Katja Deseler will in Feucht eine Waldspielgruppe aufbauen

Die Natur ist stets im Fokus

Ferienkinder haben ein Mobile aus Laub, Zweigen und Fichtenzapfen gebastelt. Die Kleinen sollen nur Naturmaterialien zum Spielen verwenden.2014/11/feuchterlebnispaedagogin1_New_1416583201.jpg

FEUCHT – Eine Waldspielgruppe für Kinder ab drei Jahren zu gründen, das ist der Traum von Katja Deseler. Sie hat bereits ein Grundstück am Waldrand gepachtet und einen Bauwagen erhalten. Doch der macht ihr jetzt unerwartet Probleme.

Vor der Tennishalle stehen die Autos von Spaziergängern, von diesem Parkplatz schlängelt sich ein matschiger Weg in den Lorenzer Reichswald. Nach wenigen Metern: ein grüner Bauwagen, mit Graffiti besprüht. Löwenzahn-Romantik am Waldrand. Katja Deseler, die als Kinderpflegerin und Tagesmutter arbeitet, marschiert auf den Bauwagen zu, ihre vierjährige Tochter Mika an der Hand. Die 36-Jährige schließt die Tür auf, drückt mit ihren Fingern auf den Boden, er gibt nach. Der Boden muss komplett raus, weil er Feuchtigkeit gezogen hat. Dafür muss Deseler Geld sparen. Der Bauwagen ist unabdingbar für ihr Projekt, denn dorthin können sich die Kinder bei schlechtem Wetter flüchten.

Katja Deseler will eine Waldspielgruppe auf die Beine stellen. Schon mehrmals hat sie beim Ferienprogramm des Marktes Feucht mitgemacht, immer mit naturpädagogischen Angeboten. Das hat sie auf die Idee gebracht. Für fünf Jahre hat sie den Grund am Waldrand von den Bayerischen Staatsforsten gepachtet, der Bauwagen stammt aus Fischbach, der Feuchter Bauhof half ihr beim Transport.

„Jeder darf hier Sachen aufbauen und stehenlassen“, sagt Deseler. Ein paar Meter vom Bauwagen entfernt tummeln sich Baumstämme um eine hölzerne Tischplatte auf einem Baumstumpf, das „Waldsofa“, wie es Katja Deseler nennt. An Bindfäden, gespannt zwischen den Bäumen, hängen Naturmaterialien, ein Stück weiter können die Kinder in einem Steinfühlgarten die Natur hautnah spüren.

„Die Kinder haben in ihrem Alltag so viel Unnatürliches“, sagt die Feuchterin. Deshalb gibt es bei den „Elfenkindern“, so soll die Waldspielgruppe zukünftig heißen, auch keine Plastikschaufeln im Sandkasten. Das naturnahe Spielen soll im Vordergrund stehen. Bis zu fünf Kinder darf Deseler in einer Gruppe betreuen, sie will die Stunden immer samstags anbieten. Jedes Mal soll es ein anderes Thema geben, zum Beispiel Indianer. Die Kinder können Indianerschmuck basteln und Tipis bauen. Deseler hat zahlreiche Ideen: Sie möchte mit den Kindern auch die Tier- und Pflanzenwelt des Waldes erkunden, Mandalas aus Naturmaterialien auf dem Boden legen, den Kleinen andere Völker näherbringen. Das Wissen über die Tiere und Pflanzen hat sie sich selbst angeeignet. Sie interessiert sich schon immer für die Natur. „Wenn man rausgeht, vergisst man die Zeit“, sagt sie.

Sie will ein Angebot schaffen, das die Kinder weg vom Computer hinein in die Natur lockt. Ihr Ziel ist es, dass die Kinder beginnen, sich mit dem Wald zu beschäftigen, auf Spielideen will sie direkt eingehen. „Die Gruppe soll angeleitet, aber frei sein.“ Die Kleinen hätten schon genügend Verpflichtungen im Alltag.

Katja Deseler würde gerne einen Verein gründen, der als eingetragener e.V. einen richtigen Waldkindergarten trägt. Dafür sucht sie noch Mitstreiter. Fände sich allerdings ein öffentlicher Träger, würde das die Sache wohl noch vereinfachen. Doch alles steht und fällt mit dem Bauwagen. Ist der auf Vordermann gebracht, kann sie noch tiefer in das Projekt einsteigen. Wer sie unterstützen oder nähere Infos möchte, kann sich an sie wenden unter Telefon 0176 95425695 oder per E-Mail [email protected]

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