Kammerorchester spielte Filmhits

Ganz großes Kino

Der Schwaiger Horst Günter Lott leitet das Fürther Kammerorchester, das coronabedingt länger nicht proben konnte. Umso überzeugender war sein Auftritt mit Filmmelodien in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle. | Foto: Miehling2021/10/DSC_5249_1_-crop-scaled.jpg

RÖTHENBACH – Im flotten Viertel- und Achtel-Rhythmus erklingen die ersten acht Takte und schon reiten vor den inneren Augen Ben, Hoss, Adam und Little Joe Cartwright über die Ponderosa-Ranch. Mit der „Bonanza“-Titelmusik eröffnete das Fürther Kammerorchester das seit Langem herbeigesehnte Gastkonzert in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle.

Dirigent und Orchesterleiter Horst Günter Lott hatte für das Auftaktkonzert zur Spiel- und Theatersaison der Röthenbacher Stadthalle den passenden musikalischen Filmhit gezogen, um dann gute zwei Stunden lang die zahlreichen Zuhörer mit Filmhits zu beglücken. Für einen Samstagabend boten Lott und das Fürther Kammerorchester in großer sinfonischer Besetzung mit knapp 50 Musikerinnen und Musikern musikalisch hoch anspruchsvolle und dennoch leichte Abendunterhaltung.

Zwei mal sieben Filmmusiken hatte Lott in ein abendfüllendes Programm aufgenommen. Natürlich flimmerten keine Kinoszenen zur Musik im Hintergrund über den Bühnenvorhang. Aber die Musik ruft die Bilder hervor, weil großartige Filmszenen mit ihren großartigen Tonschöpfungen verknüpft sind und noch nach Jahrzehnten in Erinnerung bleiben.

Ein weiter Bogen

Mit seiner Auswahl spannte der künstlerische Leiter des Fürther Kammerorchesters einen weiten Bogen und zeigte damit, dass Streicher, Bläser und Percussionisten in allen musikalischen Stilrichtungen zu Hause sind. Ausgehend von einer Ballettmusik aus dem 17. Jahrhundert über Bizets weltbekannte Toreromelodie aus der Oper „Carmen“ bis hin zu Glenn Millers „Moonlight Serenade“ und einem Medley der schwedischen Kultband Abba hatte Lott die Filmmusiken der „besten Filme aller Zeiten“ mit den eben „besten Filmmelodien aller Zeiten“ ausgewählt. Dies zeigte sich in Kinohits wie „Dr. Schiwago“ und „Titanic“, in der „Westside Story“ und in „Lawrence von Arabien“ oder in „Moon River“ aus „Breakfast at Tiffany‘s“ bis hin zur Musik zum Zeichentrickfilm „The Lion King“.

Besonders berührend interpretiert erklangen das Violinsolo aus „Schindlers Liste“ mit Solistin und Konzertmeisterin Irina Schulika und das Oboensolo von Felix Beer zu Ennio Moricones Musik aus dem Filmdrama „The Mission“.

Fast zwei Jahre Wartezeit

Fast zwei Jahre hatte das Fürther Kammerorchester auf dieses Konzert gewartet. Gemeinsame Proben waren wegen der Corona-Vorgaben kaum möglich gewesen. Und dennoch erwiesen sich – auch dank der klaren Leitung Lotts – die Musikerinnen und Musiker als eingespieltes Team. Musik ist eben – wie 
Louis Armstrongs Hit – eine „Wonderful World“, die Abbas Welthit „Thank You For The Music“ gleichsam adelt.

Das Röthenbacher Konzertpublikum belohnte den musikalisch äußerst unterhaltsamen Abend mit stehendem Applaus, ehe das offizielle Programm mit Martin Böttchers Musik aus den Karl-May-Filmen ausklang.
Nochmals erscheinen die Bilder: Winnetou und Old Shatterhand im Gegenlicht, das Hufgeklapper klingt an die Ohren, am Horizont die untergehende Sonne. Großes Kino und großartige Musik.

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