Das sind die Gründe

„Keine italienische Piazza“: Altdorfer CSU lehnt Sommerfußgängerzone am Marktplatz ab

Oberer und Unterer Markt müssten nach Auffassung der CSU gleichermaßen mit dem Auto erreichbar sein.
Oberer und Unterer Markt müssten nach Auffassung der CSU gleichermaßen mit dem Auto erreichbar sein. | Foto: Nürnberger Land Tourismus2025/07/altdorf-marktplatz.jpg

ALTDORF – Noch nicht lange ist es her, als Stadtratsmitglied Christian Lamprecht (Volt) die Idee äußerte, den Unteren Markt im Jahr 2026 von Anfang Juli bis zur Kirchweih im August für den Durchgangsverkehr zu sperren und zu einer Sommerfußgängerzone zu machen – ganz nach dem Vorbild der Stadt Günzburg. Nun befasste sich die Altdorfer CSU-Fraktion im Rahmen einer Fraktionssitzung mit dem Thema. Da es aus ihrer Sicht keine neuen Erkenntnisse gibt und das aktuelle Verkehrsgutachten eine Nordtangente als Voraussetzung für weitere Überlegungen im Zusammenhang mit der Innenstadt ansieht, wird die CSU-Fraktion den Antrag einhellig ablehnen.

Ausreichend Fläche für die Gastro

Laut CSU würden die Argumente der Befürworter von einer Perspektive für die Außenbereichsgastronomie ausgehen, die nach Einschätzung der Fraktion auf dem Marktplatz allerdings bereits jetzt gut vertreten sei und über ausreichend Fläche verfüge. „Wir haben eben keine italienische Piazza mit mediterranem Flair, sondern einen klassischen Marktplatz mit Dienstleistungen, Handel, medizinischer Versorgung und Gastronomie“, teilt die CSU mit. In Gesprächen mit Betreibern der Innenstadtgeschäfte sei zudem die einhellige Meinung gewesen, dass eine Sperrung Nachteile mit sich bringe und die vorhandene Branchenvielfalt darunter leiden würde. Dazu gebe es auch Untersuchungen, die eindeutig sinkende Umsätze und Verlagerung des Einkaufsverhaltens dokumentierten.

Die CSU wendet sich auch gegen probeweise Sperrungen. Man unterstütze keine Experimente und Trockenübungen, wenn es dabei um Existenzen gehe. Oberer und Unterer Markt müssten nach Auffassung der CSU gleichermaßen mit dem Auto erreichbar sein. Dies sei auch den Verbrauchern geschuldet, die weniger gut zu Fuß sind, etwas transportieren müssen oder aus einem Außenort kommen.

Attraktivität ist gegeben

Die CSU-Fraktion begrüßt daher die Beschlussempfehlung der Verwaltung für den nächsten Bau- und Stadtentwicklungsausschuss Anfang Juli, den Antrag abzulehnen. Denn die Attraktivität des Marktplatzes sei durch die vorhandenen Freiflächen, die Gestaltung nach historischem Vorbild, die Barrierefreiheit, die Parkflächen und Geschwindigkeitsreduzierung, aber auch durch die Vielfalt des Gewerbes gegeben, was auch viele Gäste und Touristen immer wieder bestätigen würden.

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