Auszeichnung „Unser Dorf hat Zukunft“

Für mehr Leben im Dorf

Otfried Bürger und Silvia Herzog von der Sparkasse (Mitte) übergeben den symbolischen Scheck der Kulturstiftung an Landrat Armin Kroder (4. v. l.), der sich mit den Vertretern und Bürgermeistern der Dörfer freut. | Foto: M. Ermer2019/10/IMG_0788.jpeg

KLEEDORF – Umrahmt von launigem, traditionsreichem Liedgut der „Hammerbachtaler Sänger“ fand die Preisverleihung des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ im Landkreis Nürnberger Land durch die Organisatorin Claudia Uebler und Landrat Armin Kroder im „Alten Schloss“ in Kleedorf statt.

Bei dem in diesem Jahr zum 24. Mal durchgeführten Kreiswettbewerb war das erste Mal der Zusatz „Unser Dorf soll schöner werden“ komplett weggefallen. Und das, obwohl der Wettbewerb, in dem Dörfer oder Ortsteile einer Gemeinde nach Kriterien wie soziales und kulturelles Leben, Baugestaltung und -entwicklung, Dorf in der Landschaft, Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen sowie Grüngestaltung und -entwicklung bewertet werden, sicherlich vielen noch unter diesem Begriff bekannt ist.

Das gab auch Silvia Herzog, seit eineinhalb Jahren Marktbereichsleiterin der Sparkasse Nürnberg für den Bereich Nürnberger Land, gerne zu. Sie bedankte sich bei Claudia Uebler, bei der als Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt seit vielen Jahren die Fäden des Wettbewerbs zusammenlaufen.

Symbiose Stadt und Dorf

Herzog zog den Vergleich, dass große Städte und ein funktionierender ländlicher Raum eine Symbiose bilden und ohne den jeweils anderen nicht überleben könnten. Der Wettbewerb sei ein „wichtiger Baustein dafür“. Ein Grund mehr, warum die Sparkasse Nürnberg ihn über die hauseigene „Kulturstiftung für den Landkreis Nürnberger Land“ mit einem Scheck von 10 000 Euro unterstütze. Den übergab Herzog symbolisch an Landrat Kroder, er geht komplett an die Wettbewerbsgemeinden.

Claudia Uebler zog kurz Bilanz. 14 Orte aus sieben Gemeinden hatten sich in drei Gruppen der Jury gestellt. Unter dem Motto „Mitmachen, Dabeisein, Gewinnen“ entwickelten sie etwa neue Ideen für Dorfgemeinschaftsräume, kümmerten sich besonders um den Erhalt alter Gebäude oder die Dorferneuerung und Spielplätze. Die Bewertungskommission, bestehend aus Markus Gleißenberg (Bürgermeister Henfenfeld, bayerischer Gemeindetag), Horst Meier (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth), Ingrid Kroder (Landfrauen), Wolfgang Werthner (Denkmalpflege), Karlheinz Pühl (Naturschutz am Landratsamt, a.D.) und Hans Peter Renner (Gartenbau und Landespflege), übernahm die Auswahl.

Kirchensittenbach, Engelthal und Viehhofen gewinnen

Die Bewertung als Gesamtschau erfolgte mit 20 Punkten in jeder der fünf beurteilten Kategorien. Alle haben sich mit ihren Dörfern auseinandergesetzt, besonders gut gemacht haben das in der Gruppe C mit 600 bis 3000 Einwohnern Engelthal, gefolgt von Offenhausen. In der Gruppe B (250 bis 600 Einwohner) verlieh Armin Kroder bei ebenfalls zwei teilnehmenden Orten den ersten Platz an Kirchensittenbach, den zweiten an Kirchröttenbach.

Die „kleinen und feinen Ortsteile“ mit bis 250 Einwohnern hatten sich ebenfalls größte Mühe gegeben, ihren Ort zu gestalten. Besonders gelungen ist das Viehhofen (71 Punkte), Gotzenberg und Dietershofen (je 66) sowie Deckersberg (64). Darauf folgten Schrotsdorf, Breitenbrunn, Hohenstein, Großviehberg, Prosberg und Sendelbach. Für „herausragende Pflege von Baudenkmälern“ ging an den Verschönerungsverein des Hohensteins, Eigentümer der Burg, ein Sonderpreis.

Und genauso musikalisch wie sie auf den Abend eingestimmt und immer wieder das Programm mit einem Liedbeitrag unterbrochen hatten, bildeten die Hammerbachtaler Sänger das Ende des offiziellen Teils. Ihr Repertoire mit Liedgut historischer Art und oft regionaler Herkunft ist erheiternd und zeigt ebenso, wie das Ergebnis eines Engagements in einem Verein oder Chor aussehen kann.

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N-Land Michelle Ermer
Michelle Ermer