Abschlussfeier Realschule Röthenbach

„Mit euch habe ich keine Angst um die Zukunft“

107 von 119 Röthenbacher Realschülern haben in diesem Jahr die mittlere Reife bestanden. Foto: Cichon2012/07/47519_abschlussrealschuleroethenbach_New_1343141764.jpg

RÖTHENBACH — „Ich darf Ihnen, liebe Eltern, zu Ihren Töchtern und Söhnen gratulieren. Sie haben den erfolgreichen Abschluss an einer der schönsten Realschulen in Bayern erreicht“, wandte sich Peter Müller, Rektor der Röthenbacher Realschule, auf der Abschlussfeier in der Aula der Schule an die Eltern der diesjährigen Abschlussschüler.

In seiner Rede sagte Müller, dass sich die Schüler Bayerns in diesem Jahr abgesprochen hätten. „Sie haben sicher alle die Pressemitteilungen über das weniger gute Abschneiden am Gymnasium gelesen. So kann auch ich heute leider keine hundertprozentige Bestehensquote liefern.“ Aber letztlich waren die Zehntklässler in diesem Jahr erfolgreich wie noch nie. Insgesamt schafften 15 Schüler einen Schnitt von unter 2,0.

Die Schüler des Abschlussjahrgangs hatten Müller schon früh im Schuljahr darum gebeten, die Abschlussfeier selbst gestalten zu dürfen. Sehr wohl war es ihm dabei zunächst nicht, er erlaubte es den Schülern aber dennoch und wurde nicht enttäuscht. Zu dem in violett gehaltenen Bühnenbild scherzte er: „Ich musste zu Hause erstmal suchen, was ich passendes dazu anziehe. Ich muss gestehen, ich habe mir eine Krawatte von meinem Sohn ausgeliehen.“

Der Schulleiter lobte außerdem das große außerunterrichtliche Engagement der Schüler. Zum Beispiel als Streitschlichter, Tutoren, Schulsanitäter oder in der SMV. Er dankte auch den Lehrern, dem Elternbeirat und allen, die das Fest mitorganisiert hatten.

Rektor Müller bemängelte allerdings, dass es offenbar „schick“ sei, über die Jugend zu schimpfen, dass sie kein Interesse an Politik habe und nur Wert auf Facebook und modische Kleidung lege. Er führte noch zwei Zitate von Sokrates und Aristoteles an, die schon zu ihrer Zeit in dieselbe Kerbe schlugen. Müller sagte dazu: „Wenn ich meine Augen schweifen lasse, sind allein die optischen Eindrücke so überzeugend, dass wir keine Angst um die Zukunft unseres Landes haben müssen.“

Ungefähr die Hälfte der 107 Schüler, die die Prüfung bestanden haben, wird an die FOS wechseln. Fünf wollen das Abitur am Gymnasium machen. Andere wiederum starten direkt ins Berufsleben und machen unter anderem eine Ausbildung zum Chemielaboranten, Fachinformatiker, Landschaftsgärtner oder Koch.

Die Schülersprecher Stefano Lemonis und Maximilian Wutz berichteten über die Veranstaltungen der SMV und gratulierten ihren Mitabsolventen zur bestandenen Prüfung. „Nach zehn Jahren haben wir es endlich hinter uns. Wir wünschen allen ganz viel Erfolg“, sagte Stefano Lemonis und dankte auch den Lehrern für ihre Geduld.

Bei der Ehrung der besten Schüler war ein Name in aller Munde: Franziska Hromatke. Sie hatte nicht nur in jeder ihrer vier Abschlussprüfungen die beste Arbeit geschrieben, sie war auch Schulbeste mit einem Notendurchschnitt von 1,09. Auf Platz zwei folgten ihr Niklas Ringler und Antonia Gerschütz mit einem Schnitt von 1,45. Auf Platz drei kamen Thomas Vogel und Sarah Gesswein mit einem Schnitt von 1,54. Zudem erhielt Franziska Hromatke den Ehrenpreis der Gemeinde Leinburg und Thomas Vogel den Ehrenpreis der Gemeinde Rückersdorf. Antonia Gerschütz, die auch die beste Arbeit in Französisch geschrieben hatte, bekam dafür einen Preis des deutsch-französischen Partnerschaftskomitees Röthenbach.

Die Reden und Ehrungen wurden durch die Schülerband um die stimmgewaltige Sängerin Annalena Kraußer angenehm aufgelockert. Sie spielten moderne Songs von Greenday oder Gotye und zu guter Letzt den Klassiker „Should I stay or should I go“ von The Clash, bei dem der Funke endgültig auf das Publikum übersprang und begeistert mitgeklatscht wurde.

Das Highlight am Ende war der Überraschungsauftritt der Lehrerband um Musiklehrer Rüdiger Habel, die in Hawaiihemd und Badeschlappen den Song „Be true to your school“ von den Beach Boys nicht nur unterhaltsam, sondern auch professionell vortrugen und großen Beifall dafür ernteten.

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