Edelweißhütte am Deckersberg

Ein Lernort in der Natur

Seit knapp 40 Jahren leitet das Jugendfreizeitwerk Nürnberger Land die Edelweißhütte in Happurg. | Foto: M. Gundel2021/04/DSC-0828.jpeg

HAPPURG (jg) – Das Jugendfreizeitwerk Nürnberger Land leitet seit dem 7. April 1982 die Edelweißhütte in Deckersberg. Die kommenden Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen sind geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, wecken aber auch viel Hoffnung für die Zukunft.

Von Anfang an sei die Edelweißhütte in Deckersberg als Lern- und Erfahrungsraum gedacht. Vor allem für Kinder und Jugendliche, auch mit Behinderungen. „Daran hat sich auch nach 40 Jahren nichts geändert“, erklärt Jens Durst, erster Vorsitzender des Jugendfreizeitwerks. Der Verein und seine 200 Mitglieder feiern nächstes Jahr das 40-jährige Bestehen. Gemeinsam mit dem Kreisjugendring wird seitdem die Edelweißhütte für gemeinnützige Zwecke genutzt. „Gegründet wurde das Jugendfreizeitwerk aus rechtlichen Gründen, weil der Kreisjugendring keine Gebäude besitzen darf.“

Pädagogisches Konzept

Die Edelweißhütte sei seit den 80er Jahren ein wichtiger Anlaufpunkt für die Jugend aus dem Nürnberger Land. Die große Besonderheit ist deren breitgefächertes Angebot. „Unter der Woche kommen oft Schulklassen und am Wochenende wird die Einrichtung sowohl von privaten Familien, als auch von Vereinen wie zum Beispiel Feuerwehren oder dem Roten Kreuz genutzt“, erzählt Durst. Der Fokus liege aber immer auf der Jugendarbeit.

Direkt angrenzend befindet sich eine Gaststätte, die seit dem letzten Jahr ebenfalls vom Jugendfreizeitwerk geleitet wird. Diese sichere nicht nur die Verpflegung der Schulklassen, sondern ist für die Allgemeinheit geöffnet. „Das ist eine unserer Einnahmequellen, weil wir fast alle ehrenamtlich arbeiten.“ Neben der Unterkunft und Verpflegung sei das vom Kreisjugendring angebotene Programm ein Grundpfeiler der Edelweißhütte. „Die Kernaktionen sind das jährlich stattfindende Zeltlager und unser Inklusionslauf“, so Durst. Diese Events seien nicht nur für Kinder und Jugendliche aus der Region gedacht, sondern bundesweit und teilweise international. Daneben veranstalte man auch viele Feste, vor allem zur Weihnachtszeit. Diese seien sehr wichtig, um Spenden für laufende Kosten, Renovierungen und Planung zu sammeln.

Guter Sommer

„Da hat uns Corona einen spürbaren Strich durch die Rechnung gemacht!“ Das Schullandheim sei nun schon seit einem Jahr für Klassen geschlossen und das Kernklientel fehle seit Februar 2020 komplett. Einzig die Gaststätte habe zwischen Juli und Oktober vergangenen Jahres öffnen können. Das Jugendfreizeitwerk habe für die Gaststätte und gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Lauf für das Schullandheim jeweils ein Hygienekonzept entwickelt. „Dank der vielen Ausflügler und Stammkunden lief der letzte Sommer zum Glück überdurchschnittlich gut“, erklärt Jens Durst.

Außerdem habe das Sozialministerium die Edelweißhütte mit 10 000 Euro für das Jugendhaus unterstützt. Das war „bitter nötig“, weil die staatliche November- und Dezemberhilfe erst mit großer Verspätung im März angekommen sei. „Vor allem der Dezember hat richtig weh getan, weil weder Weihnachtsfeiern noch Werbung möglich waren und viele damit einhergehende Einnahmen einfach gefehlt haben!“

Inklusion und neues Haus

Für die Zukunft habe das Jugendfreizeitwerk trotzdem ambitionierte Pläne. Einer davon sei der Bau neuer Häuser auf dem Grundstück. Die notwendige Bauvoranfrage sei bereits vor der Pandemie genehmigt worden, nur die Entwässerung müsse noch geklärt werden. Das Jugendfreizeitwerk befinde sich seitdem in der Planung. „Das jetzige Haupthaus hat 28 Betten und wir planen mehrere kleinere Hütten mit insgesamt 40 neuen Betten“, erzählt Durst. Einerseits kam diese Idee auf, weil die Schulklassen immer kleiner werden und man somit Heiz- und Reinigungskosten sparen könne. Andererseits seien diese kleineren Hütten in Hinsicht auf die Corona-Hygieneregeln weitaus dienlicher.

Daneben plane das Jugendfreizeitwerk außerdem einen Inklusionsbetrieb. Dieses neue Konzept solle gemeinsam mit der Lebenshilfe Nürnberg umgesetzt werden. „Das Ziel ist, Arbeitsplätze außerhalb von Behindertenwerkstätten zu schaffen, ein gemeinsames Programm zu entwickeln und Familien mit Kindern mit Behinderungen einen vergünstigten Urlaub auf der Edelweißhütte zu ermöglichen“, erklärt Durst. Eine barrierefreie „Edelweißhütte 2.0“ sei geplant. Bisher werde dieses neue Konzept von allen Seiten und Beteiligten gut angenommen. Unterstützer seien bis jetzt unter anderem „Aktion Mensch“, „Sternstunden“ des BR und externe Firmen, die vor allem Sachspenden tätigen.

Bitte um Unterstützung

Bis dahin seien aber noch viele Punkte zu beachten. „Hohe Kosten müssen gedeckt werden, wie zum Beispiel der teure, aufwendige und notwendige Anschluss an das öffentliche Kanalnetz und der behindertengerechte, barrierefreie Umbau unserer Anlage.“ Dafür seien neben monetärer Unterstützung auch viele ehrenamtliche Helfer nötig. Ohne eine Öffnungsperspektive und Mithilfe seien diese neuen Ideen nur schwer umsetzbar. „Noch sind wir nicht pleite, aber ein weiteres Jahr mit derartigen Ausfällen könnte sehr schwer für den Verein werden“, erläutert Durst.

Jens Durst hat nur einen Wunsch zum 40. Geburtstag des Jugendfreizeitwerks: eine Zukunft für die Edelweißhütte. „Es ist momentan sehr traurig ohne die herumtollenden Kinder!“ Daher bittet der Verein um ehrenamtliche Helfer und Spender, damit alle geplanten karitativen Ideen und Konzepte umgesetzt werden können. Der Verein wolle sich weiterhin für die Jugendarbeit und alle Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen, komme was wolle. „Das Glück ist für alle da!“

Näheres, Kontakt und Unterstützung unter www.die-edelweisshuette.de, Spendenkonto des Jugendfreizeitwerk Nürnberger Land mit IBAN: DE50760501010240280453.

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