Jabs erhält Willy-Brandt-Medaille

Kurz vorm Paradies

Marcel Schneider (links) und Jörg Kotzur gratulieren Inge Jabs zu ihrer Auszeichnung. | Foto: Tanja Hofbauer2020/01/Feucht-SPD-Jabs-Schneider-Medaille-online.jpg

FEUCHT – Marcel Schneider überrascht Inge Jabs beim Neujahrsempfang der SPD in der Reichswaldhalle. Die Chefin der Feuchter Sozialdemokraten erhält am Samstagabend die höchste Auszeichnung ihrer Partei, die Willy-Brandt-Medaille.

Kurz bevor Alfred Mittermeier sein Kabarettprogramm „Paradies“ präsentiert, betritt Marcel Schneider die Bühne der Reichswaldhalle. Im Gepäck hat er die Willy-Brandt-Medaille. Die Medaille ist die höchste Auszeichnung, mit der die SPD Mitglieder ehrt, die sich in besonderer Weise für die Sozialdemokratie eingesetzt haben.

„Heute ehren wir eine besonders verdiente Persönlichkeit der Marktgemeinde Feucht – Frau Inge Jabs“, sagt Schneider. Bis zu diesem Zeitpunkt ahnungslos und somit völlig überrascht, nimmt Jabs die Hände vors Gesicht. Sie kann es kaum fassen. Schneider fährt mit seiner Laudatio fort. Er lobt ihr großes Engagement für die Bürger, für die Belange der Marktgemeinde und die großen Verdienste für die SPD.

Seit 1995 engagiert sich Jabs in der SPD. Zwei Jahre später wird sie Mitglied im SPD-Ortsvorstand. Seit 1999 gehört sie dem Marktgemeinderat an. 2002 tritt sie als Bürgermeisterkandidatin an, setzt zwölf Jahre lang Akzente als Fraktionsvorsitzende in Feucht und Kreisrätin im Nürnberger Land. Besonders verdient macht sich Jabs als Politikerin bei dem Erhalt der Munahäuser. Die Gründung der Wohnungsgenossenschaft Waldsiedlung macht es den Mietern möglich, ihr Zuhause zu behalten.

Im AWO-Ortsverein engagiert sie sich viele Jahre als stellvertretende Vorsitzende, aktuell als Beisitzerin. Sie singt im Gesangverein Feucht und hilft seit Jahren in der Verwaltung des Vereins. Zudem hat sie beim Verein für Gartenbau und Landschaftspflege das Amt der Kassenprüferin inne.

„Es war ein Knaller“

Schneider lobt ihren großen Einsatz bei verschiedenen Wahlkämpfen im Ortsverein, im Landtags- und Bundestagswahlkampf. Schneider sagt: „Für ihren überragenden Einsatz für unsere Partei, sowie ihr jahrzehntelanges Wirken für die Bürger der Marktgemeinde und im Nürnberger Land, wird Inge Jabs heute mit der Willy-Brandt-Medaille, der höchsten Auszeichnung der SPD geehrt.“ Jabs selbst ist immer noch baff: „Ich freue mich riesig! Mit so etwas kann man nicht rechnen.“ Später sagt sie über die Überraschung: „Es war ein Knaller. Ich habe nichts davon gewusst.“

Zuvor hatte Jabs beim Neujahrsempfang über die Arbeit der SPD im vergangenen Jahr berichtet. Als Erfolg verbuchte sie die Grundsteinlegung des Gottfried-Seiler-Hauses. Für dieses Projekt habe sie sich seit 1996 eingesetzt. Als erfreulich bezeichnete sie außerdem die Inbetriebnahme der Kindertagesstätte des ASB an der Sternstraße, die Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße und den Bau des Moosbacher Dorfladens, dessen Geschäftsführung der SPD-Bürgermeisterkandidat Jörg Kotzur übernimmt.

Zäh gestalte sich hingegen die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans. Es müsse zwischen Naturschutz und der Schaffung von neuem Wohnraum abgewogen werden. Deshalb sei die Partei gegen die Bebauung einer Wiese und eines Waldstücks in Moosbach. Jedoch könne sie sich vorstellen, das Waldstück am Josef-Schlosser-Weg als Bauland auszuweisen, wenn sichergestellt sei, dass darauf bezahlbare Mietwohnungen entstehen.

Uli Grötsch, Generalsekretär der Bayern-SPD, spricht als Ehrengast in Feucht. Im Mittelpunkt des Abends aber steht Inge Jabs. Foto: Tanja Hofbauer2020/01/Feucht-SPD-Groetsch-online.jpg

Wie es mit dem Klimaschutz weitergehe, sei ungewiss. Die CSU und die Kleinen hatten Anträge von SPD und Grünen zweimal abgelehnt. „Es bleibt spannend, ob die CSU, nachdem ihr Bürgermeisterkandidat plötzlich den Klimaschutz entdeckt hat, ihren Meinungswandel durchhält und ihm Taten folgen lässt.“

Als Ehrengast des Neujahrsempfangs sprach SPD-Generalsekretär Uli Grötsch. Er geht von einem „nicht einfachen“ Jahr für seine Partei aus und nannte die Grundrente als das Thema des Jahres 2020.

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N-Land Tanja Hofbauer
Tanja Hofbauer