Eppelein, Goldkegel und Goldrausch

Hans Vitzthum und Herbert Meyer im Hangwald oberhalb des Stolleneingangs, den der ehemalige Gruber Bürgermeister Vitzthum in den 50er Jahren zusammen mit Freunden entdeckte. Hier geht es etwa 15 Meter tief in den Berg hinein. Foto: Blinten
Hans Vitzthum und Herbert Meyer im Hangwald oberhalb des Stolleneingangs, den der ehemalige Gruber Bürgermeister Vitzthum in den 50er Jahren zusammen mit Freunden entdeckte. Hier geht es etwa 15 Meter tief in den Berg hinein. Foto: Blinten2011/07/brentenberg.jpg

GRUB/EZELSDORF – So dünn die Quellenlage zum Raubritter Eppelein von Gailingen ist, der in Wahrheit wohl Eckelein Geiling geheißen haben dürfte, so groß ist der Fundus von Geschichten, die sich um den berühmten fränkischen Strauchdieb ranken. Eppelein war der Schrecken der Nürnberger Patrizier, bis er 1381 in Postbauer im Gasthaus Zum schwarzen Kreuz festgenommen, dann in Burgthann auf der Burg eingekerkert und kurze Zeit später auf dem Neumarkter Marktplatz hingerichtet wurde. Mit seinen Gefährten überfiel er die Handelszüge nach Nürnberg und aus der Noris hinaus, ein Nürnberger Gericht verhängte deshalb die Reichsacht über ihn.
In den Dörfern rings um den Brentenberg werden Geschichten von Schätzen erzählt, die in versteckten Höhlen darauf warten, entdeckt zu werden. Eppelein habe sich mit seinen Spießgesellen in der Gegend herum getrieben und hier seine Reichtümer verborgen.

Als der Ezelsdorfer Michael Dörner 1953 an einem Hang am benachbarten Dillberg den Goldkegel fand und der Fund öffentlich wurde, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Viele waren sich sicher, dass es sich dabei um den Teil eines verborgenen Schatzes handelte. In den Monaten nach dem Fund zogen ganze Heerscharen von Schatzsuchern in die Wälder am Dillberg und Brentenberg, in der Hoffnung, ihr Glück zu machen, einige von ihnen bereits mit Metallsonden ausgestattet. Es kam zu einem regelrechten Goldrausch in den Grenzbergen zwischen Mittelfranken und der Oberpfalz.

Versteckter Höhleneingang

Hans Vitzthum, späterer Bürgermeister aus Grub, hatte damals gerade die Schule beendet. Er und seine Freunde wurden vom Schatzsucherfieber ebenso gepackt, wie viele andere in Grub und den umliegenden Dörfern. Von der alten Gruberin Katharina Häffner erfuhren die Jungen dann von einem Schatz, der in einer Höhle am Brentenberg verborgen sei, allerdings handele es sich dabei nicht um den sagenhaften Eppelein-Schatz, sondern vielmehr um eine Kiste voller Gold, die hier ein fränkischer Räuberhauptmann verborgen habe, der im Jahr 1813 in Gspannberg verhaftet worden sein soll. Hans Vitzthum und seine Freunde entdeckten an einem steilen Hang im Wald tatsächlich einen Höhleneingang, der im Unterholz versteckt lag und so eng war, dass die Jungen nur kriechend in die dunkle Höhle hinein gelangen konnten. Drinnen allerdings trafen sie auf einen relativ geräumigen Gang, in dem man fast aufrecht stehen konnte. Dieser, so erinnert sich Vitzthum, führte etwa 15 Meter in den Berg hinein. Im Inneren des Stollens suchten die Jungen damals alles ab, drehten jeden Stein um – und fanden nichts.

Ebenso erging es Herbert Meyer, der 1991 ein Waldstück auf dem Brentenberg-Rücken erstand und ein Jahr später auf seinem Grundstück den Eingang zu einer Höhle fand. Zunächst dachte der Burgthanner an einen Fuchsbau. Als er das Loch im Waldboden aber erweiterte, zeigte sich, dass es sich hier um den zusammen gefallenen Zugang zu einem Stollen handelte. Herbert Meyers Sohn Markus seilte sich 1992 als 14-Jähriger in den Stollen ab und schaute sich im Inneren um. Später legten er und sein Bruder zusammen mit dem Vater den Eingang frei. Mit den Geschichten vom Eppelein-Schatz im Hinterkopf gruben die drei tagelang im Stollen – erfolglos.

Frühneuzeitlicher Bergbau

Bei den unterirdischen Gängen am Brentenberg handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Überreste frühneuzeitlichen Bergbaus. Im 17. Jahrhundert baute man hier Silbersande ab und suchte nach Eisenerzen. Die Siedlungsgeschichte des Brentenberg-Gebiets soll in einem Projekt dokumentiert werden, in dessen Rahmen das Landesamt für Denkmalpflege sämtliche Höhlen, Stollen, Keller und oberirdischen Hohlwege kartografieren will. Mit im Boot sind dabei die Gemeinde Burgthann und die Marktgemeinde Postbauer-Heng, die gerade beschlossen haben, gemeinsam am Fundort des Goldkegels unterhalb des Dillberggipfels ein 4,50 Meter hohes Denkmal zu errichten. Der Platz befindet sich auf der Gemeinde-, Landkreis- und Bezirksgrenze.

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