Schulehe ohne Alternative

Keine großen Fans der Mittelschule, aber guter Dinge: Die Bürgermeister Georg Brandmüller und Benedikt Bisping (vorne) setzen ihre Unterschrift unter den Kooperationsvertrag zwischen Lauf und Schnaittach. Mitunterzeichner sind (hinten v. l. ): Klaus Falk, Gabriela Scheicher, Werner Wagner, Cornelia Schindler, Rüdiger Brix, Kurt Sägmüller und Perry Gumann. Foto: Scholz2011/05/21217_New_1304498164.jpg

SCHNAITTACH/LAUF — Nun ist besiegelt, was schon eine Weile beschlossen ist (wir berichteten): Die Laufer und die Schnaittacher Hauptschulen bilden einen gemeinsamen Mittelschulverbund. Die fünf Bürgermeister und die drei Schulleiter setzten jetzt im Rathaus der tausendjährigen Marktgemeinde ihre Unterschrift unter den Vertrag.

Die Kooperation der Gemeinden gilt zunächst für drei Jahre und kann dann mit zwölf Monaten Vorlauf gekündigt werden. So bleibe man flexibel angesichts der Schnelllebigkeit in der Bildungspolitik des Freistaats, merkte Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping an.

Die durchaus kritische Sicht der meisten beteiligten Kommunalpolitiker – Bisping, Georg Brandmüller (Schnaittach), Kurt Sägmüller (Neunkirchen), Klaus Falk (Ottensoos) und Perry Gumann (Simmelsdorf) – auf die bayerische Schulpolitik sollte aber bewusst kein Thema sein beim offiziellen Unterschriftenakt. Eigentlich war sie es aber doch.

Brandmüller erinnerte daran, dass sich niemand die Entscheidung leicht gemacht habe, sich letzten Endes aber alle „zu einem guten Vertrag durchgerungen haben“. Die Kooperation an sich und den Schritt zur Mittelschule bezeichnete er wegen der eindeutigen Weichenstellungen des Kultusministeriums als „alternativlos“. Für Schnaittach sei bei der Entscheidung aber nicht die Rettung des Standortes das Wichtigste gewesen, sondern beste Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Er hoffe, dass die im Vorfeld auch als „Mogelpackung“ kritisierte modernisierte Hauptschule hier einen Fortschritt biete. Es dürfe aber nicht vergessen werden, welche Top-Vermittlungsquote Schnaittach seit Jahren bei der Lehrstellensuche vorweisen kann. Er zweifle, ob sich die Mittelschule daran wird messen können.

Lob für die Zusammenarbeit

Sein Kollege Benedikt Bisping lobte die gute Zusammenarbeit mit Schnaittach, das bei den Verhandlungen die Federführung hatte. Dies sei ein gutes Beispiel für eine lebendige interkommunale Zusammenarbeit. Die Kooperation sei richtig, weil sich viele Eltern und Schüler wegen der besseren Infrastruktur ohnehin „in die Stadt“ orientierten. Dort habe der Ausbau der Ganztagesangebote Priorität und damit würde auch dem Elternwillen Rechnung getragen: Laut Bisping ergab eine Umfrage unter Laufer Eltern, deren Kinder demnächst die Grundschule besuchen, einen Bedarf von 80 Prozent (30 Prozent gaben Fragebögen ab). Bisping wies auch darauf hin, dass den Gemeinden mit der Mittelschule neue Lasten aufgebürdet werden. Mehr Transport von Lehrern und Schülern innerhalb des Verbundes bedeutet mehr Kosten für die beteiligten Kommunen.

Für die Schulleiter sprach Cornelia Schindler (Kunigundenhauptschule) und lobte die Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik: „Wir fühlen uns mit unseren Hoffnungen und Befürchtungen ernst genommen“, sagte sie. Ihren Ausblick auf die Mittelschule formulierte sie bewusst positiv: „Es wird eine sehr spannende Zeit.“

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