Schwarzenbrucker traf einst die Formel 1-Legende

Mit Niki Lauda am Nürburgring

Der Schwarzenbrucker Willy Distler blättert im Album mit seinen Erinnerungsfotos an Niki Lauda. | Foto: Spandler2019/05/Schwarzenbruck-Willy-Distler-Niki-Lauda.jpg

SCHWARZENBRUCK –  Seit 1975 sammelt der Bäckermeister im Ruhestand, Willy Distler, Autogramme, Fotos und Erinnerungsstücke von Prominenten und ganz besonders von Sportlern. Mit dabei ist auch Niki Lauda, den Distler vor etwa 25 Jahren am Nürburgring kennen gelernt hat. Sein Tod war für den 84-jährigen Distler trauriger Anlass, wieder einmal seine Sammelbücher hervorzuholen und sich an die Begegnung mit der Rennfahrer-Legende zu erinnern.

Als „ganz sympathischen und feinen Kerl“ hat er den Weltklasse-Sportler wahrgenommen, als er ihn im Fahrerlager damals traf. Zeit habe der sich für seine Fans genommen, sich bereitwillig fotografieren lassen, und Distler bekennt heute noch, dass er sehr stolz war, dass der berühmte Motorsportler mit dem roten Käppi ein paar Worte mit ihm wechselte.

Meet and Greet am Nürburgring

Zu der Einladung war er über den damaligen Besitzer des Gsteinacher Rennstalls, Horst Schübel, gekommen. Der hatte wohl die entsprechenden Beziehungen und wusste von Distlers Leidenschaft, zumal der damals kurz vor der Eröffnung seines Sportmuseums im Grundschulgebäude stand.

Willy Distler (links) bei seinem Treffen mit der Rennsportgröße, als er Lauda sein Autogramm-Album entgegenhält. | Foto: Distler2019/05/Schwarzenbruck-Lauda2.jpg

Also ging es zum Rennen und Meet and Greet hinter den Kulissen der berühmten Rennstrecke in der Eifel, wo Lauda 1976 bei dem schrecklichen Unfall mit seinem Ferrari nur äußerst knapp dem Tod entkam. Ein Foto zeigt den Autogrammjäger, wie er Lauda das Album zur Unterschrift entgegenhält, in dem noch heute der Namenszug des Österreichers prangt.

Doch Distler wäre nicht Distler, hätte er nicht die Gelegenheit genutzt, um auch andere Spitzen-Rennsportler zu treffen und um ein Autogramm zu bitten. Nachdem ihn der gebürtige Wiener im Fahrerlager herumgeführt hatte, machte er ihn mit Ayrton Senna bekannt, dem „besten Rennfahrer aller Zeiten“. Ebenso traf er bei dieser Gelegenheit Laudas Kollegen Michael Schumacher, aber auch die „beste Tennisspielerin aller Zeiten“, Steffi Graf.

Motor im Museum

Dem Schwarzenbrucker Horst Schübel hat Willy Distler noch mehr zu verdanken: Der ist auf unbekannte Weise an den Original-Motor gekommen, mit dem Lauda einst Weltmeister wurde. „Ich hab’ da was für Sie“, hat der ihn angesprochen und ihm für sein Museum den Motor geliefert. Damals sind diese Teile zwei bis drei Rennen gelaufen, dann wurden sie ausgewechselt. Also durfte er den Motor im Museum ausstellen, das zu seinem Bedauern aber mittlerweile von der Gemeinde geschlossen wurde. Auch ein Formel-3-Rennwagen von Schübel war dort zu sehen.

Der Original-Motor, mit dem Niki Lauda einst Weltmeister wurde, wird bei der Eröffnung des Museums 1996 begutachtet. Foto: Distler2019/05/Schwarzenbruck-Lauda1-1.jpg

Der Tod des 70-Jährigen hat den Sammler erschüttert. „Schlimm“ findet er dessen Ableben, wenn er daran denkt, dass er ihn ja persönlich kennen und schätzen gelernt hat. Gleichzeitig stellt er aber fest, dass der Formel-1-Pilot ein reiches Leben gehabt habe und so viel erlebt, als wäre er über 100 Jahre alt geworden.

Alben zum Verkauf

Während sich die Exponate seines ehemaligen Museums in einem Nürnberger Depot im Tiefschlaf befinden – darunter Medaillen, Sportgeräte, Kleidung –, sind die Autogramm-Alben noch in seinem Besitz. Mittlerweile sind sie ihm aber zu umfangreich, so dass er daran denkt, diese unschätzbaren Werte zu veräußern. Wer sich dafür interessiert, die Dokumente, Fotos und persönlichen Widmungen von Prominenten aus aller Welt zu erwerben, kann sich an Willy Distler unter der Telefonnummer 09128/12427 wenden.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler