44 bestätigte Influenza-Fälle binnen zwei Tagen im Landkreis

Grippewelle erreicht Höhepunkt

Bei Grippe heißt es: Im Bett bleiben, viel trinken und aufs Fieber achten. | Foto: Thinkstock/Wavebreakmedia Ltd.2017/02/Grippe-Fieber-Thermometer-Thinkstock-Wavebreakmedia-Ltd-494373067.jpg

NÜRNBERGER LAND — Auch im Landkreis grassiert die Grippe. 167 Fälle wurden im Januar gemeldet, 44 davon an den vergangenen beiden Tagen. Dr. Hanspeter Kubin, Leiter des Gesundheitsamts, erwartet, dass die Zahlen bald wieder zurückgehen. Eine Impfung könne aber trotzdem noch sinnvoll sein.

Hohes Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Wen die Influenza erst einmal erwischt hat, fesselt sie oft tagelang ans Bett. Aktuell grassiert die Grippewelle auch im Landkreis Nürnberger Land. 61 Fälle wurden dem Gesundheitsamt allein in der vergangenen Woche gemeldet, gestern und vorgestern waren es 44. „Ab Mitte Januar haben wir gemerkt, dass die Zahl der Grippeerkrankungen erheblich gestiegen ist“, sagt Dr. Hanspeter Kubin vom Gesundheitsamt.

Die Summe von 167 Erkrankungen im Januar übersteigt schon jetzt den Wert von Oktober 2015 bis März 2016 (154). Wobei längst nicht alle Grippefälle gemeldet werden. Kubin geht von einer Dunkelziffer von bis zu 50 Prozent aus. Wenn man also trotz Grippe nicht zum Hausarzt geht oder wenn der Mediziner keinen Test auf Influenza per Abstrich im Mund macht, taucht ein Fall in der Statistik gar nicht auf. Alarmiert ist Kubin aufgrund der Zahlen nicht. Zwar gebe es aktuell besonders viele Fälle, die Meldungen lägen aber im Normbereich. Im Winter vor zwei Jahren, von Oktober 2014 bis März 2015, habe es beispielsweise 231 Grippefälle gegeben. Einen ähnlichen Wert erwartet der Arzt auch heuer.

Bemerkenswert im Landkreis: Während in anderen Regionen Frankens die Grippe in diesem Winter deutlich früher dran war, kann davon im Nürnberger Land keine Rede sein. Von Oktober bis Dezember wurde kein einziger Fall gemeldet.

Bald dürfte die Zahl der Erkrankungen erwartungsgemäß wieder abflachen. Lohnt es sich dann überhaupt noch, sich zu impfen? Der beste Zeitpunkt ist vorbei. „Die sinnvollste Zeit sich zu impfen ist im Oktober, vor dem Beginn der Grippesaison“, erklärt Kubin. Denn bis der Schutz vollständig wirkt, können zwei Wochen vergehen. Eine Spritze in den Oberarm reicht, um monatelang gegen eine Erkrankung gefeit zu sein. Doch weil der Virus oft bis März die Runde macht, kann eine Impfung trotzdem noch sinnvoll sein.

Das komme aber darauf an, wie viel man mit anderen Menschen in Kontakt kommt, sagt Kubin. Wer selbstständig im Home Office an seinem Computer arbeitet, ist kaum gefährdet. Wer täglich mit vielen Menschen zu tun hat, umso mehr. Vor allem, wer schwanger, chronisch krank oder älter als 60 Jahre ist, sollte sich impfen lassen, empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut in Berlin. Husten und hohes Fieber seien belastend für die Schwangerschaft. „Je mehr Leute geimpft sind, umso weniger hat eine Grippewelle eine Chance“, sagt Kubin.


Im kommenden Winter wird aber eine neue Impfung nötig. Denn die Grippeviren verändern sich. Deshalb wird die Zusammensetzung des Impfstoffs Jahr für Jahr angepasst.

Wer sich mit der Grippe angesteckt hat, sollte viel trinken. Wadenwickel senken das Fieber. Wenn es 38,5 Grad übersteigt, sollte man aber auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. „Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers. Ab einer gewissen Höhe wird es für den Menschen gefährlich. Spätestens ab 42 Grad Celsius sollte man ins Krankenhaus“, so Kubin.

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