BURGTHANN – Wie soll sich die Großgemeinde Burgthann in den kommenden zehn bis 15 Jahren entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde derzeit im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK).
Ziel ist es, gemeinsam mit Bürgern, der Politik und der Verwaltung einen Fahrplan für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde zu erarbeiten. Begleitet wird der Prozess vom Nürnberger Planungsbüro Planwerk Stadtentwicklung.
Das ISEK dient künftig als Leitfaden für politische Entscheidungen und für die Arbeit der Verwaltung. Gleichzeitig bildet es die Grundlage für Fördermittel vom Bund und Freistaat Bayern und schafft damit wichtige Voraussetzungen für die Umsetzung künftiger Projekte. Im Fokus stehen insbesondere die Ortsteile Burgthann und Ezelsdorf.
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Bürgerbeteiligung. Bereits im Januar wurden bei einer Auftaktveranstaltung gemeinsam die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken analysiert. Ergänzend beteiligten sich mehr als 200 Bürger an einer Online-Befragung. In den vergangenen Wochen folgten nun zwei öffentliche Aktionstage in Burgthann und Ezelsdorf. Insgesamt nutzten rund 100 Bürger die Gelegenheit, ihre Ideen und Anregungen direkt vor Ort einzubringen.
Schweißtreibender Rundgang
Den Auftakt machte der Aktionstag im Ortsteil Burgthann. Trotz hochsommerlicher Temperaturen beteiligten sich rund 45 Interessierte an einem Ortsrundgang durch den Hauptort. Stationen waren unter anderem der Kirchplatz, die Mittelschule, der Spielplatz am Kindergarten, die Bahnhofstraße und das Rathaus. Diskutiert wurden unter anderem die Neugestaltung des Platzes an der evangelischen Kirche, mehr Begrünung und Schattenflächen auf dem Schulgelände, Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr, der Ausbau der Radwege sowie die Schaffung öffentlicher Plätze für Jugendliche und eine legale Graffitiwand zum Sprühen.
Ein paar Tage später stand der Ortsteil Ezelsdorf im Mittelpunkt. Bürger begleiteten Burgthanns Bürgermeister Rainer Bock sowie die Mitarbeiterinnen des Planungsbüros auf einem Rundgang vom Martin-Luther-Platz über die Grundschule, den Kreislehrgarten und das Neubaugebiet an der Bayernstraße bis zum Bahnhof und zurück zum Dorfgemeinschaftshaus. Auch hier wurden zahlreiche Ideen gesammelt. Wiederkehrende Themen waren unter anderem mehr Beschattung im öffentlichen Raum, die Weiterentwicklung von Spielplätzen, Tempo-30-Bereiche im Ortsgebiet, Zebrastreifen, bessere Einkaufsmöglichkeiten sowie die Einrichtung eines Ortsverbindungsbusses.
Im Anschluss an beide Ortsrundgänge wurden die gesammelten Anregungen jeweils in Workshops vertieft und den verschiedenen Themenfeldern wie Ortsbild, Mobilität, Wirtschaft, Natur und Klima, Kultur oder soziale Infrastruktur zugeordnet. Grundlage der Diskussionen bildeten die Ergebnisse der zuvor erarbeiteten SWOT-Analyse, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Gemeinde gegenüberstellt und daraus konkrete Entwicklungsziele ableitet.
Auswertung der Ergebnisse
Bock betonte die Bedeutung des Projekts: „Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept ist zwar ein sperriger Begriff, aber eine sehr sinnvolle und übergreifende Maßnahme. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern überlegen wir, was unsere Gemeinde in den kommenden Jahren braucht. Daraus entsteht ein Plan, den wir in den nächsten 10 bis 15 Jahren Schritt für Schritt umsetzen wollen.“
Nun beginnt für das Planungsbüro die ausführliche Auswertung aller Ergebnisse aus den Workshops und der Online-Beteiligung. Im kommenden Herbst soll das fertige Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept dann vorgestellt und an die Gemeinde Burgthann übergeben werden. Den genauen Termin wird die Gemeinde Burgthann zeitnah bekannt gegeben.
