Neujahrsempfang der Feuchter CSU

Faschingsorden für den CSU-General

CSU-Ortsvorsitzender Alexander Hommel überreicht einen schmackhaften Feuchter Gruß an den General zum Dank für seine Rede. | Foto: Spandler2019/02/Feucht-Blume1.jpg

FEUCHT – Was haben der fränkische Fasching in Veitshöchheim und der Neujahrsempfang der Feuchter CSU gemeinsam? Richtig: Sie sind unterhaltsam und packen politische Themen an, sogar richtig heiße. Und die Protagonisten bekommen tatsächlich einen Faschingsorden.

Auch wenn Neujahr schon ein paar Wochen zurückliegt, hat sich CSU-Generalsekretär Markus Blume die guten Vorsätze zum Thema genommen als Hauptredner beim Jahresempfang der Christsozialen in der Zeidler-Gemeinde. Ihm sei bewusst, dass sich manche gar nicht mehr an die erinnern, die sie am 1. Januar gefasst haben, deshalb sei es wichtig, sie sich immer wieder ins Bewusstsein zu rufen oder auch den ein oder anderen dazuzupacken. Dies war der Tenor der Ansprache, die sich um moderate Kritik am Koalitionspartner bemühte, aber vor allem auf die Erfolge der vergangenen Jahre und die Bedeutung der anstehenden Europa-Wahlen verwies, immerhin hielt Listen-Kandidatin Marlene Mortler eingangs ein Grußwort.

Europaparlaments-Kandidatin, Bundestagsabgeordnete und Drogenbeauftragte Marlene Mortler (links), im Hintergrund Oliver Siegl, der CSU-Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat für die kommenden Kommunalwahlen. | Foto: Spandler2019/02/Feucht-Blume2.jpg

Zuvor aber dankte Blume seinen Vorrednern, neben Mortler Bürgermeisterkandidat Oliver Siegl und dem CSU-Ortsvereinsvorsitzenden und Organisatoren Alexander Hommel, die die Veranstaltung mit interessanten Gedanken eingeläutet hatten. Als „Jahr der Zuversicht“ würde er 2019 gern deklarieren angesichts der bestehenden und herbeigeredeten Katastrophen.

Bayern geht es gut

Uns in Deutschland und Bayern geht es doch unglaublich gut, fand er, wenn man Vergleiche mit England, Frankreich oder Italien anstellt. Dabei führte er die Rekordbeschäftigung in Bayern an und mit Blick auf MdL Norbert Dünkel die hervorragende Situation der öffentlichen Haushalte im Freistaat. Deshalb solle man sich, seinem Motto entsprechend, nicht in eine „Krise hineinreden“ lassen.

Gleichwohl sei das aktuelle Jahr ein Jahr der Entscheidung in vielerlei Hinsicht, weswegen man unbedingt dafür sorgen müsse, dass der Koalitionsvertrag auch umgesetzt werde. Kritik gab es in diesem Zusammenhang an der SPD, die durch ihre jüngsten Gesetzesvorschläge auf Bundesebene den eben zitierten wirtschaftlichen Erfolg gefährde. „Nicht zustimmen“ werde man derartigen Vorschlägen und anderen „selbstzerstörerischen“ Ansätzen, bekräftigte der 44-Jährige, und brachte stattdessen einmal mehr die Abschaffung des Solidaritätszuschlags aufs Tapet.

Mit Blick auf den 26. Mai stellte er die wichtige Frage: „Wie geht’s weiter mit Europa?“ Es handle sich nicht mehr um Vorschläge, wie man die Union noch besser machen könnte, sondern darum, ob Europa überhaupt Bestand habe: „Man hatte doch noch nie so sehr das Gefühl, dass es auf Europa ankommt, wie jetzt!“, gab er zu bedenken und widmete sich der Rolle der EU bei den Themen Wirtschaft und Sicherheit.

„Wer soll denn sonst für unsere Sicherheit an den Außengrenzen sorgen, den Wohlstand sichern?“, fragte er in den Raum und zitierte die Kanzlerin mit Blick auf die USA, die erst vor kurzem betont hatte, die Zeiten, in denen man sich auf andere verlassen konnte, seien vorbei. Aus diesem Grund warb er vehement für die „historische Chance“ im Mai Brüssel „ein Stück bayerischer“ zu machen, und dachte dabei nicht allein an Marlene Mortler, sondern auch an den EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber, der beste Chancen habe, EU-Kommissionspräsident zu werden.

„Jahr des Zusammenhalts“

2019 solle aber nicht allein das Jahr der Zuversicht, sondern auch das des Zusammenhalts werden, setzte er einen weitere Schwerpunkt in seiner engagiert vorgetragenen Rede. Zu oft werde das Trennende statt das Verbindende hervorgehoben, klagte er und erläuterte dies anhand des Volksbegehrens zum Erhalt der Artenvielfalt. Man zeige hier zu oft nur auf eine Volksgruppe, nahm er die Landwirtschaft in Schutz, man müsse aber auch auf sich selbst schauen, so Blume. Daher lobte er den Ansatz der Bayerischen Staatsregierung, die sich nun mit vielen Beteiligten an einen Tisch gesetzt habe, denn hier stünde ein Thema im Mittelpunkt, „das uns alle angeht“.

Als Dank für seine Ausführungen übergab ihm Ortsvereinsvorsitzender Alexander Hommel abschließend einen Korb mit regionalen Köstlichkeiten und Franz „Mecki“ Binder, der Ehrenvorsitzende des Fastnachtsverbands Franken, den Jahresorden der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich. Umgehängt wurde die Auszeichnung mit den traditionellen Übergabe-Küsschen von Sonja Schneider, die gestern ihren ersten Hochzeitstag feiern durfte.

Marlene Mortler hatte zuvor die biblische Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach“ angesichts der Anwesenheit des evangelischen Pfarrers Roland Thie in ihrem Grußwort zum Motto gemacht. In Anbetracht der bevorstehenden Europawahl sei dies ein wunderbarer Auftrag, der helfen könnte, allen klar zu machen, was durch diese Wahlen auf dem Spiel steht.

Ebenfalls auf diesen wichtigen Termin war in seiner Begrüßungsansprache zuvor Ortsvereinsvorsitzender Hommel eingegangen, der die traditionell schlechte Wahlbeteiligung für das Europa-Parlament thematisierte und auf die lange Friedenszeit in Europa verwies, die aus seiner Sicht mit der „institutionalisierten Kooperation demokratischer Staaten in der EU“ zu tun hat. Wie wichtig deren Bedeutung angesichts der aktuellen politischen Weltlage ist, umriss er in prägnanten Sätzen: „Die EU steht für Frieden und Menschenrechte“ und die „Einheit in der Vielfalt ist Europas große Stärke“, zeigte er sich überzeugt. Den Markt Feucht hatte zu Beginn des Empfangs CSU-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeister-Kandidat Oliver Siegl vorgestellt.

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