FEUCHT – „Müller, der Macher“ und „Er hat Fürth verwandelt“ hat die Nürnberger Zeitung 2023 getitelt und schilderte dabei in einem ganzseitigen Beitrag, wie der Fürther Wirtschaftsreferent Horst Müller in über 25 Jahren die Chancen nutzte, die sich der Stadt boten. Beim Aschermittwoch der Feuchter CSU in der Bürgerhalle Moosbach ging Müller auf seine Erfolgsbilanz ein und hatte zudem Anregungen für die Feuchter Kommunalpolitik im Gepäck.
Müller ist Referent für Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtentwicklung und Liegenschaften der Stadt Fürth und damit in vielen Bereichen aktiv. Er hat maßgeblich den Wandel der Stadt vom Industrie- zum modernen Dienstleistungsstandort initiiert und begleitet und Fürth nach dem Ende der stadtprägenden Unternehmen Grundig und Quelle und dem Abzug der Amerikaner vom Schluss des Großstadtrankings weit nach vorne gebracht.
Viele Verwandlungen
Er skizzierte in Moosbach die Entwicklungen der „Uferstadt“, des Gewerbeparks Süd, des Gewerbegebietes Hardhöhe-West und des Golfparks und widmete sich dann der von ihm federführend gestalteten Stärkung der Fürther Innenstadt. Hier seien zahllose Verhandlungen und Initiativen erforderlich gewesen, um mit EU-Förderung Marktplatz und Fußgängerzone umbauen zu können.
Umgestaltet wurden die Neue Mitte inklusive Bibliothekscafé am „Dächla“, der ehemalige Marktkauf wurde zum diversifizierten Hornschuch-Center, das ehemalige Quelle-Kaufhaus zum Carré Fürther Freiheit und das City Center zum Flair Fürth.
Zudem wurden der täglich stattfindende und preisgekrönte Neue Wochenmarkt initiiert, die Innenstadt begrünt und der Tourismus gestärkt. Hier spielen auch Museen wie das Rundfunkmuseum oder das Ludwig-Erhard-Zentrum, die Michaelis-Kirchweih als Weltkulturerbe und der Weihnachtsmarkt mit Mittelaltermarkt, Altstadtweihnacht und großer Weihnachtspyramide eine Rolle.
Zahlen sprechen für Fürth
Ablesen kann man das erfolgreiche Wirken nicht nur am höchsten Bevölkerungswachstum Nordbayerns, sondern auch an deutlichen Steigerungen bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und an den Umsätzen des Einzelhandels sowie der Zunahme der Gewerbesteuereinnahmen.
„Wichtig ist, aktive Standortpolitik zu betreiben und sich um den Mittelstand zu kümmern“, so Müllers Ratschlag für Feucht. Vor allem der Einzelhandel mit inhabergeführten Geschäften müsse gestärkt werden, die Aufenthaltsqualität optimiert und für ausreichenden – und am besten kostenfreien – Parkraum gesorgt werden: „No parking, no business“, stellte er klar. Fürth sei durch eine Branchenvielfalt und einen Mix von Kunst, Kultur, Museen und Wochenmarkt zu einer vielbesuchten Einkaufsstadt geworden.
„Ohne Frequenz ist alles nichts“
Im weiteren Verlauf gab es von Horst Müller eine Fülle von Anregungen. So könnte eine Begrünung des Ortszentrums durch Pflanzen und Blumenschmuck durch den Markt Feucht initiiert werden, indem man dies den Geschäften anbiete und diese dann für die Pflege verantwortlich seien. Auch ein Förderprogramm für inhabergeführte Geschäfte mit relevantem Innerortssortiment sei denkbar.
Ein Gründerwettbewerb wie „City Macher Fürth“ für neue Nutzungskonzepte innerorts mit dem Ziel, unternehmerische Initiativen zu stärken und das Zentrum als lebendigen Ort weiterzuentwickeln, sollten ebenso diskutiert werden wie der verstärkte Fokus auf Werbung mit Attraktionen wie das Freibad Feuchtasia, den beiden Museen oder Zeidlermarkt, Weihnachtsmarkt und das Familienfest.
Durch einen Zukauf von Immobilien sollte in Feucht das gesamte Sailerareal in Angriff genommen werden, die Entwicklung jedoch durch Externe, einen Wettbewerb beziehungsweise städtebaulichen Dialog vorangetrieben werden. Für alle Planungen gelte: „Ohne Frequenz ist alles nichts. Und insgesamt geht es dabei um Vorsprung mit Ideen und den Willen zur Veränderung“, so Horst Müller.
„Müssen transparenter werden“
CSU-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Harald Danzl dankte Müller für dessen Anregungen und betonte: „Wir müssen in Feucht schneller entscheiden, nicht abwarten, sondern proaktiv handeln und für die Öffentlichkeit transparenter werden – zum Beispiel bei Entscheidungen in der Kinderbetreuung oder bei möglichen Planungen des Sailer-Areals“. Wichtig sei, die vorhandenen Händler im Ort zu stärken und ihnen das Gefühl der Wertschätzung zu geben. Dazu gehörten auch regelmäßige Treffen.
Zu Beginn der Versammlung hatte CSU-Landratskandidat Markus Gleißenberg sich und seine Ziele vorgestellt und für die Unterstützung auf Landkreisebene geworben. Mit dem ebenfalls anwesenden Schwarzenbrucker CSU-Bürgermeisterkandidaten Alexander Vitzthum wollen Danzl und die Feuchter CSU die Zusammenarbeit im Mittelzentrum intensivieren.
Von Herbert Bauer
