Abschlussfeier an der Mittelschule Schnaittach

Stolz auf ersten Jahrgang mit Mittlerer Reife

47 Schüler feierten ihren Abschluss an der Schnaittacher Mittelschule. Rechts außen Klassleiter Helmut Rachinger, links außen (3. Reihe) 10M-Klassleiter Karl Gottschalk, vorne in der Mitte Rektorin Gabriela Scheicher. Foto: Scholz2015/07/Abschlussschu__ler_Mittelschule_Schnaittach.jpg

SCHNAITTACH — Eine harmonische Feier, kernige Worte und eine historische Zeugnisvergabe: Die Abschlussfeier der Schnaittacher Mittelschule 2015 dürfte in bester Erinnerung bleiben. Denn erstmals verlassen 16 Jugendliche mit dem Mittleren Abschluss in der Tasche die Schule, was entsprechend gewürdigt wurde, und die Quote von 78 Prozent Mittelschülern, die den Quali geschafft haben, ist auch recht hoch.

Die Schule gab bei dem Fest in der Aula insgesamt ein gutes Bild ab. Das lag an den zahlreichen Schülern, die über das Mitwirken in der Schulband hinaus Aufgaben übernahmen, unter anderem Begrüßung, Moderation und Reden, an dem offenkundig sehr guten Verhältnis zwischen Lehrern, vor allem Klassleitern, und Schülern und an den wertschätzenden und ehrlichen Worten, die am Mikrofon gesprochen wurden.

Bürgermeister Frank Pitterlein benannte die eigentliche Besonderheit als Erster: „Wir schreiben heute Geschichte“, sagte er und meinte damit die Abschlussfeier des ersten Mittlere-Reife-Abschlussjahrgangs der Schule. Über das „9+2“-Modell ist dieser Pfad seit 2013 auch in Schnaittach offen. Ein Sonderweg, der sich laut Schulleiterin Gabriela Scheicher auf alle Fälle auszahlt, weil junge Menschen darin ein Jahr länger auf die Mittlere Reife hinarbeiten und zeigen können, was tatsächlich in ihnen steckt.

16 Schülern der sogenannten Klasse 10M, nicht nur aus Schnaittach, sondern zum Beispiel auch aus Happurg, Hersbruck oder Lauf, nutzten diese Chance und bestanden alle die Prüfung. Sieben wollen sogar noch das Fachabitur draufsetzen. Bis zu diesem Punkt war es allerdings ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten, wie bei der Feier deutlich wurde.

Klassleiter Karl Gottschalk, der sich für den ersten Jahrgang mit einem auch für ihn selbst neuen Lehrstoff auseinandersetzen musste, sagte: „Es hat viel Spaß gemacht, außer in den letzten drei Monaten. Da bin ich um vier Monate gealtert.“ Seine Schülerin Christina Zagel, die auch Schülersprecherin war, bestätigte ihn in ihrer Dankesrede: „Das Meisterwerk ist nicht, dass wir bestanden haben, sondern dass Sie uns überstanden haben.“ Sie entschuldigte sich sogar „im Namen der Klasse“. Mehr Wertschätzung für einen gemeinsam gemeisterten Weg geht kaum.

Auch Helmut Rachinger bekam viel Lob („ein sehr cooler Klassleiter“). Zuletzt hatte er mit kräftiger Kollegenunterstützung gleich beide neunte Klassen zum Abschluss geführt. Der eigentlich zweite Klassleiter, Thorsten Reinhardt, war krankheitsbedingt im letzten Drittel des Schuljahres ausgefallen. Rachinger kannte den Jahrgang ohnehin gut. Bis 2014 war der Jahrgang einzügig, der sich dann – so Rektorin Scheicher – „wundersam vermehrte“ und aufgesplittet wurde. Die Neunt- und Zehntklässer waren sich der großen Unterstützung sehr bewusst. Karina Ziegler (9a), Merve Bahar (9a) und Timo Lösel (9b) drückten dies in ihrer Abschlussrede aus, indem sie betont allen Eltern und Lehrern dankten.

Kaum für alle zu verstehen, weil nicht ins Mikrofon gesagt, war ein weiteres großes Kompliment der Rektorin. Als „kolossal fleißig“ lobte sie die scheidende Elternbeiratsvorsitzende Anja Hofmann nach deren Rede. Darin hatte Hofmann die Jugendlichen daran erinnert, auf ihrem weiteren Lebensweg andere Menschen grundsätzlich zu respektieren.

Gabriela Scheicher freute sich in ihrer Rede über das gute Ergebnis der drei Klassen insgesamt. Damit hätten die Schüler die Segel schon einmal richtig gesetzt und auch Kurs gehalten. Dies sei eine Erfahrung fürs ganze weitere Leben – „jetzt weiter so!“ Bürgermeister Pitterlein sagte, eine Prüfung sei jetzt zwar bestanden, aber das Erwachsenenleben ähnele praktisch jeden Tag dieser Situation: Er sprach aus seiner Erfahrung, als er sagte, Entscheidungen treffen zu müssen, sei nichts viel anderes. Und auch er müsse sich auf Termine vorbereiten, habe Lampenfieber und versuche dann das Beste daraus zu machen.

Die Schulbesten

Das Allerbeste haben folgende Schüler daraus gemacht: Carina Baier aus Schnaittach mit dem Notenschnitt 1,61, Karina Ziegler aus Simmelsdorf (2,0), Eva Birkel aus Simmelsdorf (2,05), beim Mittleren Abschluss: Patrice Wilde aus Schnaittach (1,67), Majlinda Gaxherri aus Schnaittach (1,78) und Christina Zagel aus Lauf (1,78).

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