NÜRNBERGER LAND/RÖTHENBACH (fi) — Landrat Helmut Reich ist ein offener, ehrlicher und fröhlicher Mensch. Fast zu harmoniesüchtig manchmal und ein Menschenfreund im besten Sinne. Bei seiner „Abschieds-Gala“ in der Röthenbacher Stadthalle, zu der über 250 hochrangige geladene Gäste gekommen waren, lernte man nun, am Ende einer eindrucksvollen Politiker-Karriere, eine für die meisten ehe unbekannte Seite kennen. Der Heuchlinger, der jeden Spaß mitmacht, der gerne in der Öffentlichkeit steht, dem kein Fest zu viel ist und keine Verhandlung zu verzwickt, dieser Helmut Reich war sichtlich gerührt, hatte glänzende Augen und fast versagte die Stimme, als alle Gäste im Saal aufstanden und ihm am Ende seiner Rede stehend applaudierten. Schnell rettete sich der Profi ans Mikrofon und überreichte seinen Damen, von den Sekretärinnen bis zum Ehefrau, Blumensträuße.
Vorausgegangen war der Abschiedsrede ein nicht enden wollender Einmarsch der Gäste mit Geschenken, vorbei am Ehepaar Helmut und Gertrud Reich, die viele mit herzlichen Umarmungen begrüßten. In der mit allen Wappen der 27 Kreisgemeinden geschmückten Heinrich-Diehl-Halle. Vorausgegangen waren Musikstücke, die Begrüßung der Gäste und die Würdigung des Landrats durch seinen Stellvertreter Norbert Dünkel sowie vier weitere kurze und kurzweilige Ansprachen. Und hinterher kamen ein Auftritt des TSV-Spielmannzuges und ein Überraschungs-Showblock mit den Tänzerinnen von „Just for Fun“ die Helmut Reich in ihrer Westernshow zum Sheriff machten. Und ganz zum Schluss gab es ein Büfett für alle. Stellvertretender Landrat Norbert Dünkel, der nicht nur die Organisation der Verabschiedung mit übernommen hatte, sondern auch alle Disharmonien der Wahlkampfwochen hinten anstellte und die Abschiedsrede für seinen Chef hielt, zollte Reich persönlich, im Namen des Kreistages und für alle Ehrgäste „Respekt für deine berufliche Leistung“.
Persönlich habe er ihn als zuverlässigen und treuen Sachwalter des Landkreises und seiner Bürger kennen- und schätzen gelernt. Reich habe sich immer bemüht, das Beste zu erreichen, er hatte stets ein offenes Ohr, trat Menschen aufgeschlossen gegenüber, hatte Verständnis für die Bürgeranliegen, wodurch es ihm gelang, eine Vertrauensbasis in der Bevölkerung zu erwerben. Helmut Reich habe sich in vorbildlicher Weise in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt. „Du bist daher hoch geschätzt und geachtet. Es ist dir fast immer gelungen übe alle Parteigrenzen hinweg Schwierigkeiten und Hürden zu überwinden und die Dinge zu einem erfolgreichen Ende zu führen“. Persönlich habe er ihn als zuverlässigen und treuen Sachwalter des Landkreises und seiner Bürger kennen- und schätzen gelernt. Reich habe sich immer bemüht, das Beste zu erreichen, er hatte stets ein offenes Ohr, trat Menschen aufgeschlossen gegenüber, hatte Verständnis für die Bürgeranliegen, wodurch es ihm gelang, eine Vertrauensbasis in der Bevölkerung zu erwerben.
