Enthüllung der Leibniz-Skulptur am Altdorfer Marktplatz

Denkmal erinnert an genialen Denker

Enthüllten gemeinsam das Leibniz-Denkmal: (v. l.) Bürgermeister Erich Odörfer, Staatssekretär Albert Füracker, MdB Marlene Mortler, Landrat Armin Kroder und Lions-Kassenwart Manfred Göring, zwischen Mortler und Kroder der Bildhauer Michael Königer. | Foto: Blinten2016/10/enthuellung-leibniz-denkmal.jpg

ALTDORF – Vor 350 Jahren hat der große Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz sein Studium an der Altdorfer Universität begonnen. Jetzt erinnert ein Denkmal am Marktplatz an den Naturwissenschaftler, Philosophen, Mathematiker und Rechtsgelehrten. Der Lions Club hat die Skulptur des Mühlhausener Künstlers Michael Königer der Stadt und deren Bürgern geschenkt. 20.000 Euro ist die steinerne Erinnerung an einen der berühmtesten Studenten der Stadt wert.

Für die Lions war es an der Zeit, den Bürgern etwas zurück zu geben, die seit der Gründung des Altdorfer Lions Clubs bis heute 260.000 Euro für alle möglichen sozialen und wohltätigen Zwecke spendeten. Als man mit der Idee vor einigen Monaten ins Rathaus kam, lag schnell der Vorschlag eines Denkmals für Leibniz auf dem Tisch. Lions-Schatzmeister Manfred Göhring erinnert sich an die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt und mit dem Künstler Michael Königer, der sich mit großem Enthusiasmus ans Werk machte und den Lions bald ein erstes Modell präsentieren konnte.

Leibniz als klugen Kopf zu beschreiben, wäre ein Paradebeispiel für Untertreibung. Leibniz war ein Genie, einer der genialsten Köpfe seiner Zeit. Wenn er morgens aufwachte, hatte er spontan so viele Ideen, dass der ganze folgende Tag nicht ausreichte, um alles zu Papier zu bringen. So schilderte der Gelehrte selbst seinen Forschungsdrang. Königer war fasziniert, als er diese autobiographische Notiz las. Drei Monate lang arbeitete er am fossilen Dolomitstein aus dem Altmühltal, drei Teile verweisen auf die Bereiche der Leibniz‘schen Forschungen: Religion, Spiritualität und Naturwissenschaften. Es ist die Vielfalt der Forschungsgegenstände, auf die die Skulptur verweist: Vor- und Frühgeschichte, Rechtswesen, Mathematik, Infinitesimalrechnung – außerdem erinnert ein Zahnrad aus Messing auf Leibniz‘ Erfindung der Rechenmaschine. Als Schriftfarben auf seiner Skulptur verwandte Königer Schwarz und Rot, die Farben des Altdorfer Wappens.

Finanzstaatssekretär Albert Füracker wunderte sich, dass es über 300 Jahre dauerte, bis die Altdorfer endlich ein Denkmal für Leibniz in der Stadt errichteten, ein Denkmal im exakten Sinne des Wortes: Wer vor den Stelen einhält, wer die Inschriften liest, fragt sich, wer dieser Mann war, der all dies geleistet hat. Und er erfährt, dass der große Gelehrte an der Altdorfer Universität immatrikuliert war.

„Viel für die Stadt getan“

Landrat Armin Kroder gratulierte der Stadt und sprach von einem „historischen Moment“ im Leibniz-Jahr. Seinem Dank an die Lions und den Künstler schloss sich der Altdorfer Bürgermeister Erich Odörfer an: „Die Lions haben in der Vergangenheit schon sehr viel für die Stadt getan.“ So soll es nach deren Wahlspruch „We serve“ – zu deutsch „Wir dienen“ – ja auch sein. Über das Lions-Hilfswerk Altdorf werden regelmäßig Mittel für gemeinnützige und soziale Zwecke eingesetzt.

Der Altdorfer Lions-Präsident Professor Dr. Reiner Anselstetter begrüßte zur feierlichen Enthüllung des Denkmals am Marktplatz neben Staatssekretär Füracker, Landrat Kroder und Bürgermeister Odörfer auch die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, den Landrat des Landkreises Neumarkt, Willibal Gailler, sowie zahlreiche Altdorfer Stadträte, außerdem viele Bürger, die neugierig waren auf die neue Skulptur an der Einmündung zur Collegiengasse. Elena Lubik und Jannik Westerweller, Schülerin und Schüler des Leibniz-Gymnasiums, umrahmten die Feier zur Denkmalenthüllung mit Gesang und Gitarre.

Als der Lions-Club zusammen mit dem Bildhauer Michael Königer im März erstmals ein Modell des Denkmals den Stadträten vorgestellt hatte, sagte Manfred Göhring im Namen aller Clubmitglieder im Sitzungssaal des Rathauses: „Wir sind sicher, dass das Kunstwerk das Stadtbild in hervorragender Weise ergänzt.“ Dem stimmten nach der Enthüllung der Leibniz-Skulptur die Teilnehmer der Feier uneingeschränkt zu.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten