Uhren am Turm des Wichernhauses werden saniert

Facelifting für Zifferblätter

Willi Liebelt von der Firma Turmuhren Bayreuth hat die antiken Zifferblätter sicher vom Turm nach unten transportiert. In Oberfranken werden sie nun in den nächsten Wochen renoviert, um rechtzeitig zu den Wallensteinspielen im neuen Glanz zu erstrahlen.2015/04/altdorfobservatoriumturmuhr_New_1429103101.jpg

ALTDORF – Zifferblätter und Monduhr am Turm des Wicherhauses wurden abmontiert und erhalten eine Verjüngungskur. Eine Firma aus Bayreuth saniert die historischen Stücke, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich haben.

Schwieriger als gedacht, gestaltete sich das Unterfangen, die antiken Scheiben von ihrem hohen Aussichtspunkt herunterzuholen. Der eigens dafür bestellte Kran passte nicht durch die Hofeinfahrt. Ein kleinerer musste her. Schließlich konnten die Mitarbeiter der Firma Turmuhren aus Bayreuth ihr Gut sicher nach unten befördern. Die Scheiben werden in Oberfranken renoviert, die Zeiger wahrscheinlich ersetzt. Die Figuren, die in kleinen Einbuchtungen die Uhr in ihrer Mitte bewachen, erhalten in den nächsten Wochen von einer Hebebühne aus ihre Schönheitsbehandlung. Das alles soll in den nächsten Wochen abgeschlossen sein. Schließlich soll das Ensemble am Turm rechtzeitig zu den Wallensteinspielen im Juni und Juli im neuen Glanz erstrahlen.

Die Uhren stammen aus dem 16. Jahrhundert, von Isaak Habrecht, einem bedeuteten Uhrmacher der Renaissance. Renoviert wurden sie bereits in den Jahren 1778, 1886 und 1913. Die letzten Reparaturen sind bereits einige Jahre her. Im Zuge der Generalsanierung 1982 erhielten die Figuren einen neuen Anstrich. Die Uhren wurden außerdem mit Elektronik ausgestattet.

Der Turm gehörte bis zur Schließung der Universität im Jahr 1809 zum Observatorium. Die Sternwarte war eine der modernsten ihrer Zeit. Vom Dach des Kollegienhauses untersuchten Forscher das Himmelsdach.

Geblieben sind die Zifferblätter am Turm, die eine Sonne im Zentrum tragen sowie eine Monduhr, die seit Jahren nicht mehr funktioniert. Nach der Renovierung soll auch sie wieder die einzelnen Mondphasen anzeigen.

Die Kosten von 20.000 Euro trägt zum großen Teil die Stadt Altdorf, auch die Altstadtfreunde, die Raiffeisenbank Altdorf-Feucht und der Lions Club beteiligen sich an den Kosten.

N-Land Kai Mirjam Kappes
Kai Kappes