Ausstellung

Hersbrucker Kunstfenster voller stiller Kraft

So gut können sich Malerei und Skulptur ergänzen: Werke von Ingrid Pflaum und Andreas Hauter.
So gut können sich Malerei und Skulptur ergänzen: Werke von Ingrid Pflaum und Andreas Hauter. | Foto: Ute Scharrer2026/09/So_gut_koennen_sich_Malerei_und_Skulptur_ergaenzen_Druck-scaled.jpg

HERSBRUCK – Eine der schönsten „Kunstgalerien“ Hersbrucks liegt etwas versteckt. Nun sind die Kunstfenster der Raiffeisenbank in der Frankengasse neu bestückt und lohnen jeden Umweg: Holzbildhauer Andreas Hauter und Malerin Ingrid Pflaum haben in überraschenden Zusammenstellungen entschleunigte, nachdenkliche und sehr ansprechende „Guckkästen“ in eine Welt geschaffen, in der es etwas ruhiger zugeht und sehr schön aussieht. Ingrid Pflaums Farbfeld-Malereien bilden den Hintergrund.

Die Farben, in den namensgebenden Feldern komponiert, bleiben oft in einem Farbraum und bewegen sich zwischen Spannung und Ausgeglichenheit, strahlen in ihrer Gegenstandslosigkeit Offenheit für die Interpretation des Betrachters aus und haben eine durchlässige Anmutung, wobei symbolische Elemente in den Gemälden durchaus zu entdecken sind. Vor jede Leinwand stellt Andreas Hauter eine seiner aus Holz geschnitzten menschlichen Figuren, die Dynamik zwischen Bild und Figur sorgfältig von den beiden Künstlern ausbalanciert.

Überrascht von der Energie der Zusammenarbeit

Andreas Hauters Skulpturen sind in einem Moment des Innehaltens wiedergegeben. Jede Figur kommt auf ihre besondere Art zur Ruhe und sammelt Kraft für den weiteren Weg. Dafür sind ein Mauerstück, ein Pfosten oder ein Geländer willkommene Unterstützung. Manche enthalten ein heiteres Element, andere sind sichtlich erschöpft – im Schwingen mit der geistigen Dimension der Gemälde entsteht hier ein feines Zusammenspiel.

Beide Kunstschaffenden haben bereits solche Kollaborationen erlebt und zeigen sich doch wieder neu überrascht davon, wie sehr sich Malerei und Skulptur im den Blick konzentrierenden Rahmen der einzelnen Fenster ergänzen. Ingrid Pflaum bereichert im Brotberuf das kulturelle Leben der Stadt als Leiterin des Hirtenmuseums, Andreas Hauter lehrt an der Berufsschule für Zimmerer in Nürnberg. Beider Werke waren bereits weithin zu sehen. Die Ausstellung ist noch bis Mitte November zu sehen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren