Kreisausschuss unterstützt Jugendfreizeitstätte

500 000 Euro für die Edelweißhütte

Der Landkreis bekommt nun mit Sitz und Stimme im Vereinsvorstand sowie dem Beirat eine starke Stellung im Jugendfreizeitwerk in der Edelweißhütte bei Deckersberg. Foto: J. Ruppert2013/07/5_2_1_2_20130709_HUETTE.jpg

LAUF – „Schließen oder Fortführung mit Kreismitteln“ brachte es Norbert Dünkel auf den Punkt. Angesichts dieser Alternativen haben die Mitglieder des Kreisausschusses in den sauren Apfel gebissen und unterstützen die Jugendfreizeitstätte Edelweißhütte mit bis zu 50.000 Euro jährlich. Die Einrichtung eines Gesundheitspaktes wurde erst einmal in die Fraktionen verwiesen.

Vor einigen Jahren ist der „Lern- und Erfahrungsraum Edelweißhütte“ am Deckersberg umfassend ausgebaut worden. Es entstanden für Jugendgruppen unter anderem ein großes Übernachtungshaus, ein Zeltplatz, sechs Indianer-Tipis aus Holz, eine Grillhalle und ein Niedrigseilgarten. Die Investitionen lagen bei fast 1,4 Millionen Euro. Eigentümer ist der gemeinnützige Verein Jugendfreizeitwerk Nürnberger Land.

Die laufenden Kosten betragen derzeit rund 70.000 Euro pro Jahr, was der Träger nicht stemmen kann. Landrat Armin Kroder skizzierte vor dem Kreisausschuss den Rettungsplan. Der Landkreis erhöht seine Schuldendienstbeihilfe von bislang 17.100 auf maximal 50.000 Euro im Jahr und bekommt mit Sitz und Stimme im Vereinsvorstand sowie dem Beirat eine starke Stellung im Jugendfreizeitwerk. Dies soll keine „fiese“ Kontrolle sein, sondern „wir wollen die Arbeit des Lern- und Erfahrungsraumes auf dem Deckersberg wohlwollend begleiten“, sagte Armin Kroder. Die Zuschüsse sind auf zehn Jahre begrenzt und umfassen nicht das Wirtshaus Edelweißhütte.

Kreisrat Klaus Hähnlein erkundigte sich nach der Auslastung der Freizeitstätte. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Jugendfreizeitwerks antwortete Kreisrat und Reichenschwands Bürgermeister Bruno Schmidt, dass die Belegungszahlen hochgehen. Die Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring soll mehr Gäste bringen. Außerdem hat er einen Pächter für die Gaststätte Edelweißhütte in Aussicht.

„Sehr unglücklich gelaufen“, übte Norbert Dünkel offen Kritik an der Zuspitzung der finanziellen Situation. Schließlich muss der Kreis insgesamt bis zu 500.000 Euro dem Projekt zuschießen. Angesichts der Einzigartigkeit der Einrichtung im Nürnberger Land segnete der Kreisausschuss die Unterstützung aber doch einstimmig ab.

Die CSU-Fraktion strebt die Gründung eines Gesundheitspaktes auf Kreisebene an. Norbert Dünkel begründete den Vorschlag mit der Schwierigkeit, verwaiste Hausarztpraxen und wahrscheinlich bald auch Facharztpraxen wieder zu besetzen. Eine Stabsstelle am Landratsamt soll eine drohende Unterversorgung vermeiden helfen. Andernorts gibt es bereits einen solchen Koordinator. Norbert Dünkel schlug als ersten Schritt vor, im Herbst einen Experten zu dem Thema im Kreistag anzuhören.

Klaus Hähnlein und Bruno Schmidt sahen zwar das Problem des drohenden Ärztemangels auf dem Land. Insbesondere ist das nordöstliche Hersbrucker Umland davon betroffen. Allerdings waren beide der Meinung, dass eher die Bundespolitik als der Kreis eingreifen müssen.

Bevor eine Grundsatzdebatte über dieses heiße Eisen entbrannte, setzte sich Armin Kroder mit einer Lösung durch. Erst sollen die Fraktionen in Ruhe über den Vorschlag sprechen. Die Idee, einen Fachmann einzuladen, wurde aufgenommen.

Armin Kroder wies zudem auf einen anderen Lösungsansatz hin. Die mit EU-Mitteln geförderte Gesundheitsregion Hersbrucker Land mit 13 Gemeinden ist zu klein und braucht zusätzliche Partner. Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg nutzte die Gelegenheit und warb für eine Erweiterung auf den ganzen Kreis. Wie zuvor kann die Gesundheit als Aufhänger dienen.

Ohne große Debatte beschloss der Kreisausschuss die Erweiterung der Realschule Feucht um vier Räume. Der Anteil des Landkreises an den Kosten von 1,1 Millionen Euro beträgt etwa 730.000 Euro. Gute Nachrichten hatte Kämmerer Werner Rapp im Gepäck. Bei der Vorlage des Jahresberichts für das Jahr 2012 berichtete er, dass die Kreditaufnahme von geplanten 8,3 Millionen Euro dank niedriger Zinsen und eines höheren Sparkassengewinns um etwa 2,4 Millionen niedriger ausfällt.

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N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert