Entscheidungsspiel um Platz zwei

Rabenschwarzer Tag für Weißenbrunn

Zur Sache ging es im Entscheidungsspiel zum Platz zwei zwischen dem FSV Weißenbrunn und Henfenfeld, wie diese Szene mit Philip Scholtz (rechts) und seinem Gegenspieler Alexander Gajewski verdeutlicht. | Foto: Keilholz2019/06/DSC00011-1.jpeg

DIEPERSDORF – Mit einer seiner schwächsten Saisonleistungen hat der FSV Weißenbrunn durch eine 2:4-Niederlage im Entscheidungsspiel um Platz zwei der Kreisklasse 4 gegen den SV Henfenfeld seine Chance auf den Aufstieg in die Kreisliga verspielt.

Vor dem entscheidenden Duell mit den punktgleichen Henfenfeldern um den Einzug in die Relegationsrunde galt die Elf von Alexander Pfarherr angesichts der Tatsache, eine großartige Rückrunde gespielt zu haben und 13 Spiele ungeschlagen geblieben zu sein, als leichter Favorit. Im entscheidenden Moment war die Erfolgsserie der Rückrunde allerdings Makulatur und leider bewahrheitete sich die Einschätzung von FSV-Spielleiter Karlheinz Kunz, dass das alles nichts zählt und es ausschließlich auf die Tagesform ankommt.

Ausgelaugt und müde

Die Weißenbrunner hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt, wirkten ausgelaugt und müde und lagen nach einen Doppelschlag von Henfenfelds Torjäger Patrick Hirschmann in der 11. und 13. Minute schnell 0:2 hinten. Die beiden Tore trafen den FSV ins Mark, der in den ersten 45 Minuten kaum eine zusammenhängende Aktion zustande brachte, während es beim Gegner wie am Schnürchen lief. Ausdruck dieser Dominanz war das 3:0 in der 38. Minute: Henfenfelds Spielmacher Andreas Kreußel ließ die FSV-Abwehr bei einem Solo über das halbe Spielfeld wie Slalomstangen stehen und Nico Rösel vollstreckte, nachdem FSV-Torhüter Matthias Hecht zuvor noch einen Schuss von Hirschmann abwehren konnte, zum 3:0.

Zur extrem schwachen ersten Halbzeit der Weißenbrunner passte, dass Kevin Micholka mit einem Foulelfmeter – Yannik Martin war gefoult worden – am Henfenfelder Torhüter Denny Meierhöfer scheiterte.

Dazu gesellte sich beim FSV das Verletzungspech. Nachdem Spielertrainer Pfarherr von vorne herein passen musste, erwischte es Markus Beutin Mitte der ersten Halbzeit. Nach einem Pressschlag humpelte der FSV-Kapitän mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz.

FSV fehlte der Glaube

Vom Anpfiff zur zweiten Halbzeit weg gelang Ricardo Scharrer zwar das 1:3, doch dem FSV fehlten an diesem Tag einfach die spielerischen Mittel und irgendwie auch der Glaube an sich, das Schicksal zwingen zu wollen. Der Treffer war deshalb nicht mehr als eine Ergebniskorrektur.

Der FSV konnte die Partie in den zweiten 45 Minuten zwar offener gestalten, doch die Henfenfelder gerieten nie auch nur ansatzweise in Gefahr, die Führung noch aus der Hand zu geben. Beide Teams rieben sich in intensiven Zweikämpfen auf, wovon neun gelbe Karten, davon sechs für den FSV, zeugen. Zu allem Überfluss handelte sich der kurz zuvor verwarnte Yannik Martin in der 75. Minute die gelb-rote Karte ein. In Unterzahl war danach sowieso nicht mehr daran zu denken, das Spiel noch zu drehen.

Neben der eigenen schwachen Leistung fühlten sich die Weißenbrunner nicht ganz zu Unrecht vom Unparteiischen übervorteilt, der in seinen Entscheidungen eher dem Gegner gewogen war. Hatte dieser nämlich nach fünf Minuten Yannik Martin, als dieser bei einem Laufduell im Strafraum zu Fall kam, einen Elfmeter verweigert, deutete er in der 83. Minute auf der anderen Seite bei einem alles andere als elfmeterwürdigen Zweikampf um den Ball zwischen Philip Scholtz und Kevin Kurtz auf den Punkt. FSV-Torhüter Matthias Hecht war beim Schuss von Kuntz zwar dran, konnte das 1:4 jedoch nicht verhindern.

Der Weißenbrunner Elf ist zugute zu halten, dass sie trotz des demoralisierenden Spielverlaufs bis zum Schluss um ein besseres Ergebnis bemüht war, was Alexander Weiß in der Nachspielzeit auch noch gelang.

Während für den FSV Weißenbrunn die Saison damit zu Ende ist, darf der SV Henfenfeld weiter vom Aufstieg träumen. Die Hammerbachtaler treffen am kommenden Mittwoch, 19. Juni, entweder in Schnaittach oder Hüttenbach, auf den SV Hiltpoltstein, der das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Kreisklasse 3 mit 0:1 gegen die SG Geschwand/Wolfsberg verloren hat.

FSV Weißenbrunn: Matthias Hecht, Florian Lindner, Chris Haberstumpf, Alexander Weiß, Markus Beutin (25. Carsten Huber), Yannik Martin, Ricardo Scharrer, Christian Schorr (46. Maximilian Reznizek; 74. Dominik Feldlin),  Jochen Birkmann, Kevin Micholka, Philip Scholtz

Tore: 0:1, 0:2 Hirschmann (11.; 13.), 0:3 Rösel (38.), 1:3 Scharrer (46.), 1:4 Kurtz (83./Foulelfmeter); 2:4 Weiß (92.)

SR: Harald Marsching (/Pottenstein)

Gelbe Karten: Weiß, Reznizek, Birkmann, Lindner, Martin, Scholtz (FSV); Kurtz, Kreußel, Rösel (SVH),

Gelb-rote Karte: Martin (75.; FSV)

Besonderes Vorkommnis: Kevin Micholka scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Meierhöfer (43.)

Zuschauer: 620

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz