Aktionswoche des Landesfeuerwehrverbandes

Dank Ortskenntnis sofort zur Stelle

Immer einsatzbereit sind von links Kreisbrandrat Norbert Thiel, Maximilian Fabinger, Norbert Winkler und Philip Deckert vor der Wache der Freiwilligen Feuerwehr Hersbruck. | Foto: Ch.Kayser2020/09/DSC-0533-scaled.jpg

HERSBRUCK – Auch wenn der Tag der offenen Tür der Hersbrucker Feuerwehr dieses Jahr coronabedingt ausfallen musste, die bayernweite Aktionswoche des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) fand dennoch statt. Die HZ sprach mit Kreisbrandrat Norbert Thiel über das Motto „Helfen ist Trumpf“ und die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses.

Welche Trümpfe haben die Feuerwehren denn in der Hand?

Norbert Thiel: Wir sind komplett auf ehrenamtlicher und freiwilliger Basis aufgestellt und das flächendeckend in ganz Bayern. Nicht zu vergessen sind natürlich die sieben Berufsfeuerwehren, die es in Bayern gibt. Zudem ist die Freiwillige Feuerwehr das kostengünstigste Feuerwehrwesen in ganz Europa. Wir haben aufgrund unserer Ortskenntnisse außerdem die kürzeste Hilfsfrist. Ein weiterer Trumpf ist, dass bei uns jeder sein eigenes berufliches Wissen mit einbringen kann, ob er nun Arzt oder Handwerker ist.

Wie sieht die Ausbildung zu Feuerwehrmann oder -frau aus?

Zunächst einmal sollte man Lust und Interesse daran haben. Wenn das der Fall ist, macht man zuerst eine Grundausbildung. Zusätzliche Ausbildungen, beispielsweise zum Bootsführer, Atemschutzgeräteträger oder zum Maschinisten, lassen sich danach jederzeit machen. Nach der Grundausbildung kann man auf freiwilliger Basis Lehrgänge zur Führungsausbildung besuchen.

Gibt es einen optimalen Zeitpunkt, um der Feuerwehr beizutreten?

Je eher, desto besser. Natürlich kann man schon im Kindesalter der Feuerwehr beitreten. Zwischen zwölf und 16 geht die Vorbereitung auf die Grundausbildung los. Natürlich können auch Erwachsene in die Feuerwehr eintreten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden übrigens getrennt ausgebildet.

Die Einsatzzahlen der Freiwilligen Feuerwehr steigen bayernweit. Ist das auch im Nürnberger Land der Fall?

Ja, im Nürnberger Land haben sich die Einsatzzahlen sogar verdoppelt. Wir sprechen von zirka 3500 Einsätzen im Jahr, also rund zehn am Tag. Dieser Anstieg liegt an der besseren Infrastruktur und der dichten Besiedelung.

Was sind die häufigsten Einsätze?

Die häufigsten Fälle sind technische Hilfeleistungen vor allem im Straßenverkehr, aber auch Brände oder Einsätze bei Hochwasser gehören dazu. Auch für Straßensperrungen bei öffentlichen Versammlungen und Umzügen ist die Freiwillige Feuerwehr zuständig.

Wie viele Freiwillige Feuerwehrleute gibt es im Nürnberger Land?

Es gibt rund 4000 Freiwillige verteilt auf 120 Feuerwehren im Nürnberger Land. In Hersbruck gibt es vier Wehren, mit insgesamt zirka 280 bis 300 Ehrenamtlichen.

Interview: Charlotte Kayser

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