Abfall

Radioaktiver Restmüll im Landkreis: Landratsamt bittet um Mithilfe

Anstatt die Windeln direkt zu entsorgen, rät das Landratsamt, diese zunächst drei Wochen zwischenzulagern.
Anstatt die Windeln direkt zu entsorgen, rät das Landratsamt, diese zunächst drei Wochen zwischenzulagern. | Foto: Nelly/stock.adobe.com2026/08/AdobeStock_481998852-scaled.jpeg

NÜRNBERGER LAND/FEUCHT – Im Landkreis Nürnberger Land sind in den vergangenen Monaten mehrfach erhöhte Radioaktivitätswerte im Restmüll festgestellt worden. Zuletzt im Tourengebiet Feucht sowie im Juni in einem Container am Wertstoffhof Neunkirchen am Sand. Das hat das Landratsamt in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

„Ursache sind vermutlich Hygieneprodukte (zum Beispiel Inkontinenzartikel wie Einlagen oder Windeln), die nach bestimmten medizinischen Behandlungen bösartiger Tumorerkrankungen verwendet wurden“, heißt es in der Mitteilung wörtlich. Bei einigen Therapien werden radioaktive Arzneimittel eingesetzt. Diese werden nach der Behandlung vom Körper auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden.

Bei Menschen, die Inkontinenzprodukte verwenden, können laut Landratsamt geringe Mengen der radioaktiven Stoffe – beispielsweise Jod-131 – vorübergehend in den verwendeten Einlagen oder Windeln verbleiben. Gelangen diese unmittelbar in den Restmüll, können die Messanlagen der Entsorgungsanlagen anschlagen.

Keine Gefahr für den Menschen

Eine Gefahr für den Menschen gehe von den Rückständen nicht aus. Trotzdem müsse jeder Vorfall dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) gemeldet werden. Zudem können die erforderlichen Untersuchungen zu Verzögerungen im Entsorgungsablauf und zusätzlichen Kosten führen.

Das Landratsamt bittet betroffene Haushalte deshalb um Unterstützung. Es wird empfohlen, die verwendeten Inkontinenzprodukte zunächst in separaten Müllsäcken aufzubewahren und sie erst nach etwa drei Wochen über den Restmüll zu entsorgen. In diesem Zeitraum nehme die Radioaktivität aufgrund der Halbwertszeit deutlich ab. Betroffene sollten sich zur richtigen Entsorgung auch mit ihrer behandelnden medizinischen Einrichtung abstimmen. Darüber hinaus steht die kommunale Abfallberatung unter [email protected] für Fragen zur Verfügung.


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