Open-Air mit Bigband, Jazz, Rock und Blues

Großes Musikfest im Burghof

Brachten eine exquisite Auswahl außergewöhnlicher Nummern der Rock- und Folkgeschichte genau auf den Punkt: Wolli Wollner (Tasten, Gesang), Klaus Kiefer (Bass, Gesang), Thilo Schulze (Gitarre, Gesang), Hans-Peter Hagen (Schlagzeug) und Harald Tews (Gitarre, Gesang) von Age Before Beauty. | Foto: Spieß2016/07/db-agebeforebeauty.jpg

BURGTHANN – Am Sonntag hatte das dreitägige Open-Air-Festival des Jazz- und Kulturvereins Burgthann mit einem Band-Marathon im Burghof seinen Abschluss – wie befürchtet bei nicht immer schönem Wetter.

Schon zum Frühschoppen hatten sich viele Besucher eingefunden, was kein Wunder war, denn mit Pavel Sandorf und seiner Bigband hatte der Veranstalter die Latte gleich zu Beginn sehr hoch gelegt – professionell, aber lebendig wie stets, war ihre Präsentation.

Wohl dem, der sich eine solche Formation bereits zum Frühstück leisten kann, zum ersten Mal übrigens mit der ausdrucksstarken Sängerin Susanne Schönwiese. Beste Stimmung war damit garantiert, und dass der Wind für so manchen „Notenblättertausch“ – so Sandorf – sorgte, konnte die gute Laune der Musiker und Gäste nicht trüben.

Zum ersten Mal im Sonntagsprogramm stand am frühen Nachmittag dann das Sound-Orchester Burgthann (SOB) auf der Bühne und knüpfte nahtlos an, wo Sandorf aufgehört hatte: Gute-Laune-Musik in bester Qualität von Standards über Pop und Rock bis hin zu Musical- und Filmmusik: Nicht nur feine Bläser, auch eine formidable Rhythmussektion machen das SOB seit langem schon zu einem Vorzeige-Ensemble Burgthanns.

Genau auf den Punkt

Am Nachmittag gab es auserlesene Klassiker aus der Welt der Country-, Folk- und Rockmusik von Age Before Beauty. Von Tom Petty, den legendären Traveling Wilburys über Bob Dylan, Eric Clapton bis hin zu den Dire Straits – eine wirklich exquisite Auswahl außergewöhnlicher Stücke der Rock- und Folkgeschichte.

Die fünf Musiker im besten Alter interpretierten die Nummern mit einer erstaunlichen Leichtigkeit, die bei vielen von ihnen von ganz entscheidender Bedeutung ist, etwa bei „End Of The Line“ und „Handle With Care“ der Traveling Wilburys, der Traum-Formation mit George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan. Aber natürlich auch beim Dire-Straits-Klassiker „Sultans Of Swing“.

Bei ihrem Trip durch die Siebziger durften natürlich auch die Veteranen Crosby, Stills, Nash and Young nicht fehlen, deren „Love The One You’re With“ sie mit perfekt sitzendem Satzgesang im Burghof ein Denkmal setzten. Erstaunlich war zusätzlich, dass gleich drei aus der Band Sologesang übernehmen können.

Bei John Mellencamps „Hurts So Good“ zeigten sie schließlich überzeugend und mit dem nötigen Punch, dass sie auch rockig hinlangen können.

Die Liste ihrer hervorragenden Cover-Versionen ist lang, ein paar sollten stellvertretend noch genannt sein: Bob Dylans „Like A Rolling Stone“ mit dem so wichtigen schiebenden Druck, „Long Train Running“ von den Doobie Brothers, eine der großen Herausforderungen für mehrstimmigen Gesang, die sie bestens meisterten, und dann war da noch Tom Pettys „Free Falling“, die große Emotionshymne – eine Genau-auf-den-Punkt-Demonstration der fünf Musiker.

Mit der nötigen Prise Jazz

In ganz andere Gefilde führte anschließend Mr. Flix. Drei Melodieinstrumente (Stefan Püntzner an den Tasten, Thomas Keil, Gitarre, und Wolfgang Wiech am Saxophon) und drei für den Rhythmus (Bassist Armin Rech, Schlagzeug Jürgen Zitzmann und Paul E. Braun, Percussion) sorgten für die nötige Prise Jazz. Und zwar in Form einer artifiziellen Mischung mit Funk- und Rockelementen.

Ein Teil ihres selbst komponierten Programmes setzt auf coole Barmusik, fein nuanciert und mit stets sehr melodiöser Linienführung, oftmals im stets gut abgestimmten „Trialog“ zwischen Saxophon, Keyboard und Gitarre. Ein zweiter Pfeiler ihrer Kompositionen sind an Carlos Santana (so Saxophonist Wiech) erinnernde Gitarrensounds mit knackigem Schlagwerk. Dazu gesellen sich groovende Funk-Jazz-Stücke, fetzig-flott und instrumental professionell präsentiert.

Am späteren Abend gaben sich dann die Herren von der N.C. Brown Blues Band noch die Ehre, die schon vor 36 Jahren zum ersten Mal in Burgthann auf der Bühne standen. Damit hatten die Veranstalter von „Jazz in der Burg“ für einen krönenden Abschluss gesorgt, denn die virtuosen Musiker sind eben ein Garant für gute Musik und beste Stimmung.

Apropos Veranstalter: Besonders lobenswert an den drei Tagen waren die deutlichen Sound-Verbesserungen im Vergleich zu den letzten Jahren. Und bestens – wie immer – die Versorgung der vielen Fest-Besucher, die trotz teilweise widriger Wetterbedingungen in den Burghof gepilgert waren. Großes Lob an die vielen Kräfte, die im Einsatz waren.

N-Land Erich W. Spieß
Erich W. Spieß