Gemeindebücherei veranstaltet 1. Poetry Slam

Bühne frei für den Wettkampf der Dichter

Monika Eibl freut sich auf einen unterhaltsamen Abend mit einem spannenden Dichter-Wettstreit und auf viele interessierte Besucher beim ersten Schwarzenbrucker Poetry Slam. | Foto: Spandler2016/02/db-schwarzenbruckeibl.jpg

SCHWARZENBRUCK – „Dichterwettstreit – hier tobt das Bücherregal“ lautet das ungewöhnliche Motto einer Veranstaltung der Schwarzenbrucker Gemeindebücherei, die eine ganz besondere Premiere darstellt: Am Freitag, 8. April, wird in der Bürgerhalle gereimt, gerappt, geflüstert, geschrieen, denn dann findet der erste Poetry Slam statt. Slammer-Papst Michael Jakob persönlich organisiert diesen nicht ganz ernst gemeinten Contest, über dessen Ausgang wie bei jedem Poetry Slam das Publikum entscheidet. Die Idee zu diesem spannenden Literatur-Event hatte Büchereichefin Monika Eibl.

Die rührige Bibliothekarin ist immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, mit denen sie ihre Büchereikunden über das bloße Angebot von Lesefutter hinaus versorgen kann. Seitdem sie vor etwa drei Jahren ihren ersten Poetry Slam – ebenfalls in einer Bücherei – erlebt hat, treibt sie die Idee um, dies auch für ihre Einrichtung auf die Beine zu stellen. Lange hat sie sich die Frage gestellt: „Kommen die Schwarzenbrucker zu einem solchen Projekt oder kommen sie nicht?“ Der angelaufenen professionellen Werbekampagne nach zu urteilen, wird das Ganze ein Riesenerfolg. Da gibt es Flyer, die allüberall in Schwarzenbruck ausliegen, Plakate in verschiedenen Größen, Werbeartikel in diversen Publikationen, Verweise auf Info-Adressen im Internet, Großflächenplakate am Ortseingang, und selbstverständlich werden auch die Nachbarkommunen zu diesem besonderen Event eingeladen. Wenn schon, dann soll nichts dem Zufall überlassen bleiben, findet Eibl. Aus diesem Grund hat sie die Organisation, Verpflichtung der Dichter und Moderation Michael Jakob übertragen, eine in der Slammer-Szene bestens bekannte Größe dieser Art des Literaturvortrags und zweifacher fränkischer Poetry-Slam-Meister.

Eibl und ihre Mitarbeiterin informieren natürlich auch immer wieder die Besucher, die zur Ausleihe kommen, denn nicht alle Generationen können mit dem Begriff Poetry Slam etwas anfangen.

Und so soll es ablaufen: Einlass in die Bürgerhalle ist um 19.30 Uhr, wo es zunächst auch etwas für das leiblich Wohl gibt. Um 20 Uhr werden die Poeten zum Wettkampf um den besten Text antreten, die Jakob eingeladen hat. Das sind Daniel Wagner (Heidelberg), Flo Langbein (Bamberg), Frederike Jakob (Erlangen), Martin Hönl (Dietenhofen), Felix Kaden (Erlangen), Martin Geier (Nürnberg) und Helmuth Steierwald, der erst vor kurzem einen Auftritt im Bayerischen Fernsehen absolvierte. Kostproben dieser Meisterdichter können auf Youtube angehört und angesehen werden. Da gibt es alle denkbaren Spielarten, mit dem gesprochenen Wort umzugehen – zwischen feinfühliger Lyrik und Prosa-Comedy ist alles geboten.

Üblicherweise gibt es zwei Runden, bei denen jeweils ein Sieger gekürt wird, die beiden Gewinner treten dann in der Schlussrunde gegeneinander an. Das Publikum muss nichts anderes tun, als die Ohren spitzen und durch die Intensität seines Applauses kundtun, wen es für den besten hält. Wer allerdings selber über literarische Ambitionen verfügt, kann sich bei Michael Jakob (Tel. 0160 94196597) oder in der Bücherei melden, denn ein Platz wird für einen lokalen Bühnendichter der Umgebung freigehalten.

Reizvolle Interaktivität

Die Interaktivität dieses Formats findet Monika Eibl besonders reizvoll. Das Publikum wird in die Entscheidung mit einbezogen und kürt den besten Performer, und zwischen Künstler und Publikum herrscht daher eine ganz eigene Beziehung. Und wenn es sich durch die Veranstaltung noch ergibt, dass sich die ältere Generation für solch moderne Vortragsformen interessiert, oder sich die jüngere mal wieder in die Bücherei verirrt, ist das Konzept voll aufgegangen. „Und dann steht einer Wiederholung im nächsten Jahr nichts im Weg“, so die Bibliotheksleiterin.

Karten, die man sich frühzeitig besorgen sollte, gibt es in der Gemeindebücherei, im Rathaus sowie an der Abendkasse. Nähere Informationen auch unter buecherei.schwarzenbruck.deGisa Spandler

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