Neue Berechnungen

DGB Mittelfranken zum Lohnabstand beim Bürgergeld: „Fake-News müssen aufhören“

Stephan Doll, Geschäftsführer DGB Mittelfranken.
Stephan Doll, Geschäftsführer DGB Mittelfranken. | Foto: DGB Mittelfranken2025/08/65fc331121d066df33db7da4577e043c35d14bd1_max1024x.jpg

NÜRNBERGER LAND – Anlässlich neuer Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung widerspricht der DGB-Chef in Mittelfranken Stephan Doll den Behauptungen, Arbeit würde sich im Nürnberger Land und Mittelfranken nicht mehr lohnen. Die Daten zeigen vielmehr, dass in ganz Bayern, unabhängig von der Haushaltskonstellation, ein Lohnabstand zwischen Bürgergeld und einer Vollzeitbeschäftigung zum Mindestlohn vorhanden ist – auch im Nürnberger Land. Stephan Doll: „Die Fake News rund ums Bürgergeld müssen aufhören! Gerade auch Ministerpräsident Markus Söder und andere aus der Union sollten endlich mit den unlauteren Angriffen auf die Menschen im Bürgergeld aufhören.“

Der Lohnabstand eines alleinstehenden Mannes in Bayern betrage im Durchschnitt 530 Euro. Eine alleinerziehende Frau mit einem fünfjährigen Kind erhält in dieser Konstellation im Schnitt 725 Euro mehr. Auch eine Familie mit zwei Kindern (5 und 14 Jahre) habe in Bayern durchschnittlich 642 Euro mehr zur Verfügung. Vor Ort im Nürnberger Land seien es für den Mann 566 Euro mehr, für die alleinerziehende Frau 762 Euro und für eine Familie 683 Euro. Doll sagt: „Die Erzählung, wonach sich Arbeit nicht lohnen würde, ist ein Märchen und dient nur dem Zweck, Sozialleistungen zu schleifen.“

Der DGB Mittelfranken erkennt anhand der Daten mehrere Handlungsfelder. So zeige sich, dass der Lohnabstand regional deutlich schwankt und dort besonders niedrig ist, wo die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Mieten, hoch sind.

René Wiedmann, Vorsitzender des DGB Nürnberger Land, sagt: „Kommunen und Arbeitgeber haben es selbst in der Hand, den Lohnabstand zum Bürgergeld weiter wachsen zu lassen. Der Freistaat muss seine Blockadehaltung beim Tariftreuegesetz auf Landesebene aufgeben. Außerdem braucht es auch in den Kommunen unseres Landkreises endlich eine kommunale Vergabeordnung, Fürth ist bei diesem Thema Vorreiter.“ Auch der Wohnungsbau brauche vielerorts im Nürnberger Land einen Schub, vor allem durch eine verlässliche Finanzierung des sozialen Wohnungsbaus durch den Freistaat. Die Arbeitgeber wiederum sieht der DGB in der Pflicht, „mit fairen Löhnen den Niedriglohnsumpf in Bayern trockenzulegen und damit den vorhandenen Lohnabstand weiter wachsen zu lassen.“

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