Waldarbeiten

Warum Wälder Nutzung brauchen

Nachhaltige Bewirtschaftung und gezielte Verjüngung sind tragende Säulen für gesunde und stabile Wälder.
Nachhaltige Bewirtschaftung und gezielte Verjüngung sind tragende Säulen für gesunde und stabile Wälder. | Foto: Marijan Murat/dpa2026/11/Holzernte-im-Wald-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Wälder speichern Kohlenstoff und sind daher wichtige Verbündete im Klimaschutz. Sie möglichst unangetastet zu lassen, greift jedoch zu kurz: Mit zunehmendem Alter verlieren Waldbestände an Speicherfähigkeit, ihre Zuwachsleistung sinkt, und das System nähert sich einer biologischen Sättigung, bei der kaum noch Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden wird. Zudem verringert sich das Wachstum der Bäume. Nach Angaben des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) gefährdet nicht die Nutzung des Waldes, sondern der Verzicht darauf den Klimaschutz.

Wissenschaftliche Auswertungen, etwa von Prof. Dr. Hubert Röder (TU Straubing), zeigen: In Ländern mit hohen Vorratsdichten wie Deutschland oder Österreich stößt der weitere Ausbau der CO2-Speicherleistung des Waldes an natürliche Grenzen. Viele Bestände sind überaltert, instabil und anfällig für Schädlinge und Sturmschäden. Ein gezielter Vorratsabbau, aktive Verjüngung und der Umbau zu klimastabilen Mischwäldern sind daher kein Eingriff gegen die Natur, sondern Voraussetzung für langfristige Stabilität.

Experten aus der Region
Meier Gartenbau
Forstbetriebsgem. Nürnberger Land
Holzreiter

Die höchste CO2-Bindung erreichen Bäume im mittleren Alter, etwa zwischen 20 und 60 Jahren. Junge Bestände nehmen deutlich mehr Kohlenstoff auf als alte, gesättigte Wälder.

Holz nutzen heißt Klima schützen

Nachhaltige Waldwirtschaft endet nicht im Wald, sondern umfasst auch die Nutzung. Holz, das im Zuge der Waldbewirtschaftung geerntet wird, durch läuft in der Regel eine klare Sortierung: Rund 80 Prozent des hochwertigen Nadelholzes lassen sich als Bau- und Konstruktionsholz nutzen, beim Laubholz etwa 40 Prozent für Möbel oder Parkett. Restholz wird energetisch als Brennholz, Hackschnitzel oder Pellets verwertet und ersetzt fossile Energie. 10 bis 15 Prozent des Restholzes verbleiben im Wald und fördern Humusbildung und Artenvielfalt.

Nichtstun ist keine Lösung

„Es ist höchste Zeit, mit dem Missverständnis aufzuräumen, dass Nichtstun automatisch Klimaschutz bedeutet“, sagt Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI. „Wer heute auf Nutzung und Pflege der Wälder verzichtet, entzieht dem Wald die Dynamik. Zudem geht der Naherholungseffekt durch die Gefahr des Astbruchs oder umstürzender Bäume gänzlich verloren. 

Nachhaltige Bewirtschaftung, gezielte Verjüngung und die stoffliche wie energetische Nutzung des Holzes sind keine Gegenmodelle zum Klimaschutz, sondern dessen tragende Säulen für gesunde und stabile Wälder. Nur wer sie verantwortungsvoll nutzt, schützt das Klima dauerhaft.“ Der HKI plädiert daher für eine faktenbasierte Debatte, die Symbolik nicht mit Wirkung verwechselt. 

Text: dpa

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