Helmut Reich habe sich in vorbildlicher Weise in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt. „Du bist daher hoch geschätzt und geachtet. Es ist dir fast immer gelungen über alle Parteigrenzen hinweg Schwierigkeiten und Hürden zu überwinden und die Dinge zu einem erfolgreichen Ende zu führen“. Wohl nicht zuletzt, weil Reich den Kontakt mit den Menschen im Nürnberger Land so liebte, falle ihm der Abschied aus dem Amt schwer. „Landrat war einfach dein Traumberuf“ und fast jeder Verein, jede Organisation, jede Veranstaltung wurde durch den Besuch Reichs geehrt. Kurz erinnerte Dünkel an den Werdegang des 1939 im Egerland geborenen Helmut Reich. 1958 begann seine Laufbahn im öffentlichen Dienst beim Versorgungsamt in Nürnberg. 1964 kam er als geschäftsleitender Beamter zur damals noch selbstständigen Gemeinde Heuchling. Von 1972 bis 1978 war er schließlich Bürgermeister in Heuchling.
Danach wurde er geschäftsleitender Beamter in Lauf und auch schon 1978 wurde er das erste Mal in den Kreistag gewählt. Schon 1984 wurde er Landratsstellvertreter. Von 1987 bis 1996 war Reich Bürgermeister in Happurg und im März 1996 wurde er Landrat im Nürnberger Land. So viele Ehrenämter hatte Helmut Reich inne, dass Dünkel sie gar nicht alle aufzählen konnte. Exemplarisch nannte er den Kreisvorsitz beim Roten Kreuz, den Kreisobmann bei den Sudetendeutschen, den Vorsitz im Planungsverband der Industrieregin Mittelfranken, die Mitgliedschaft im Stiftungsrat der Lebenshilfe, den Verwaltungsrat der Sparkasse oder die Generalversammlung der Bayerischen Landesbank.
Dünkel erinnerte an die schwierigen Zeiten im Kreistag in Zusammenhang mit der Suche nach einer neuen Mülldeponie. Erst der Abschluss der Müllehe mit Nürnberg unter Reichs Regie „brachte wieder Ruhe und Sachlichkeit in die Kreispolitik“. Prägend für den Führungsstil Reichs sei immer das Bemühen um Konsens gewesen. Er habe es erfolgreich verstanden, die Kreistagsfraktionen in alle Entscheidungen mit einzubeziehen und die unterschiedlichen Positionen abzuwägen. Am Ende wurden die meisten Entscheidungen einstimmig getroffen. Als Beispiele nannte Dünkel unter anderem den Bau der Realschule Röthenbach und die Sanierung und Erweiterung der weiterführenden Schulen. Die Sanierung der Schwimmhalle am Laufer Gymnasium, die Schulsozialarbeit, die Um- und Ausbauten in den Kreiskrankenhäusern und den Verkauf der Häuser an das Klinikum Nürnberg. Die Gründung der Solarinitiative, die Neustrukturierung der Wirtschaftsförderung, die Ausbildungsplatzoffensive, das ZWL in Lauf, die neuen Stadtverkehre in Hersbruck und schließlich die erfolgreiche Eingliederung der Maximiliansgrotte ins Gebiet des Nürnberger Landes. Reich ist Träger der Kommunalen Verdienstmedaille und des Verdienstkreuzes. Regierungspräsident Bauer
Den erfreulich kurzen und kurzweiligen Reigen der Grußworte eröffnete Regierungspräsident Thomas Bauer. Er hat herausgefunden, dass es seit 1939, dem Geburtsjahr Reichs, in Bayern den Landrat gibt. Keine Wunder also, dass Reich dieses Amt so mit Leben erfüllen konnte. In all den Jahren der Reich´schen „Regierung“ habe es nie Irritationen zwischen Landratsamt und Regierung gegeben. Heute sei das Landratsamt und damit auch der Landrat die Verkörperung des Staates, schließlich sei das Amt mit hoheitlichen Aufgaben und Aufgaben der Daseinsfürsorge betraut. Dabei habe sich, wie Reich bewiesen habe, die Doppelfunktion des Landrates als Staatbeamter und als Kommunalpolitiker bewährt, wie nicht zuletzt Reichs Einsatz gegen die Abschiebung eines Kurden gezeigt habe. „Sie haben mehr als ihre