Ernst Bergmann erfuhr am Dienstagabend Hiobsbotschaft im Rathaus

Schock im Altdorfer Sitzungssaal

Riesige Enttäsuchung für Ernst Bergmann: Denkbar knapp verfehlte der Altdorfer den Einzug in den Landtag. Foto: Blinten2013/09/bergmann1_New_1379511002.jpg

ALTDORF – Das war ein Schock: Als Ernst Bergmann kurz vor Beginn der Altdorfer Stadtratssitzung erfuhr, dass er beim Rennen um die Sitze im neuen Bayerischen Landtag auf der Zielgeraden noch von seinem Parteifreund Scheuenstuhl eingeholt worden war, rang der Altdorfer erst einmal um Fassung. An der folgenden Sitzung teilnehmen konnte er dann nicht mehr. Er entschuldigte sich bei seinen Kollegen, packte seine Unterlagen zusammen und ging nach Hause.

Wer konnte es Bergmann verdenken? Es war so knapp, zu Beginn der Zweitstimmenauszählung hatte es am Montag noch hervorragend für den Altdorfer Kandidaten ausgeschaut, bis Dienstagabend waren dann alle Stimmbezirke durch – bis auf Fürth. Und hier holte dann Harry Scheuenstuhl gegenüber Bergmann unerbittlich auf. Der Altdorfer Kandidat ist zwar in Fürth bekannt, weil er als Landschaftsarchitekt bei der Stadt angestellt ist. Scheuentstuhl ist aber in der Kleeblattstadt und im Landkreis Fürth politisch verwurzelt. Sein Netzwerk war offenbar deutlich dichter und stärker als das des Altdorfers.Betroffen zeigten sich auch die Mitglieder des Altdorfer Stadtrats – quer durch alle Fraktionen. Hatte man doch bei Bergmanns gutem Ergebnis im Landkreis und in der Wallensteinstadt auf dessen Einzug in den Landtag gehofft. Bürgermeister Odörfer kommentierte die für Ernst Bergmann so niederschmetternde Nachricht mit dem knappen Satz: „Das ist schade für Altdorf.“ Für die Stadt wäre es wichtig gewesen, erneut einen Abgeordneten im Maximilianeum zu haben.

Norbert Käsmann (SPD) bat seine Kollegen um Verständnis für Ernst Bergmanns Reaktion, nachdem dieser nach dem verhängnisvollen Anruf aus der bayerischen SPD-Zentrale fluchtartig den Sitzungssaal verlassen hatte. Verstehen konnte das sicher jeder im Sitzungssaal, hatte man doch sicher damit gerechnet, dass der im Gremium hochgeschätzte Kollege den Sprung nach München schaffen würde. Bürgermeister Odörfer hatte bereits einen Glückwunsch für den Fraktions-Chef der SPD vorbereitet, den er eigentlich vor Einstieg in die Tagesordnung übermitteln wollte.

In einer ersten Stellungnahme sprach Bergmann von einer „riesigen Enttäuschung“. Erneut war es für ihn am Ende der Auszählung denkbar knapp, ähnlich wie bei den Bürgermeisterwahlen im vergangenen Jahr, als ihm im Vergleich mit Erich Odörfer nur wenige Stimmen fehlten.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten