Derby in der Kreisklasse 4

Ein heißer Sonntag

Leistungen wie das 5:0 am vergangenen Wochenende sind laut Leinburgs Trainer Jackson Ruziski nur möglich, wenn alle Spieler an Bord sind. | Foto: Archiv2021/09/Burgthann-TSV-Trainer-Jackson-Ruziski.jpg

Spiel der Woche: Der FSV Weißenbrunn hat in dieser Saison fast alles gewonnen, schiebt die Favoritenrolle vor dem Moritzbergderby aber dezent dem TV Leinburg zu.

Als langjähriger Spielleiter beim FSV Weißenbrunn weiß Karlheinz Kunz, was da am Sonntag ansteht: „Das wird ein heißer Tanz, das Derby ist doch immer etwas Besonderes“, sagt der FSV-Funktionär vor dem Gemeindeduell in der Kreisklasse 4 gegen den TV Leinburg. Für Leinburgs Spielertrainer Jackson Ruziski ist es dagegen das erste Nachbarschaftsduell.

Die Jungs sind heiß, für den Verein ist das Derby auch wichtig“, meint Ruziski. „Vielleicht kann ich auf dem Platz etwas Ruhe in unser Spiel bringen“, sagt der höherklassig erfahrene 42-Jährige – vorausgesetzt, sein Oberschenkel bereitet ihm nicht wieder Probleme. Und mit Problemen kennt er sich aus in Leinburg.

Diese traten erstmals am vierten Spieltag Mitte August bei der SG Oberes Pegnitztal auf. Zuvor hatten die Leinburger zwei klare Siege eingefahren, dann lief im Duell bei der Spielgemeinschaft einiges schief: Tobias Prosch riss die Achillessehne, auch Ruziski musste verletzt raus und der ebenfalls bereits höherklassig spielende Routinier Alexandru Balota, der 2020 mit Jackson Ruziski aus Burgthann gekommen war, kassierte die Ampelkarte – Leinburg verlor mit 0:4. In der Woche darauf setzte es eine 2:6-Niederlage bei der SG Am Lichtenstein, aufgrund personeller Probleme mussten sie beim TV dankbar sein, dass Spieler aus den Reihen der Alten Herren aushalfen.

Die einen: 5:0 gegen Heuchling

Was Ruziski, der das Traineramt im vergangenen Sommer vor dem endgültigen Saisonabbruch von Denis Opcin übernommen hatte, zu folgender Einschätzung führt: „Ich bin sehr zufrieden in Leinburg, die Jungs sind motiviert, es macht mir Spaß und ich denke, auch den Jungs. Ich will eine fußballerische Entwicklung sehen, und im Vergleich zu den paar Spielen im Herbst letzten Jahres sehe ich die auch“, zählt der Ex-Spieler des SC Feucht und langjährige Kapitän des TSV Kornburg, mit dem er bis hinauf zur Bayernliga gespielt hat, die positiven Aspekte auf.

Der Haken: „Wir haben einen schmalen Kader, wenn Leute fehlen, kann es eng werden. Aber das ist halt so, deshalb müssen wir jedes Wochenende neu bestehen“, sagt Ruziski, der den vergangenen Sonntag als Beleg anführt. „Gegen Heuchling hatte ich die komplette Mannschaft da, dann können wir guten Fußball spielen und 5:0 gewinnen.“

Die anderen: Fünf Siege in Serie

Stichwort gewinnen, da kommt dann auch wiederum Weißenbrunn ins Spiel. Mit sechs Siegen aus sieben Spielen rangiert der FSV aktuell auf Rang zwei, nur aufgrund des besseren Torverhältnisses hat der FC Schnaittach die Nase vorne (23:2 und 19:9). „Gleich am zweiten Spieltag haben wir einen Dämpfer in Lauf bekommen, das war vielleicht der richtige Zeitpunkt“, bilanziert Karlheinz Kunz – denn es folgten fünf Siege am Stück.

„Es läuft sehr gut bislang, die Mannschaft liefert Top-Leistungen ab, obwohl wir auch immer wieder personelle Probleme durch Verletzungen haben“, sagt der FSV-Spielleiter, der trotz des starken Saisonstarts auf dem Boden bleiben will und im Konkurrenten aus Leinburg immerhin seinen Geheimfavoriten auf den Aufstieg erwartet.

„Einen Platz im vorderen Drittel“, peilen sie laut Kunz beim FSV an, die Abbruch-Saison 2019/21 hat er noch zu gut vor Augen. „Da sind wir fast abgestiegen, erst ein starker Schlussspurt im September hat uns gerettet“, erinnert sich Kunz, der den sportlichen Aufschwung auch am gleichberechtigten Spielertrainerduo festmacht. Chris Haberstumpf und Markus Beutin rückten schon vor dem Abbruch zu Co-Spielertrainern auf, seit diesem Sommer stehen die langjährigen Leistungsträger als Nachfolger von Frank Pistori endgültig alleine in der Verantwortung. „Man muss nicht immer in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“, meint Kunz, „die beiden machen das gut, sie haben einen guten Draht zur Mannschaft“. Die bisherigen Ergebnisse geben ihm da Recht.

Mathias Hochreuther

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