Dietmar Bartsch in Lauf

Linke klingeln für mehr bezahlbaren Wohnraum

Der Linken-Fraktionschef im Bundestag, Dietmar Bartsch, zu Besuch bei den Kandidaten für die Landtags- und Bezirks­tagswahl René Wiedmann, Katrin Flach Gomez, Evelyn Schötz. Rechts Kreissprecher David Filgertshofer. | Foto: Krieger2018/10/Linke-Bartsch-Lauf.jpg

LAUF — Bei der Landtagswahl 2013 hatten es die Linken in Bayern nur auf 2,1 Prozent gebracht. Jetzt liegen sie Umfragen zufolge bei 5 Prozent. Der Einzug in den Landtag könnte am 14. Oktober knapp gelingen, weshalb Aufbruchstimmung herrscht, auch im Nürnberger Land, wo in dieser Woche der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, die Kandidaten beim Häuserwahlkampf unterstützte.

Die GBW-Wohnblocks in der Georg-Scherber-Straße haben sich René Wiedmann, Katrin Flach Gomez und David Filgertshofer für den Ortstermin mit dem Chef aus Berlin ausgesucht, der pünktlich in Lauf anrollt, nach Besuchen in Ansbach und anderen fränkischen Städten. Das Thema Wohnen ist eines der zentralen im Landtagswahlkampf 2018, auch die Linke setzt darauf, fordert „bezahlbare Miete statt fetter Rendite“.

Die Affäre um den Verkauf von 33000 Sozialwohnungen der GBW an private Investoren vor fünf Jahren bringt nicht nur im Untersuchungsausschuss immer noch neue Details zutage, sondern eignet sich auch gut als Aufhänger für die Kampagne der Linken vor Ort. Denn sozialer Wohnungsbau ist seit Jahren Mangelware in Bayern, bezahlbarer Wohnraum so knapp wie nie, weshalb die Staatsregierung mit der neu gegründeten „Bayernheim“ in den nächsten Jahren dagegensteuern will.

Kostenexplosion auf dem Mietmarkt

Das aber sei doch eine „Farce“, findet Linken-Kreissprecher David Filgertshofer: Erst verscherble man Sozialwohnungen im fünfstelligen Bereich, nun baue man nicht annähernd so viele wieder neu. Hinzu komme die Kostenexplosion auf dem Mietmarkt: 900 bis 1000 Euro verlange die GBW mittlerweile für eine Vier-Zimmer-Wohnung in Lauf. „Wer soll das bezahlen?“, fragt Landtagsdirektkandidat René Wiedmann aus Beerbach. Bezahlbares Wohnen sei aber nicht nur ein Problem der Kreisstadt, betont Katrin Flach Gomez, die in Diepersdorf wohnt und für den Bezirkstag kandidiert. „Auch bei uns sind die Preise bald unerschwinglich“.

Gleich im ersten Wohnblock fühlen sich die Linken bestätigt: Eine junge Frau, die sich über den Besuch freut, klagt über den Anstieg der Miete in den letzten Jahren. „Die Mietpreisbremse war nicht erfolgreich“, kritisiert Fraktionschef Dietmar Bartsch. Doch nicht um dieses Thema gehe es der Partei, sondern um mehr sozialen Ausgleich generell, „der ist auch in Bayern notwendig“. Für die Linke stehe diesmal „viel“ auf dem Spiel, weiß der 60-Jährige, „wir haben eine echte Chance“. Er verspricht: Komme die Linke in den Landtag, werde sie in der Opposition die sozialen Themen aufs Tablett bringen. „Man kann da schon was bewegen“. Er sei im Übrigen stolz auf die engagierten Kandidaten im Landkreis: „Die machen das hier ganz großartig.“

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger