Zehn Jugendliche an der Spraydose

Graffiti-Kunst für Freiheit und Diversität

Freuen sich, dass das Graffiti-Kunstwerk der Jugendlichen nun der Öffentlichkeit präsentiert werden kann (v. l.): Büchereileiter Andreas Reichel, Laufs Zweite Bürgermeisterin Nina Bezold und KJR-Vorsitzender Maurizio Schneider. | Foto: Braun2022/03/Grafiti_BRaun.jpeg

LAUF – Ein Graffiti-Kunstwerk, das bei einem Workshop des Kreisjugendring Nürnberger Land (Kjr) im Laufer Juz entstanden ist, ist nun in der Stadtbücherei zu sehen. Dabei drückt es die Gedanken und Gefühle der zehn jungen Künstler aus.

„Freiheit“ prangt plakativ und in großformatigen Lettern über den Köpfen, die das Graffiti-Kunstwerk im Obergeschoss der Laufer Stadtbücherei zieren. Es steht für Diversität und Toleranz, feiert Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Ob Schwarz oder Weiß, Hetero oder Queer – alle möchten am Ende in Freiheit und Gleichheit leben. Das ist die Message der Künstler.

Entstanden ist das Werk bei einem zweitägigen Workshop in den Sommerferien 2021, den der Kreisjugendring Nürnberger Land zusammen mit dem Laufer Jugendzentrum organisiert hatte. Zehn Jugendliche brachten dabei ihre Gedanken zum Thema Diversität künstlerisch an die Wand.

Was bedeutet Diversität?

Im ersten Teil setzten sie sich mit dem Thema Diversität auseinander: Was bedeutet das überhaupt? Wie wichtig ist mir Diversität? Wie vielfältig und tolerant ist mein Alltag? All diese Fragen und mehr wurden in der Gruppe diskutiert, bis daraus ein Ideenpool entstand. Dann galt es, sich dem Thema auf kreative Weise zu nähern, eine eigene Haltung zu entwickeln und diese gestalterisch auszudrücken.

Dafür lernten die Jugendlichen im zweiten Teil des Workshops unter Anleitung der Heroldsberger Künstlerin Sonja Panzer die Grundlagen des Zeichnens und Sprayens sowie unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten kennen. Ihre Gedanken sprühten sie schließlich auf fünf Holztafeln, die zusammengesetzt das mehr als mannshohe Gesamtkunstwerk ergeben.

Laufs Zweite Bürgermeisterin Nina Bezold hatte die Jugendlichen bei der Arbeit besucht und eine Tasche von ihnen besprühen lassen. „Die habe ich natürlich immer noch“, sagt sie. Bezold setzte sich dafür ein, dass das Kunstwerk nicht irgendwo im Keller einstaubt, sondern gesehen werden kann. So entstand die Kooperation mit der Bücherei. „Wir haben das Graffito extra hier oben im Studienbereich aufgestellt“, sagt Büchereileiter Andreas Reichel. „Hier ist nachmittags viel los.“

Jugendliche arbeiten im Garten des Laufer Juz an ihrem Graffiti-Kunstwerk.  Foto: KJR
Jugendliche arbeiten im Garten des Laufer Juz an ihrem Graffiti-Kunstwerk. / Foto: KJR

Aktueller denn je

Durch den Ukraine-Krieg hat der Schriftzug „Freiheit“ nun noch eine ganz aktuelle Bedeutung hinzubekommen. Nun geht es direkt vor unserer Haustür um die Freiheit eines ganzen Volkes, um Presse- und Meinungsfreiheit, Demokratie und Diktatur. „Das Thema ist so aktuell wie lange nicht“, sagt Büchereimitarbeiterin Ina Gombert.

Bücher und Kunstfreizeit

Passend dazu haben die Mitarbeiter neben dem Kunstwerk eine Auswahl an Büchern zusammengestellt. Neben einem bunten Cover mit der Überschrift „LGBTIQ“, was für lesbisch, schwul, bisexuell, transgeschlechtlich, intersexuell und queer steht, sind dort Bücher über Street-Art oder die Biografien von Ex-Bundespräsident Joachim Gauck und der ehemaligen First Lady Michelle Obama zu finden.

Auch Maurizio Schneider, der Vorsitzende des Kreisjugendrings, freut sich, dass das Kunstwerk Aufmerksamkeit bekommt. „Es war spannend, zu sehen, wie sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, erzählt er. „Dass es nun gesehen wird, ist mir ein echtes Anliegen.“

Passend dazu organisiert der Kreisjugendring in den Pfingstferien von 5. bis 11. Juni eine Kunstwoche auf der Edelweißhütte am Deckersberg, wie Schneider betont. Für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren dreht sich dann alles um Zeichnen, Street-Art, Manga, Graffiti oder Action-Painting. Es sind noch Plätze frei.

Info

Das Kunstwerk kann bis Samstag, 23. April, im Obergeschoss der Stadtbücherei zu den Öffnungszeiten besichtigt werden. Es gelten die tagesaktuellen Corona-Regeln. #WirAufDemLandFürSolidarität, in dessen Rahmen das Projekt stattfindet, wird gefördert aus Mitteln der Staatsregierung zur „Stärkung des Aktionsplans Jugend“.

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