Wirbel um Laufer Fischmarkt

Gibt es heuer Matjes am Marktplatz?

Bürgermeister Bisping und Fischhändler Thorsten Niebuhr bei der traditionellen Matjes-Verkostung zum Auftakt des Laufer Fischmarkts. Nachdem kurzzeitig eine Absage der Veranstaltung im Raum stand, will der neue Ausrichter Georg Bernhard den Markt im Frühjahr nun doch noch stemmen. | Foto: PZ-Archiv2020/01/fischmarkt-lauf-bisping-isst-fisch.jpg

LAUF – Findet der Laufer Fischmarkt in diesem Jahr statt? Laut einem Eintrag auf der Facebook-Seite „Fischmarkt Lauf“ sollte die Veranstaltung abgesagt werden, „wegen zu hoher Auflagen und Kosten“, hieß es. Dies wurde inzwischen jedoch gelöscht. „Wir kriegen den Markt hin“, sagt der neue potenzielle Organisator Georg Bernhard.

Der Eintrag im Internet sei schlicht „eine Fehlinformation“ gewesen, bedauert Bernhard, der seit vielen Jahren den Nürnberger Fischmarkt ausrichtet und Vorsitzender des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und Schausteller (BLV) in Nürnberg ist.

Die Standbetreiber für Lauf stünden bis auf ein, zwei Ausnahmen bereit, darunter auch das „Zugpferd“ der viertägigen Veranstaltung auf dem Marktplatz, die Familie Niebuhr aus Hamburg mit ihrem Fischverkauf. Man müsse allerdings noch mit den Verantwortlichen bei der Stadt Lauf sprechen, was bisher daran gescheitert sei, dass der zuständige Mitarbeiter länger nicht im Dienst war.

Laufer Fischmarkt – kommt er oder kommt er nicht?

Zustande kamen die Irritationen wohl vor allem dadurch, dass Armin Grauberger, der den Fischmarkt in den letzten zwei Jahren organisiert hatte, heuer nicht mehr zur Verfügung steht. Er habe einfach keine Zeit mehr, sagt Grauberger.

Aber auch die steigenden Auflagen hätten es ihm schwer gemacht, räumt er ein. „Ich muss die Kosten für Sicherheit, Gema, Werbung und so weiter als Platzgeld auf die Standbetreiber umlegen“, erklärt er. Bei nur 20 „Bestückern“, die zum Großteil weite Anreisen und damit ohnehin hohe Ausgaben hätten, sei irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.

In diesem Jahr hätte Grauberger laut eigener Aussage auf Anordnung der Laufer Stadtwerke außerdem einen neuen, leistungsfähigeren Stromkasten installieren müssen, dafür wären Kosten von 5000 bis 7000 Euro angefallen. „Ich bin bisher eh null auf null aus der Veranstaltung rausgegangen“, sagt der Fürther. Zusätzliche Kosten hätte er nicht mehr schultern können.

Neues Konzept für Fischmarkt in Lauf

Jürgen Wild, Landesgeschäftsführer des BLV in München und in Hersbruck beheimatet, ist trotzdem optimistisch, dass der Fischmarkt Ende Februar/Anfang März wieder auf die Beine gestellt werden kann. Das sei erst einmal das Hauptziel, die Stadt Lauf habe ihre Kooperation zugesagt. Mittelfristig denke man über ein neues Konzept für die Veranstaltung nach. Außerdem wäre den Schaustellern und Organisatoren ein späterer Termin im Frühjahr lieber. „Wenn es nicht mehr so kalt ist, kommen mehr Besucher.“

In den ersten fünf Jahren war der Fischmarkt vom Verein „IGLU“, einer Interessengemeinschaft der Laufer Unternehmer veranstaltet worden. Sprecher Thomas Giering wollte damals zur Steigerung der Attraktivität einen verkaufsoffenen Sonntag parallel zur Veranstaltung, was der Stadtrat 2012 mehrheitlich abgelehnt hatte.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger