Sound Orchester Burgthann präsentierte„Back to the future

Zurück in die Zukunft, Doc!

Zeitreisende mit jeder Menge Talente: Aline Kurde, Sven Kellermann und Sven Kurde. Fotos: VossDie Tänzerinnen des ADTV Tanzcentrums Neumarkt waren die kongeniale Ergänzung des SOB. | Foto: Susanne Voss2016/11/sob-Burgthann2.jpg

BURGTHANN – Sie wären für sich allein schon ein Erlebnis gewesen: die Mitglieder des Soundorchesters Burgthann, die in der ausverkauften Sportarena Klangfarben zauberten und das Publikum mit ihrem fulminanten Sound bei der Revue „Back to the future“ begeisterten. Eddie Feil, musikalischer Leiter und Herz des SOB und seine Mitmusiker hatten wie schon im vergangenen Jahr noch weit mehr zu bieten: Eine temporeiche Show mit pfiffigem Storyboard, mitreißend spielfreudigen Protagonisten, denTänzerinnen des ADTV-Tanzcentrums Neumarkt, einer Stormtrooper-Gruppe aus Nürnberg mit Darth Vader inklusive Original-Keuchen und unglaublich viel Liebe zum Detail.

Verdient groß waren die Zahl und das Interesse der Ehrengäste des Abends, unter ihnen Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, Landrat Armin Kroder, stellvertretende Landrätin Cornelia Trinkl, der Schwarzenbrucker Rathauschef Bernd Ernstberger, der Burgthanner Altbürgermeister Georg Hirsch und Burgthanns Zweiter Bürgermeister Hermann Bloß.

Als das Publikum in die Sportarena strömt, fällt er vor dem Eingang als erstes ins Auge: der DeLorian mit aufgeklappten Seitentüren; eine so liebevolle wie detailgetreue Reminiszenz an Doc Brown, Marty McFly und den Fluxkompensator, mit dem in Teil 1 von „Back to the future“ eine abenteuerliche Zeitreise ihren Anfang nimmt. Gemeinsam mit Elisa Regus hat Eddie Feil daraus ein vergnügliches Storyboard entwickelt und die drei Hauptakteure hätten nicht besser besetzt werden können: die Geschwister Lindi McFly (Aline Kurde) und Maddin McFly (ihr Bruder Sven Kurde) und Sven Kellermann, der sein komödiantisches Multitalent als „Doc Brownie“, Elvis Presley und in bester Bully Herbig Manier als Abahachi unter Beweis stellt. Auch Szenen, die sich nicht im Zentrum der Bühne abspielen, kann das Publikum problemlos über zwei seitliche Leinwände mit verfolgen.

Bitte nicht draufdrücken!

Lindi und Maddin besuchen Doc Brownie, der ihnen stolz von seiner Zeitmaschine berichtet, die „bis auf den Zeitregler“ funktioniere und auf die sie „bitte nicht draufdrücken“ sollen. Kaum hat er den Raum verlassen, machen sie natürlich genau das und die Zeitreise beginnt mit dem Jahr 1983 und einem fantastischen Medley von Abba-Hits, deren Klangvielfalt die Tänzerinnen aus Neumarkt bestens visualisieren. Dass „Lindi“ Aline Kurde als Sängerin auf Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Hause ist, beweist sie nicht nur bei diesem Medley eindrucksvoll.

Auch Michael Jackson fehlt nicht, bevor die Reise weitergeht ins Jahr 1935, in dem der „Thann Highschool Ball“ stattfindet, bei dem Sven Kurde sich an der E-Gitarre als Multiinstrumentalist empfiehlt. Ob als junger Doc Brownie oder „Elvis the Pelvis“ – Sven Kellermann beherrscht den Hüftschwung und die Improvisation, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Die Dialoge sind hinreißend komisch. „Priscilla hat Schnittchen gemacht mit Zwiebelmett“, lässt er seinen Elvis sagen und als Abahachi begrüßt er den amüsierten Landkreischef stilecht als „Häuptling der Stammesführer Nürnberg Valley“. Sehr zu Recht würdigt Zweiter Bürgermeister Bloß vor der Pause das Soundorchester Burgthann als bedeutenden musikalischen Botschafter Burgthanns.

Wilder Westen und Jedi-Ritter

Zum Auftakt des zweiten Teiles zeigt die Hausband des SOB mit vielen jungen bis jüngsten Musikern ihr Können mit Saloon-Musik des Jahres 1854. Nach einem Ausflug in den Aerobic-Hype des Jahres 1983 betritt in der nächsten Station der Zeitreise die Nürnberger Stormtroop mit Darth Vader und Jedi-Rittern sehr zum Vergnügen des Publikums den Saal und Musik aus „StarWars“ erklingt. Und am Ende sind sie dann wieder zurück in der Gegenwart: Maddin, der per Express-Lieferung nach Burgthann gebeamt wird und seine Schwester Lindi.

Eddie Feils Dank nach einem dreistündigen Revue-Abend ist groß und er gilt zuerst den Solisten an der Querflöte, dem Saxophon, dem Tenorsaxophon und dem Waldhorn. Schlussendlich ist es ein Dank an das gesamte Orchester: „Ihr wart gut. Es war ok“, sagt er und seine Musiker verstehen erkennbar, dass das ein fränkisches Lob ist.

Natürlich gibt es zwei Zugaben, die letzte ist zugleich eine Premiere: Eddie Feil singt erstmals, und mit „Zieh die Schuh“ aus hat er nicht nur einen großartigen Song, sondern eine respektvolle Verbeugung vor dem großen Roger Cicero gewählt. Chapeau an das Soundorchester Burgthann. Und ja, das Publikum freut sich schon jetzt auf das kommende Jahr.

 

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