Pflicht erfüllt, sie haben mit Leidenschaft, Augenmaß und Verantwortungsgefühl und mit angeborenem Opitimismus gearbeitet”, lobt der Regierungspräsident. Die Ära Reich waren gute Jahre für das Nürnberger Land, und dies nicht nur weil er das Kreisgebiet um die Maximiliansgrotte vergrößern konnte. Landkreistag In einer sehr launigen Rede verabschiedete sich Bruni Mayer, die Landrätin aus Rottal-Inn und Vizepräsidentin des Bayerischen Landkreistages von Helmut Reich. Die Kommunen sind wichtiger als der Staat und die Bürger sind wichtiger als die Kommune. Das habe Reich gewusst und deshalb 36 Jahre in der Kommunalpolitik überlebt. Macht ist dabei nämlich nichts schlechtes, sondern gut, wenn man sie einsetzt um Menschen zu helfen, wie Reich bewiesen habe. Rede Maly
Was schätzt der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly an seinem Freund Helmut, mit dem er auch schon China bereiste? Die Menschlichkeit. Natürlich stieg Maly in seiner Rede mit einem Bonmot ein: Zur Abschiedsfeier komme man entweder, um dem Menschen seine Referenz zu erweisen, oder um sich zu überzeugen, dass er jetzt auch weg ist. Zu Reich sind aber alle gerne gekommen, da ist sich Maly sicher. Er erinnert an die historischen Verbindungen des Nürnberger Landes zur Stadt Nürnberg und an die Wiederbelebung diese Nachbarschaft. Und hier habe Helmut Reich von Anfang an erkannt, wie wichtig die Zusammenarbeit, die strategische Partnerschaft sei. Maly bezeichnet Reich als sozial hoch kompetenten Menschenfreund, und als einen Praktiker im besten Sinne. Als einen Politiker, der auch noch über sich selbst lachen kann und als „Verantwortungs-Ethiker“. Kreis-Gemeindetag
Für den Kreisverband im Gemeindetag sprach 1. Vorsitzender Konrad Rupprecht, der Feuchter Bürgermeister. Im wahren Sinn des Wortes habe der Landrat viele Veranstaltungen bereichert. Aber dies allein würde Reich wohl nicht gerecht werden. Er sei ein bürgernaher Landrat gewesen und habe allein dadurch Bürgern die Hemmschwelle genommen, Amt oder Landrat mit ihren Sorgen und Nöten zu konfrontieren. Diese Volksnähe konnte Personalratsvorsitzender Lothar Klein nur bestätigen. „Reich war Chef und Mensch.“ Ob in der Kantine, wo er sich zu jedem an den Tisch setzte oder in Verhandlung, wo auch nach harten Auseinandersetzung niemals ein ungutes Gefühl zurückgeblieben sei. Und Klein plauderte auch aus dem Nähkästchen als er von einer Begebenheit erzählte, in der Reich, nach immer neuen Einwändungen schließlich den Ordner auf den Tisch knallte und sich mit „Dann macht es doch selber, wenn ihr es besser könnt“, verabschiedet.
Und ganz zum Schluss schließlich noch sehr persönliche Worte aus der großen Familie des Helmut Reich: Die jüngste seiner vier Töchter, Carmen, bestätigte, dass ihr Papa nie die Bodenhaftung verloren habe. „Du bis echt geblieben“, sagte sie und leitete zum letzten Lied des „Happy Day Swingtetts“ über: „I did it my way”. In seinen Schlussworten gestand Reich dann ein, dass er seinen Abschied schon mit gemischten Gefühlen sehe, weil Landrat sein eben schon sein liebste Hobby gewesen sei. „Ein bisschen Wehmut schwingt da schon mit. Die zwölf Jahre an der Spitze des Landkreises seien die Krönung seines beruflichen Lebens gewesen. Und stets war es eine Ehre, erster Diener des Landkreises zu sein.
Speziell Norbert Dünkel dankte er für seine „großartige Rede“. Und bestätigte, dass viel angepackt und vollendet werden konnte. „Mit ruhigem Gewissen kann ich sagen, dass ich meinem Nachfolger ein bestelltes Haus und einen florierenden Landkreis in der Metropolregion Nürnberg über geben kann.“
