Gymnasiastinnen an der Hochschule

„Ohm-Tag“ machte Schülerinnen Lust auf Technik

Wie konstruiert man eine stabile Holzbrücke? Diese Frage setzten die Mädchen praktisch um und durften die Tragfähigkeit gleich im Selbstversuch testen. | Foto: privat2022/04/Ohm-Tag.jpeg

LAUF – Siebtklässlerinnen des CJT-Gymnasiums in Lauf schnupperten an der Technischen Hochschule Nürnberg. Ziel ist es, Mädchen und Frauen für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge zu begeistern.

Schon lange zeigt sich bei technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen das gleiche Bild: Der Frauenanteil ist deutlich geringer als der der Männer. Um dem entgegenzuwirken, besteht schon seit einigen Jahren eine Partnerschaft zwischen der Technischen Hochschule Nürnberg und einigen Gymnasien im näheren Umkreis. Auch das CJT-Gymnasium gehört zu diesem kleinen Kreis, und einige Schülerinnen bekommen jedes Jahr die Möglichkeit, die interessanten Angebote der Hochschule zu nutzen.

Girls only

Der jährlich stattfindende „Ohm-Tag“ richtet sich ausschließlich an Schülerinnen der siebten Jahrgangsstufe und dient einerseits dazu, ihnen die TH Nürnberg vorzustellen, und ihnen andererseits die Scheu vor technischen Inhalten zu nehmen und die Mädchen im besten Fall sogar dafür zu begeistern.

Trotz der Einschränkungen durch Corona hat die TH es in diesem Jahr wieder möglich gemacht, dass Schülerinnen des CJT die Hochschule besuchen konnten. 20 Siebtklässlerinnen, begleitet von den Lehrkräften Johanna Simon und Konrad Heberlein, wurden von Thomas Freimann, dem Dekan der Fakultät Bauingenieurwesen, begrüßt.

Aktuelle Zahlen

Dieser stellte in einem kurzen Vortrag die Fakultät vor und berichtete auch über die aktuellen Studierendenzahlen, den Frauenanteil und die derzeit ausgezeichneten Berufsaussichten im Bereich Bauingenieurwesen.Im Anschluss wurden die Schülerinnen in zwei Gruppen aufgeteilt, um an verschiedenen Workshops teilzunehmen.

Die erste Gruppe wurde vom Professor für Brückenbau in Empfang genommen und bekam eine kurze Einweisung in sein Fachgebiet. Danach durften sich die Schülerinnen selbst daran versuchen eine Holzbrücke ohne Verschraubungen zu errichten. Dabei hatten sie sehr viel Spaß, besonders als es darum ging, die Tragfestigkeit der eigenen Konstruktion zu testen.Experimente

Die zweite Gruppe folgte Dekan Freimann in das Werkstofflabor, um dort Experimente durchzuführen. So wurden eine Belastungsprobe für Stahl, das Finden von Wärmebrücken mithilfe von Infrarotstrahlung sowie das Anmischen von Beton und Druckproben an verschiedenen Materialien durchgeführt.

Nachdem alle Schülerinnen beide Workshops durchlaufen hatten, warteten zwei Studentinnen der TH Nürnberg in einem Hörsaal auf die Mädchen, um Fragen zum Studium zu beantworten. Dabei verließen die Lehrkräfte bewusst den Raum. Dieses Angebot kam so gut an, dass die doppelte der eigentlich veranschlagten Zeit benötigt wurde.

Bei der im Anschluss erfolgten Umfrage meinten einige Schülerinnen, dass sie sich einen technischen Studiengang nun eher vorstellen könnten.

Autorin: Johanna Simon

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