Abschlussfeier Mittelschule Happurg

Abschied mit Freude und Wehmut

Einfach stolz: Die Absolventen mit Schulleiterin Cosima Badewitz (links). | Foto: M. Münster2019/07/P1070854.1jpg.jpeg

HAPPURG – Schulentlassfeiern sind immer etwas Besonderes und ein Grund zur Freude für Schüler und Lehrer. Doch bei der aktuellen Feier in Happurg gab es auch etwas Wehmut, denn es war die letzte neunte Klasse, die dieses Ereignis in Happurg feiern konnte: Die Mittelschule wird geschlossen.

Beeindruckt zeigten sich Schulleiterin, Lehrer und Happurgs Bürgermeister in ihren Reden von dem festlichen Outfit der Absolventen. Konrektorin Judith Schmidt konnte förmlich die in der Luft liegende Freude spüren, sagte sie in ihrer Begrüßungsrede.

Schon traditionell startete in Happurg die Schulentlassfeier mit einer feierlichen Andacht für Schüler und Eltern in der St. Georgskirche. Danach ging es weiter mit dem Festprogramm in der besonders dekorierten Turnhalle.

Musikalische Begrüßung

Durch das Programm führte Dilyar Osman aus der neunten Klasse. Die „Coole Truppe“ von der 1/2c begrüßte musikalisch. Dann wandte sich Konrektorin Judith Schmidt an die Absolventen, zahlreich erschienenen Eltern, Lehrer-Kollegen und Ehrengäste. Natürlich schwang auch in ihrer Rede trotz aller Freude über die bestandenen Prüfungen Wehmut mit.

Monika Zenker, die Klassenleiterin der 1/2, dankte den Schülern der neunten Klasse für ihre aktiv gestaltete Patenzeit. Sie hatten sich über Jahre um die jüngeren Schüler engagiert gekümmert. Die Kleinen hatten eine fröhliche Sonne gebastelt, die zudem noch mit Süßigkeiten „gespickt“ war. Die überreichten sie nun voller Stolz ihren Paten. Passend dazu erklangen, schwungvoll von Lehrerin Sabine Weinecke angeleitet, die Klassen 1/2c und 3/4ab mit „Like ice in the sunshine.“

Lebensmotto weitergegeben

Happurgs Bürgermeister Bernd Bogner sprach auch im Namen seines Alfelder Kollegen, Karl-Heinz Niebler. Er bescheinigte den Absolventen, dass sie eine gute schulische Ausbildung bekommen haben. Er appellierte an sie: „Das Lernen sollte nicht aufhören.“ Sein Rat war, zukünftig die eigenen Stärken zu nutzen und nie aufzugeben. Er gab auch gerne sein eigenes Lebensmotto weiter: „Wer etwas will, sucht Wege, wer etwas nicht will, sucht Gründe.“

Anschließend trug Linde Huhnholz eine selbst verfasste „Satire“ über eine Mathematikaufgabe vor. Kim Kathmann und Jana Thäter sangen mutig auf der Bühne „Back to you“.

Schulleiterin Cosima Badewitz dankte dem engagierten Lehrerteam, welches die Entlassschüler nach Kräften unterstützt hatte, um das angestrebte Ziel erreichen zu können. Etliche Schüler kamen in den Genuss zusätzlicher Förderung im Rahmen des Inklusionsmodelles. Gerade durch dieses Modell an der Happurger Schule war in den vergangenen Jahren die Abschlussquote immer hervorragend, so Badewitz.

Grundgesetz als Grundlage

Wichtig war ihr jedoch auch, die demokratischen Werte zu vermitteln. Sie zitierte aus den Artikeln des deutschen Grundgesetzes und zog das Fazit: „Menschliche Beziehungen machen das Leben lebenswert.“ Ihr Rat an die Absolventen: „Seid kreativ und habt Mut.“ Ihr Dank galt allen Helfern und besonders auch Sabine Weinecke für die musikalische Ausgestaltung.

Die „Satire“, vorgetragen von der Absolventin Rahma Mohamad, war zwar augenzwinkernd, jedoch auch berührend. Sie kennzeichnete ihren Lebensweg in den vergangenen dreieinhalb Jahren, seitdem sie in Deutschland lebt. Sie erzählte, dass sie fünf Sprachen spricht: Kurdisch mit der Familie, Arabisch mit Freunden, Deutsch und Englisch und nicht zu vergessen, Fränkisch in der Schule.

Ihre Angst, Links und Rechts zu verwechseln, käme auch nicht von ungefähr. Schreibt sie doch im Arabischen von rechts nach links und im Deutschen von links nach rechts. In ihrem akzentfreien Vortrag gab sie jedoch abschließend den Rat: „Man darf die Hoffnung nie aufgeben.“

Rückblick auf Schulalltag

Dass ihre Lebensplanung bisher gelungen ist, zeigte sich anschließend bei der Ehrung der besten Absolventen, denn sie gehörte dazu. Etliche Schüler aus der neunten Klasse hielten unter dem Motto „Das war’s“ Rückblick auf den Schulalltag und Ausblick auf die Zukunft. Neben Dankesworten und der Überreichung kleiner Präsente an Lehrer und Schulleiterin vergaßen sie auch das Sekretariat, den Hausmeister und die Dame für den Pausenhofverkauf nicht.

Bilderimpressionen aus dem Schulalltag und den Klassenfahrten sorgten für Heiterkeit im Publikum. Souverän und ausdrucksstark erklang dann von Linda Huhnholz „Stay“. Jonathan Decker, Klassenlehrer der 9. Klasse, bedankte sich für die gute Klassengemeinschaft und rief gemeinsame Aufenthalte in Nürnberg in Erinnerung.

Die Schüler mit den besten Noten wurden von der Schulleiterin extra geehrt. Foto: M. Münster2019/07/P1070858.1.jpeg

Die Zeugnisse wurden auf der Bühne mit persönlichen Worten und Glückwünschen von Schulleiterin und Klassenlehrer überreicht. Marion Thäter für den Elternbeirat und Schulleiterin Cosima Badewitz ehrten anschließend die besten Schüler. Lisa Oberleiter (1,3), Rahma Mohamad (2,2) und Adrian Schleich (2,3) durften sich über anerkennende Worte freuen. Ein besonderer Dank ging an Martin Müller von der örtlichen Raiffeisenbank, die durch eine großzügige Spende auch kleine Geschenke für die besten Absolventen möglich machte.

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N-Land Marita Münster
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