tür für eine TV-Aufzeichnung aufgrund der Absage von Seiten der Faschingsgesellschaft nicht verschlossen bleibt. „Langfristig hoffen wir natürlich schon, dass wir noch einmal die Möglichkeit bekommen, uns in einer Aufzeichnung des BR präsentieren zu können“, stellt Czerwek klar.

Besondere Zeiten, besondere Ideen

Der Präsident, der von der Pandemie in erster Linie die Kinder betroffen sieht, die „ein ganzes Jahr lang auf die Auftritte hinfiebern und sich darauf vorbereiten“, will sich vom Virus jedoch nicht unterkriegen lassen. So kreierte die Faschingsgesellschaft in den vergangenen Wochen und Monaten notgedrungen „neue Ideen“, um die fünfte Jahreszeit einigermaßen gebühren feiern zu können. „Drei Events haben wir trotz Corona geplant, aber die genauen Informationen dazu wird es dann geben, wenn abzusehen ist, dass sie auch tatsächlich stattfinden können“, will Czerwek keine Erwartungen schüren, die dann eventuell doch nicht erfüllt werden können.

Ein Detail hat sich Pascal Czerwek dann aber doch entlocken lassen: „Die sogenannten Drive-Ins wurden in der Vergangenheit ja immer beliebter. Vom Drive-In, in dem die Menschen Abstriche machen lassen, bis hin zu Drive-In-Gottesdiensten. Ein Event könnte schon in diese Richtung gehen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren