Diskussion im Bauausschuss um Standort am Markt

Lions schenken der Stadt ein Leibniz-Denkmal

Die Fotomontage zeigt den von den Lions und der Altdorfer Verwaltung vorgeschlagenen Standort vor der Markt-Apotheke mit Blick durch die Collegiengasse auf die Alte Universität. | Foto: oh2016/03/leibniz-denkmal.jpg

ALTDORF – Der Lions-Club Altdorf macht der Stadt ein 20.000 Euro teures Geschenk. Auf dem Marktplatz soll im Oktober anlässlich des 350. Jahrestags des Eintritts von Gottfried Wilhelm Leibniz in die Altdorfer Universität ein Denkmal enthüllt werden, das an den großen Universalgelehrten erinnert. Bezahlt wird die Skulptur des Mühlhausener Bildhauers Michael Königer vom Lions-Konto. Im Bauausschuss dankten Bürgermeister Erich Odörfer und verschiedene Stadträte den Spendern und lobten die Entwürfe von Königer als ausgesprochen gelungen. Diskussionen gab es lediglich um den Standort für die Leibniz-Skulptur.

Die Lions hatten als Platz für das neue Denkmal das Baumbeet vor der Markt-Apotheke vorgeschlagen, weil der Betrachter von hier aus durch die Collegiengasse zur Universität hinübersehen kann. Zustimmung dazu hatte die Altdorfer Verwaltung zwar bereits signalisiert, Mitglieder des Bauausschusses sprachen sich aber vehement gegen diesen Standort aus, nachdem sie sich zuvor mit einer Abordnung der Lions (Manfred Göhring, Volker Deeg und Hans Rötzer) sowie Künstler Königer auf dem Markt umgesehen hatten.

Wo ist der alternative Standort?

Michael Gleiss (SPD) findet die Nähe zur Universität zwar gut, den Platz vor der Markt-Apotheke aber zu „verkehrsintensiv“. Dabei sei es auch schade, dass für die Aufstellung des Denkmals ein Baum beseitigt werden muss. Dafür schlagen die Lions aber einen „Ausweichplatz“ in der Nähe des Wichernhauses vor. Der Baum könnte, so deren Plan, umgepflanzt werden. Gleiss‘ Rat dagegen: Das Leibniz-Denkmal sollte vor der Kirche aufgestellt werden, dort, wo derzeit die an den 1870/71er Krieg erinnernde Skulptur steht. Was damit geschehen solle, hakte Bürgermeister Erich Odörfer ein. Darüber müsse man sich Gedanken machen, so Gleiss, dessen Vorschlag auch von Eckard Petzold (Grüne) aufgenommen wurde.

Neben einem Parkplatz vor der Markt-Apotheke werde die Wirkung des Denkmals sicher abgeschwächt, gab Paetzold zu bedenken.

Der Altdorfer Bauausschuss machte sich vor Ort ein Bild: Hier vor der Markt-Apotheke, so der Vorschlag der Lions, könnte das Leibniiz-Denkmal aufgestellt werden. Bürgermeister Erich Odörfer (lnks) ist damit einverstanden, andere Stadträte sprachen sich dagegen aus. Rechts neben Odörfer die beiden Grünen Horst Topp und Eckehard Paetzold, dann der Bildhauer Michael Königer, neben ihm Adalbert Loschge (FW/UNA) und Lions-Kassenwart Manfred Göhring. Foto: Blinten
Der Altdorfer Bauausschuss machte sich vor Ort ein Bild: Hier vor der Markt-Apotheke, so der Vorschlag der Lions, könnte das Leibniiz-Denkmal aufgestellt werden. Bürgermeister Erich Odörfer (lnks) ist damit einverstanden, andere Stadträte sprachen sich dagegen aus. Rechts neben Odörfer die beiden Grünen Horst Topp und Eckehard Paetzold, dann der Bildhauer Michael Königer, neben ihm Adalbert Loschge (FW/UNA) und Lions-Kassenwart Manfred Göhring. Foto: Blinten2016/03/Leibniz-Denkmal1.jpg

Ähnlich sieht das auch Dr. Johann Pöllot (CSU): „Das ist schade.“ Pöllot räumte aber ein, dass ein alternativer Standort sicher ganz schwer zu finden ist.

Den müsse man aber finden, fügte CSU-Fraktionssprecher Thomas Kramer hinzu. Denn der vorgeschlagene Platz sei nicht gut.

Mit dem Vorschlag von SPD-Fraktionschef Martin Tabor, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich mit der Standortfindung beschäftigt, waren schließlich alle einverstanden. Anschließend soll der Stadtrat entscheiden.

Michael Königers Entwurf sieht vor, auf der Skulptur die Vielfalt der Leibnizschen Forschungsgegenstände darzustellen: Vor- und Frühgeschichte, Rechtswesen, Mathematik, Infinitesimalrechnung – außerdem soll ein Zahnrad aus Messing auf Leibniz‘  Erfindung der Rechenmaschine verweisen.

Keine gegenständliche Büste

Bewusst haben die Lions bei ihrem Auftrag an Königer darauf verzichtet, eine gegenständliche Büste des Gelehrten zu ordern.

Deren gibt es in Deutschland bereits drei: zwei in Hannover und eine in Leipzig.

Darauf wies Hans Rötzer hin, der auch daran erinnerte, dass das Lions-Geschenk zum 100-jährigen Jubiläum des Lions-Clubs erfolgt. 1917 gründeten sich die Lions in den USA mit der Verpflichtung, den Dienst am nächsten über den persönlichen Profit zu stellen. „We serve“ – „wir dienen“ ist das Motto der Vereinigung.

Manfred Göhring erläuterte als Kassenwart der Altdorfer Lions, dass sein Club in den vergangenen 25 Jahren 260.000 Euro an Spenden mit allen möglichen Aktionen zusammen getragen hat.

Über das Lions-Hilfswerk Altdorf werden die Mittel regelmäßig für gemeinnützige Zwecke eingesetzt.

Das diesjährige Leibniz-Jubiläum sei für den Altdorfer Lions-Club Inspiration gewesen, der Stadt ein Geschenk zu machen, das an den Gelehrten erinnert.

„Wir sind sicher, dass das Kunstwerk das Stadtbild in hervorragenden Weise ergänzt“, so Göhring.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten